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Mo., 11.08.2014

Mindestens 5000 Besucher folgen der Einladung der Briten – mit Fotostrecke Familienausflug in die Senne

Auch das Wetter spielte mit: Revierförster Heiko Arjes führt eine von zahlreichen Wandergruppen durch die Senne.

Auch das Wetter spielte mit: Revierförster Heiko Arjes führt eine von zahlreichen Wandergruppen durch die Senne. Foto: Robin Jähne

Von Robin Jähne

Paderborn (WB). Die Rheinarmee hat am Sonntag erstmals ihren Truppenübungsplatz in der Senne für Wanderer und Radfahrer geöffnet. Sprecher Mike Whitehurst: »Wir schätzen, dass 5000 bis 7000 Besucher aus ganz Ostwestfalen gekommen sind.«

»Da, guck mal, was ist das denn?« Marc (10) hat ein fast 15 Millimeter großes Krabbeltier in der Heide entdeckt. Eine Feldgrille, wie sich herausstellt – und von der gibt es hier eine ganze Menge. 

Die Feldgrille

Das Schwarzkehlchen. Fotos (2): Robin Jähne

»Die Senne ist wirklich ein Juwel«

Zahlreiche Führungen vermittelten am Sonntag umfangreiches Wissen über die Landschaft und die Natur. Denn in der Senne gibt es Tiere und Pflanzen, die extrem selten sind oder nur hier vorkommen. Dazu gehört die Senneküchenschelle, die im Frühjahr blüht. Sie kommt als Wildpflanze in Nordrhein-Westfalen nur noch in der Eifel vor, und sie liebt eigentlich kalkhaltigen Untergrund. In der Senne wachsen noch wenige Exemplare auf Sand, was einige Botaniker vermuten lässt, dass es sich um eine spezielle, eben nur hier vorkommende Unterart handelt.

»Die Senne ist wirklich ein Juwel«, sagt John Henderson, Befehlshaber der britischen Streitkräfte in Deutschland, die das Gebiet seit 1945 verwalten.
Auch für Vogelkundler ist die Senne ein Paradies. Hier brüten Schwarzkehlchen in Scharen, im Umland ist der Vogel selten geworden. Oder der Neuntöter: Er ist erkennbar an einem dunklen Strich über dem Auge und hat eine eigene Art der Vorratshaltung entwickel. Er spießt Insekten und kleine Mäuse auf Dornen.

Führungen vermitteln Wissenswertes über die Natur

Nicht von allen gern gesehen ist die spätblühende Traubenkirsche. »Sie stammt aus Nordamerika«, sagt Revierförster Heiko Arjes. Diese Pflanze kann problematisch werden, wenn sie viel Licht bekommt und andere Bäume mit ihrem Wachstum überholt. Für heimische Gehölze bleibt dann kein Licht mehr übrig.

Heiko Arjes stand den zahlreichen Besuchern der Senne Rede und Antwort – ob es um die Heideblüte, Sennebäche oder die wichtigsten Wildarten wie Reh, Damwild, Rotwild und Wildschwein ging. »Und was sind das für lange Streifen, die aussehen wie ein frisch gepflügter Acker?«, fragte eine Teilnehmerin. »Das sind Brandschneisen«, erklärt der Förster. »Wenn es zu Bränden kommt, werden sie an diesen Bahnen gestoppt.«

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