4300 Paderborner verfolgen in der Allianz-Arena Spiel gegen Bayern München – Public Viewing in Kneipen
»Mund abputzen und weiter«

Paderborn (WB). So viele Fans haben den SC Paderborn noch nie zu einem Auswärtsspiel begleitet: 4300 Paderborner haben am Abend das Top-Spiel des Bundesliga-Tabellenführers SC Paderborn beim FC Bayern München in der mit 71000 Zuschauern ausverkauften Allianz-Arena erlebt. Auch wenn der SCP das Spiel 0:4 verloren hat, schwimmt Paderborn bundesweit weiterhin auf einer Sympathiewelle.

Mittwoch, 24.09.2014, 12:28 Uhr aktualisiert: 24.09.2014, 12:40 Uhr
4300 Paderborner verfolgen in der Allianz-Arena Spiel gegen Bayern München – Public Viewing in Kneipen : »Mund abputzen und weiter«
So wie Christian Schilken und Marius Wiechoczek (von links) leiden sie, wenn Bayern München die Tore macht und der SCP das Topspiel in der Allianz-Arena deutlich verliert. Foto: Jörn Hannemann

4300 Fans aus Paderborn im Münchener Stadion, und Zigtausende daheim in Kneipen, Vereinsheimen oder im Wohnzimmer an den Bildschirmen bei der Live-Übertragung des Spiels im Bezahl-Fernsehen: Das Bundesligaspitzenspiel gegen den mit Weltmeistern gespickten, mehrfachen Champions-League-Sieger wird im Paderborner Land zum Straßenfeger. In vielen Gaststätten in und um Paderborn leiden, bangen und hoffen aufgeregte Fans mit den SCP-Aufstiegshelden, die in einem nie und nimmer für möglich gehaltenen Bundesliga-Topspiel des fünften Saisonspieltages als Tabellenführer auflaufen.

Kein Weltuntergang

Die klare Niederlage schmerzt, aber sie ist für Paderborn-Anhänger beileibe kein sportlicher Weltuntergang. »Das ist doch alles okay, wir haben acht Punkte, das passt«, sagt Johannes Josephs (16), der mit Freunden im voll besetzten »Hemingway's« am Kamp das Spiel sieht. »Paderborn hat alles gegeben«, meint auch Gisbert Multhaupt (45). »Paderborn hat sich ordentlich gewehrt«, erkennt Ulrich Raschka (63) die Überlegenheit der Bayern-Spieler an. »Eine Niederlage gegen Bayern ist einkalkuliert«, meint Pelizaeus-Lehrer Marius Wiechoczek. Und Lisa Kürpick (21), die im Dirndl im »Kitzgams« am Kamp Paderborn die Daumen hält, hat die Niederlage schon abgehakt: »Mund abputzen und weiter«, lässt sie sich den viel bewunderten Saisonstart des Liga-Neulings nicht kaputtreden.

Unter den 4300 Fans aus Paderborn in München sind auch Familie Volbert aus Atteln und Familie Wecker aus Delbrück, die ihre Eintrittskarten bei einem Gewinnspiel des WESTFÄLISCHEN VOLKSBLATTES und des Flughafens Paderborn-Lippstadt gewonnen hatten. Nachdem Verwandte und Bekannte erfahren hatten, dass Maria Wecker Karten hatte, »standen alle Schlange und buhlten darum, mitkommen zu dürfen«, lacht sie und hakt sich bei ihrem Mann Friedhelm ein. Der habe Vorrecht, auch als Bayern-Fan.

Bernhard Volbert: »Dank der Dauerkarten unserer Söhne Carsten und Stefan sind wir oft in der Benteler-Arena. Die Paderborner Jungs gegen die Bayern gesehen zu haben, ist großartig.« Trotz der erstklassigen Auftritte in der Vergangenheit glaubte seine Frau Mechthild schon am Flughafen nicht an einen Sieg. Das Gipfeltreffen werde der FCB klar für sich entscheiden, tippte sie, auch wenn ihr Herz für den SCP schlage. Sie liegt richtig.

Werbekampagne

Inzwischen stellt die Kampagne »Paderborn ist erstklassig« alle Werbeoffensiven der Vergangenheit in den Schatten, sagt Stadt-Pressesprecher Jens Reinhardt. Die Erstklassig-Großplakate mit flotten Sprüchen an Straßen, Autobahnen und in anderen Innenstädten können demnächst auch als Postkarte versandt werden. Statt Dom-, Rathaus- oder Paderquellgebiet schickt der Paderborn-Gast Bilder der Aufstiegsfeier vom Rathausplatz in die Welt. Und Paderborner Neubürger erhalten im Willkommen-Paket eine Postkarte, um nach dem Wohnungsumzug der Verwandtschaft mitzuteilen: »Ich bin aufgestiegen, ich wohne jetzt in einer Bundesliga-Stadt.«

Kommentare

Schmid  schrieb: 24.09.2014 21:29
Ein Kratzer und kein Beinbruch
War im Stadion. Bayern einfach klar überlegen. SCP hätte ein Tor verdient gehabt, war aber im Abschluss nicht stringent genug. Niederlage aber kein Untergang. Wünsche dem SCP, dass er nächstes Jahr wieder in der AllianzArena antritt und erneut nicht gegen uns = 1860.
1 Kommentare
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