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Mo., 30.11.2015

Asylbewerber wollen Sozialhilfe-Barscheck abholen – Polizei sorgt für Ordnung Großer Andrang vor den Sozialämtern der Großstädte

Weil zu viele Asylbewerber Geld abholen wollten, kam es im Bielefelder Rathaus zu extremem Gedränge. Jetzt wird im Amt  umorganisiert.

Weil zu viele Asylbewerber Geld abholen wollten, kam es im Bielefelder Rathaus zu extremem Gedränge. Jetzt wird im Amt umorganisiert. Foto: Sellmann

Paderborn/Bielefeld (WB/pic/bp). Großer Andrang vor den Sozialämtern in Bielefeld und Paderborn: In Ostwestfalens Großstädten wollten am Montagvormittag Asylbewerber ihre Sozialhilfe-Barschecks abholen. In beiden Fällen musste die Polizei gerufen werden.

Paderborn

Vor dem Paderborner Sozialamt versammelten sich  etwa 200 Menschen, um in das Gebäude einzudringen. Die Polizei musste einschreiten. Es sei zu gefährlichen Situationen gekommen, berichtet Polizeisprecher Michael Biermann.

Die Menschen aus verschiedenen Nationen wollten schon am frühen Montag Sozialhilfe-Bargeldschecks aus dem Gebäude des Sozialamts abholen, das am Stadtrand angesiedelt ist. Kräfte des Ordnungsamts konnten den Andrang nicht mehr bewältigen und riefen daher die Polizei um Hilfe.

Die Polizei setzte mehrere Streifenwagen ein. Vor dem Eingang des Sozialamtes kam es aufgrund des Drucks von hinten nachströmender Personen zu gefährlichen Situationen. Die Polizisten sperrten den Eingang und zogen die aktivsten Drängler aus der Masse, um die Menge zu beruhigen. Anschließend wurden Kleingruppen kontrolliert eingelassen.

Bis etwa 13.30 Uhr hatte sich die Lage soweit normalisiert, dass die Polizei abrücken konnten. 

Bielefeld

In Bielefeld drängten sich im Flur F des Neuen Rathauses Asylbewerber, die ihren Sozialhilfe-Barscheck abzuholen. Weil die Mitarbeiter des Andrangs nicht mehr Herr wurden, riefen sie zunächst den hauseigenen Sicherheitsdienst, der dann die Polizei alarmierte.

Sozialdezernent Ingo Nürnberger betont, die Mitarbeiter hätten alle richtig reagiert, die Polizei hätte regelnd eingegriffen, dafür gesorgt, dass die Bürotüren wieder frei gemacht wurden und dass Ruhe geherrscht habe. 

Den Grund für das Gedränge sieht Nürnberger »in einer Reihe von Missverständnissen«. So hätten die Asylbewerber keinesfalls alle am Montag kommen müssen, sondern auch ein anderer Tag wäre möglich, zudem hätten viele ihre Angehörigen mitgebracht, obwohl pro Familie eine Person reiche, um die Vorauszahlung der Leistungsansprüche abzuholen.

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