Pflegeberatung des Kreises Paderborn hilft auch während der Corona-Pandemie
Angehörige sind besonders belastet

Paderborn -

Angesichts der hohen Sterblichkeitsrate bei den Corona-Erkrankten in Alten- und Pflegeheimen und der Frage, wie man die dortigen Bewohnerinnen und Bewohner schützen kann, droht eine andere Gruppe von Pflegenden aus dem Blick zu geraten: die Angehörigen.

Freitag, 19.02.2021, 23:18 Uhr aktualisiert: 20.02.2021, 07:20 Uhr
Die Pflegeberater des Kreises Paderborn haben ein offenes Ohr und bieten Hilfe für Pflegebedürftige und ihre Angehörigen (von links): Frank Ricke, Christa Kröger, Martina Dohmann, Beate Lope Gonzalez und Beate Wippermann
Die Pflegeberater des Kreises Paderborn haben ein offenes Ohr und bieten Hilfe für Pflegebedürftige und ihre Angehörigen (von links): Frank Ricke, Christa Kröger, Martina Dohmann, Beate Lope Gonzalez und Beate Wippermann Foto: Kreis Paderborn

Etwa 8000 Pflegebedürftige werden im Kreis Paderborn laut einer Mitteilung des Kreises zuhause von den Angehörigen gepflegt. „Hier wird innerhalb der Familie Unglaubliches geleistet, oftmals unter einer erheblichen Doppel- oder gar Dreifachbelastung neben dem Beruf und den eigenen Kindern, die eventuell noch mit im Haushalt leben“, sagt Landrat Christoph Rüther.

Diese Angehörigen zu unterstützen, sei das Ziel der unabhängigen Pflegeberatung des Kreises. „Auch während der Corona-Pandemie sind wir weiterhin für Ratsuchende da! Zum Schutz aller Beteiligten bieten wir diese Beratung zurzeit vornehmlich telefonisch an“, erklärt Kirsten ­Rüenbrink, Leiterin des Sozialamtes des Kreises.

Laut einer aktuellen Untersuchung des Zentrums für Qualität in der Pflege und der Charité Universitätsmedizin Berlin sind 24 Prozent der pflegenden Angehörigen bundesweit besorgt, die Pflege in Corona-Zeiten nicht mehr zu schaffen. 32 Prozent der Befragten gaben an, die Pflege­situation habe sich angesichts der Pandemie verschlechtert.

„Das deckt sich mit den Schilderungen, die wir aus den Beratungen von Angehörigen in den letzten Monaten kennen“, erzählt Christa Kröger, eine von insgesamt fünf Pflegeberaterinnen und -berater des Kreises.

Dies treffe besonders für Angehörige von Demenz­erkrankten zu. Wer an Demenz erkrankt ist, braucht gewohnte Routinen, um sich sicher und beruhigt zu fühlen. Doch die vergangenen Monate waren stark geprägt von Veränderungen und Stress, und das wirkt sich nachteilig auf ihren Zustand aus. Häufig verstünden die Betroffenen die Pandemie-Regeln nicht. Zum Beispiel, warum sie draußen Maske tragen müssten oder ihre Angehörigen sie nicht mehr umarmen würden. „Gleichzeitig wird das Unterstützungsnetzwerk der pflegenden Angehörigen kleiner: Freunde oder Nachbarn, die zum Beispiel zwischendurch ausgeholfen und unterstützt haben, halten nun zum Schutz der Pflegebedürf­tigen Abstand“, berichtet Kröger.

Wo und wie pflegende Angehörige passende Hilfe und Unterstützung finden, ist eines der Hauptthemen bei der unabhängigen Pflegeberatung des Kreises. Die Pflegeberatung des Kreises an der Bahnhofstraße 50 ist zu erreichen unter der Telefonnummer 05251/3085077 oder per E-Mail unter beratungszentrum@kreis-paderborn.de.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7829429?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198401%2F2851067%2F
39,1 Prozent in OWL geimpft
Mit einer Impfquote von 42,4 Prozent hat der Kreis Höxter den höchsten Anteil an Erstimpfungen in OWL. Das Archivfoto zeigt das Impfzentrum in Brakel.
Nachrichten-Ticker