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Di., 22.09.2015

Stadt will neues Gebiet an der Barkhauser Straße ausweisen Industrieflächen sind knapp

Das geplante Gewerbe- und Industriegebiet reicht von der  Barkhauser Straße (vorn) bis zur Pamplonastraße (oben), von der Umgehungsstraße (B 64) bis zur Autobahn (A 33). Es hat eine Fläche von 75,5 Hektar und soll den Bedarf  für viele Jahre sichern.

Das geplante Gewerbe- und Industriegebiet reicht von der Barkhauser Straße (vorn) bis zur Pamplonastraße (oben), von der Umgehungsstraße (B 64) bis zur Autobahn (A 33). Es hat eine Fläche von 75,5 Hektar und soll den Bedarf für viele Jahre sichern. Foto: Besim Mazhiqi

Von Andrea Pistorius

Paderborn (WV). An der Barkhauser Straße zwischen Paderborn und Wewer soll ein neues Gewerbe- und Industriegebiet mit einer Fläche von 75,5 Hektar entstehen.

Die Ratsfraktion der Grünen fragt nach der Notwendigkeit, nennt »die städtische Flächenvorratspolitik maßlos« und lehnt den Plan ab. Der Bauausschuss stimmte in seiner jüngsten Sitzung mit allen übrigen Fraktionen dafür.

Das zurzeit noch überwiegend landwirtschaftlich genutzte Areal reicht von der Umgehungsstraße (B?64) bis zur Autobahn (A?33) und wird im Osten vom »Steinbruch Ilse« begrenzt. Es liegt zwischen den bereits vorhandenen Gewerbe- und Industriegebieten an Barkhauser Straße/Oberes Feld (Phoenix Contact Electronics, Spedition Vogel), Pamplonastraße (Autohof, Spedition Hartmann) und Steinbruchweg/Am Ziegenberg in Wewer (Autohandel und -reparatur).

Diese Lage und die einfache Anbindung an das überregionale Straßennetz sprechen nach Auffassung von Verwaltung und Ratsmehrheit für die Umwandlung der Felder in Flächen für ansiedlungswillige Unternehmen. Möglich wäre es auch – wie schon vor Jahren geplant –, einen Containerbahnhof zu bauen.

Die Grünen kritisieren, dass im Westen der Stadt ein Gelände, auf das etwa 100 Fußballfelder passen, besiedelt und damit versiegelt werden soll. Und sie fragen, ob es nicht Alternativen gebe. Grünen-Politiker Stefan Schwan verweist auf den Almepark (zwischen Heinz-Nixdorf-Ring und Ahornallee), auf »großflächige Leerstände von Gewerbe-Immobilien wie Nixdorf oder Welle« und auf die fünf britischen Kasernen, die in den kommenden Jahren frei werden sollen.

Die Technische Beigeordnete der Stadt, Claudia Warnecke, sagte in der Sitzung des Bauausschusses, dass die Kasernenflächen nicht sofort für zivile Bauzwecke genutzt werden könnten. Der Umwandlungsprozess könne bis zu zehn Jahre dauern: Kaufverhandlungen mit der zuständigen Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima), Aufstellen von Flächennutzungs- und Bebauungsplänen, Sanierung von verschmutztem Boden, Abriss von maroden Gebäuden, Vermarktung von Grundstücken – das alles benötige Zeit, erklärte Warnecke.

Diese Diskussion hatte der Bauausschuss schon Monate zuvor geführt, als es darum ging, Bauplätze in Paderborn für Eigenheime und Mietwohnungen auszuweisen. Am Ende wurde das Wohngebiet »Springbach Höfe« an der Driburger Straße beschlossen – im Wissen darum, dass schon bald britische Wohnsiedlungen frei werden. Der aktuelle Bedarf an Wohnraum war das ausschlaggebende Argument. Ähnlich sieht es im Fall von Gewerbeflächen aus. »Die Stadt musste bereits Interessenten abweisen«, sagte CDU-Fraktionschef Markus Mertens.

Die Grünen räumten ein, »dass sie die Planung an der Barkhauser Straße von der Sache her mittragen könnten«, sie bevorzugten jedoch, dass zunächst alle noch freien Gewerbe- und Industrieflächen bebaut würden. Außerdem forderten sie das Bauamt auf, einen Plan vorzulegen, der deutlich macht, wo genau und in welcher Größe es solche Lücken gebe. Sinnvoll sei es auch, diese Übersicht ins Internet zu stellen, damit die Bürger sich unkompliziert informieren könnten.

Die CDU bekräftigte, »für die Weiterentwicklung der Stadt ist es extrem wichtig, Industrieflächen wie an der Barkhauser Straße zur Verfügung zu stellen, weil es die an anderer Stelle der Stadt nicht mehr gibt.« Letztlich gehe es auch immer um Arbeitsplätze.

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