>

Mi., 08.10.2014

Trainingszentrum im Almepark: Bürgermeister ringt mit SCP um eine Lösung Und wer bezahlt?

Im Almepark soll ein Trainings- und Nachwuchs-Leistungszentrum für angeblich sechs Millionen Euro gebaut werden. Wenige Monate vor dem anvisierten Baubeginn steht noch nicht fest, wer das Projekt bezahlt.

Im Almepark soll ein Trainings- und Nachwuchs-Leistungszentrum für angeblich sechs Millionen Euro gebaut werden. Wenige Monate vor dem anvisierten Baubeginn steht noch nicht fest, wer das Projekt bezahlt. Foto: Jörn Hannemann

Von Karl Pickhardt

Paderborn (WB). Die politischen Weichen für den Bau eines neuen Trainings- und Nachwuchs-Leistungszentrum im Almepark in der Nähe des Ahornsportparks sind durch Beschlüsse des Bau- und Planungsausschusses längst gestellt. Aber niemand sagt, wie teuer das Projekt wird und wer dafür bezahlt.

Bürgermeister Michael Dreier (CDU) hat im Stadtrat auch nach wiederholt hartnäckigen Nachfragen des Grünen-Ratsherrn und finanzpolitischen Sprechers Dr. Hartmut Schröder (45) alle Auskünfte über den Kostenplan des Trainings- und Leistungszentrums zu diesem Zeitpunkt verweigert.

Zahlen sollen noch nicht in die Öffentlichkeit

Dreier (53) bestätigte, »selbstverständlich« mit der Spitze des SC Paderborn um Präsident Wilfried Finke (62) Gespräche geführt zu haben. Der SC Paderborn habe erste Vorstellungen genannt, über die der Bürgermeister jetzt aber nicht reden will. Der SCP habe auch erste Zahlen genannt, die der Bürgermeister auch in Abstimmung mit der SCP-Spitze jetzt noch nicht in die Öffentlichkeit tragen möchte. Es gebe mehrere Möglichkeiten, wie sich der SCP an den Kosten beteilige. Auch dazu nannte der Bürgermeister keine Einzelheiten. Dreier kündigte ein Gesamtkonzept für den Almepark an, das mit den Stadtratsfraktionen abgestimmt werden soll. Einzelzahlen machten jetzt keinen Sinn. Dreier: »Wir wollen das Projekt doch nicht gefährden«.

Der überraschende Aufstieg des SC Paderborn in die Fußball-Bundesliga hatte Tempo in die Planungen für ein Trainings- und Nachwuchs-Leistungszentrum gebracht, das schon seit einem halben Jahrzehnt im Almepark geplant ist. Im Bau- und Planungsausschuss wurden sofort nach der Sommerpause durch Änderung des Flächennutzungs- und Bebauungsplanes die Voraussetzungen für das Millionen-Projekt geschaffen. In dieser Sitzung hatten die Politiker unter anderem auch Bedenken der Landwirtschaftskammer zurückgewiesen, die statt Fußballplatz lieber an Weideflächen festhalten wollte.

Baubeginn im Januar angestrebt

Geplant ist im Almepark unter anderem ein Trainingszentrum mit vier Plätzen und einem Sportheim. Aus dem Umfeld des SCP wurden dafür schon mal Kosten zwischen fünf und sechs Millionen Euro genannt. SCP-Präsident Wilfried Finke zielt auf einen Baubeginn im Januar 2015 und eine Fertigstellung im Herbst des nächsten Jahres. Das Projekt, das über einen Generalunternehmen verwirklicht werde, sei perfekt durchgeplant. Finke kündigte in einem Interview (WV vom 20. August) eine SCP-Beteiligung (»Obolus«) an, ohne aber Zahlen nennen zu wollen. »Die Investition muss aber im Wesentlichen von der Stadt kommen«, sagte Finke. Dagegen hatte Michael Dreier im Kommunalwahlkampf von einem Zuschuss aus der Stadtkasse gesprochen: »Der Verein baut, Stadt bezuschusst«.

Kommentare

Ohne die Stadt PB

Wenn die Stadt nix zahlen will/kann dann ohne sie!!
Warum lässt man das Trainingszentrum nicht über die Stadiongesellschaft finanzieren?
Der Verein zahlt,wie beim Stadion eine Pacht und schon ist das Ding finanziert!!
Dann müssen aber auch andere Vereine/Schulen,die das mitnutzen wollen,ebenfalls dafür zahlen!!!!!
Im übrigen hat die Stadt mit dem SC Paderborn 07 den Imageträger schlechthin in seinen Reihen!!Wenn man weiter Profi-Fussball in Paderborn haben möchte,dann sollte die Stadt PB sich gut überlegen,ob sie nicht doch ihren Beitrag dazu leistet!!!Man kann nicht immer nur A sagen und B wollen,das funktioniert so nicht,sprich sich mit den sprtlichen Erfolgen schmücken,aber wenig dafür investiere!!!

