Nach Massenkarambolage in Paderborn: Wetterkundler halten bekanntes Phänomen als Ursache für möglich
A-33-Unfall: War es doch »Böllernebel«?

Paderborn (WB/jhan). Nach der Massenkarambolage auf der A 33, bei der ein 79-jähriger Bielefelder starb, ist noch immer unklar, wie es zu der tödlichen Nebelbank gekommen ist. Handelte es sich um ein Wetterphänomen, oder war die »weiße Wand« sogar »menschgemacht«, ausgelöst durch Silvesterböllerei?

Dienstag, 05.01.2016, 11:28 Uhr aktualisiert: 06.01.2016, 09:00 Uhr
Nach  Massenkarambolage in Paderborn:  Wetterkundler halten   bekanntes  Phänomen als Ursache für möglich : A-33-Unfall: War es doch »Böllernebel«?
Nach der Massenkarambolage auf der A 33 könnten die Ermittlungen zum Unfallhergang laut Polizei Wochen dauern. Foto: Jörn Hannemann

Diese Theorie stellte ein Leser im Kommentarbereich zum Unfallbericht dieser Zeitung in den Raum. Sie wurde genauso diskutiert wie der Vorwurf, es habe keine Warnung vor der lebensgefährlichen Situation gegeben. Auf Nachfrage des WESTFALEN-BLATTES nimmt der Deutsche Wetterdienst Stellung. »Nebel erfüllt nicht die Unwetterkriterien«, erläutert Ortrun Roll vom DWD-Büro in Essen. Es sei deshalb auch keine Warnung dieser Art ausgesprochen worden. Sie verweist auf Werte der Messstationen Flughafen Paderborn und Bad Lippspringe, die zum Unfallzeitpunkt jeweils Sichtweiten von mehr als zehn Kilometern (!) registriert haben.

Massenkarambolage auf der A33

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An der Unfallstelle wenige Kilometer entfernt herrschte hingegen null Sicht. »Die relative Feuchte betrug zudem etwas weniger als 90 Prozent, so dass kein Nebel zu erwarten gewesen wäre. Infolgedessen muss es sich um ein kleinräumiges Phänomen gehandelt haben.« Ausdrücklich gewarnt hatte der DWD vor »Glätte im Kreis Paderborn« im Zeitraum von Silvester ab 22 Uhr bis 10 Uhr am Neujahrsmorgen. »Es gab Bodenfrost. Es war glatt. Das lässt sich definitiv sagen«, betont Ortrun Roll und widerspricht damit anderslautenden Meldungen. Dass zwischen Silvesterfeuerwerk und dichtem Nebel ein Zusammenhang bestehe, sei bekannt und werde von Meteorologen als »Böllernebel« bezeichnet. Hohe Luftfeuchtigkeit kombiniert mit hoher Feinstaubbelastung, ausgelöst von Raketen und Böllern, seien dafür typisch. Die feuchte Luft binde den Feinstaub. Die Folge ist plötzlich auftretender Nebel. »Dieses Phänomen könnte eine Rolle gespielt haben.«

Forcierend hierfür könnte die Feuchtigkeit der in der Nähe befindlichen Lippeauen gewesen sein. Die Polizei rechnet mit langwierigen Ermittlungen zum Unfallhergang. Es müsse für jedes Fahrzeug ermittelt werden, warum es auffuhr und wer am Steuer saß. Dazu werden Zeugen befragt und Fotos ausgewertet, die aus einem Hubschrauber gemacht wurden. Die Staatsanwaltschaft entscheide, ob sie gegen mögliche Unfallverursacher vorgehe.

Kommentare

Andreas  schrieb: 06.01.2016 10:27
Ich bin in der gleichen Nacht gegen etwa 2 Uhr innerorts im Grenzbereich Schlangen/Bad Lippspringe in eine Nebelwand geraten. Die zitierte Nebelwand war insgesamt etwa 400 m lang. Davon auf rund 200 m nur eine Sichtweite von schätzungsweise 10 vielleicht 15 Metern. Drum herum war alles Sternen klar.
Einen solch dichten Nebel haben ich nach meiner Erinnerung noch nie erlebt. Entweder ist die Nebelwand von der A 33 weitergezogen. Oder es hat unabhängig weitere Nebelphänomene gegeben.
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