Lichtenau ist mit Vorgaben des Regionalplans nicht einverstanden – Kritik an Bevölkerungsprognose
„Zweite Meinung“ wird eingeholt

Lichtenau -

Auch für Lichtenau wird zurzeit der Regionalplan aufgestellt. In ihm legt der Regionalrat der Detmolder Bezirksregierung, fest, was in den kommenden 20 Jahren im Hinblick auf neue Wohngebiete, Flächen für Gewerbe und Industrie geht – und was nicht geht.

Mittwoch, 03.03.2021, 03:00 Uhr
Angrenzend an das Neubaugebiet Markus Linde in der Kernstadt soll auch in den kommenden Jahren Wohnbauentwicklung in Lichtenau möglich sein. So sieht es der Regionalentwicklungsplan vor, den die Stadt aber nicht in allen Punkten mittragen will.
Angrenzend an das Neubaugebiet Markus Linde in der Kernstadt soll auch in den kommenden Jahren Wohnbauentwicklung in Lichtenau möglich sein. So sieht es der Regionalentwicklungsplan vor, den die Stadt aber nicht in allen Punkten mittragen will. Foto: Oliver Schwabe

Entsprechend sind auch die betroffenen Kommunen aufgerufen, bis zum 30. März ihre Stellungnahmen zu dem umfangreichen Werk abzugeben. In Lichtenau hat das jetzt der Bauausschuss getan; der Rat ist am Donnerstag, 11. März, an der Reihe. Klar ist bereits: Es gibt Kritik.

Ein Punkt, dem der Ausschuss auf Vorschlag der Verwaltung zugestimmt hat: Der seitens der Bezirksregierung zugestandene Entwicklungsspielraum von lediglich 15 Hektar Wohnbaufläche für das gesamte Stadtgebiet sei zu gering und müsse deutlich erhöht werden.

Die vorgesehenen Wohngebiete befinden sich in Atteln/Henglarn sowie in der Kernstadt im westlichen Bereich der bisherigen Bebauung und östlich angrenzend an die Neubaugebiete „Markus Linde“. Die 15 Hektar verstehen sich brutto, also inklusive Verkehrsflächen.

Dem von der Stadt als zu gering bewerteten Ansatz zugrunde liegt ein vom Landesbetrieb IT.NRW für Lichtenau errechneter Bevölkerungsrückgang von drei Prozent im Planungszeitraum. Den allerdings können Politik und Verwaltung nicht nachvollziehen und widersprechen.

Auch die Einteilung von Flächen für den Naturschutz will die Stadt so wie vorgeschlagen nicht stehen lassen. In der Kernstadt Lichtenau seien die allgemeinen Siedlungsbereiche (kurz ASB) im Bereich Nordberg und im Bereich Torfbruchstraße zu ergänzen, im Bereich Attelner Berg könne eine Teilfläche gegebenenfalls zurückgenommen werden. Korrespondierend damit sei der Bereich für den Schutz der Natur (kurz BSN) im Bereich Nordberg zurückzunehmen. Der BSN-Bereich in Holtheim (Am Charlottenbusch) solle aufgegeben werden.

Der BSN-Bereich in Klei­nenberg, zwischen Benteler und Krüper sei teilweise aufzuheben. Gleiches gelte für denjenigen in Hakenberg (Baugebiet Buchenweg).

Der Plan gesteht der Stadt Lichtenau 26 Hektar Flächenkontingent für neue Wirtschaftsflächen zu. Entstehen sollen sie in den Ortsteilen Lichtenau, Atteln und Henglarn. Auch bei der Ermittlung dieser Flächen spielt die von der Stadt kritisierte aktuelle und prognostizierte Einwohnerzahl eine große Rolle.

Nicht nur Lichtenau, sondern auch andere Kommune hätten dabei einen teilweise sehr großen Unterschied zwischen den eigenen Zahlen und den Zahlen von IT.NRW festgestellt; die eigenen Prognosen seien in der Regel deutlich höher. Für Lichtenau deuteten der sprunghaft angestiegene Verkauf von Baugrundstücken sowie die Anmeldezahlen in den Kindergärten und Schulen eher auf einen Zuwachs als auf einen Rückgang der Bevölkerung hin. Die Lichtenauer Verwaltung will daher nun gemeinsam mit anderen Kommunen im Paderborner Kreisgebiet, eine „zweite Meinung“ einholen und ein Fachbüro mit einer Berechnung der zukünftigen Bevölkerungszahlen beauftragen.

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