Na denn mal Prost

Der "Chefplaner" hat schon die Gegenfinanzierung ausgemalt. Nur leider liegt er damit falsch. Umsatz- und Lohnsteuern werden nicht an die Kommune gezahlt, sie fließen an das Land NRW. Es bleibt also allenfalls bei der Gewerbesteuer und der zusätzlichen Wertschöpfung, die ein Bundesligastandort so mit sich bringt. Allerdings erhält der SC Paderborn in dieser Saison geschätzte 18 Mio(!!) Euro an Fernsehgeldern. Nachdem die Stadt Paderborn bereits mehr als 10 Mio Euro für den Stadionbau und die Infrastruktur gezahlt hat (ohne das der SCP nicht einmal mehr eine Drittligalizenz erhalten hätte) ist es meiner Meinung an der Zeit, dass man die zukünftige Investitionen auch selbst bezahlt. In Bielefeld hat der Club sowohl das Stadion als auch das Trainingsgelänge vollständig selbst gezahlt bzw. trägt zurzeit noch an den Hypotheken dafür.

Alle Vereine sind gleich!

Ich selbst bin Mitglied beim SCP, aber auch in einigen anderen Vereinen der Stadt. Hier müssen alle Vereine gleich behandelt werden und es kann nicht sein, dass die Stadt jetzt die Hauptkosten trägt für eine Anlage, die nur ein Verein nutzt.
Der SCP hat noch nie einen Pfennig für die Paderkampfbahn an die Stadt Paderborn bezahlt. Das muss man auch mal festhalten. Ein Verein der Dank des Managements, aber vor allem auch Dank der Fans schuldenfrei sein wird, kann schonmal mehr Geld springen lassen. Dann muss halt am VIP-Catering während des Spiels gespart werden, dort hat der Verein ja wenigstens anscheinend ordentlich investiert.
Die Kosten auf die Stadt abzuwälzen ist ein NO GO! Vor allem mit Blick auf die teure Aufgabe Stadtverwaltung an die Elsener Straße!
Einfach mal wiederrunterkommen und nicht einfach die Steuerzahler-Geldbörse schröpfen.

Vernünftige Lösung finden!

Jetzt sollte die Stadt nicht noch das Feilschen anfangen. Es ist doch so, dass der SCP eigentlich seit Jahrzehnten untaugliche Trainingsbedingungen hat. In anderen Städten werden die Vereine aus gutem Grund ganz anders unterstützt, was uns einen zusätzlichen Wettbewerbsnachteil beschert.

Jeder hat doch spätestens jetzt gemerkt, was der SCP für die Stadt bedeutet. Die Aufmerksamkeit, Tourismus, Kneipen, Taxifahrer, Flughafen etc. profitieren. Der SCP schafft direkt und indirekt für hunderte von Arbeitsplätzen. Alleine an Umsatzsteuern auf Eintrittskarten dürften dieses Jahr 1,2 Mio. anfallen. Gewerbesteuer, Lohnsteuer etc. kommen in Million-Höhe hinzu. Schon als Zweitligist lagen die Steuerzahlungen bei 4 Mio. im Jahr.

Dazu kommt, dass der SCP seit Jahren hingehalten wird. Mal sollte am Stadion ein Trainingsplatz entstehen, dann an der Paderkampfbahn, nun am Ahorn. Dazu muss man sagen, dass alle Vereine vom Trainingsgelände profitieren würden, da am Goerdeler, Merschweg, Paderkampfbahn, Goldgrund, Niesenteich etc. Plätze für andere Vereine frei würden.

Und nicht zu vergessen: die Stadt erhält ein Filetgrundstück in Form der Paderkampfbahn zurück!!!

Wer die Kuh noch lange melken will, der muss sie auch füttern!

Der Stadt fehlen im laufenden Haushalt Millionen ( Gewerbesteuer + Nachzahlungen ) , aber Finke fordert für mehrere Millionen ein Trainingszentrum von der Stadt für einen Profiklub. Dieser macht Millionenüberschüsse, will aber nichts bzw. einen Obolus davon in seine Zukunft investieren. Der SCP soll schuldenfrei dastehen, während die Stadt ihre Verschuldung weiter verschlimmert. Wincor World und Multifunktionshalle hat die Stadt schon verloren durch den Stadionausbau. Irgendwann muss auch mal Schluss sein mit der - berechtigten- Dankbarkeit für die Imagepflege durch den SCP.

Wenn nicht Sponsoren, dann der Steuerzahler!!!!!! Der Bürgermeister sicher nicht.

6 Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.

Google-Anzeigen

© WESTFALEN-BLATT
Vereinigte Zeitungsverlage GmbH

Alle Inhalte dieses Internetangebotes, insbesondere Texte, Fotografien und Grafiken, sind urheberrechtlich geschützt. Verwendung nur gemäß der Nutzungsbedingungen.

Mehr zum Thema

Anzeige


http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/2795082?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2516093%2F2198401%2F2512560%2F