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Mi., 03.02.2016

Kompromiss bei Benteler Automotive ist rechtskräftig – Unternehmen investiert fast 200 Millionen Euro Arbeitnehmer verzichten auf Leistungen

Das Unternehmen will fast 200 Millionen Euro in Werke und Mitarbeiter investieren. Dafür verzichten die Arbeitnehmer auf Leistungen.

Das Unternehmen will fast 200 Millionen Euro in Werke und Mitarbeiter investieren. Dafür verzichten die Arbeitnehmer auf Leistungen. Foto: Benteler

Paderborn (WB/OH). Der Kompromiss über Abweichungen vom Flächentarif bei der Autosparte des Benteler-Konzerns ist seit Mittwoch rechtskräftig. Sowohl das Paderborner Unternehmen als auch IG Metall und Betriebsrat bewerten das Paket als Erfolg. 

Es sieht gewisse Lohneinschnitte, Standort- und Beschäftigungsgarantien sowie Investitionen von fast 200 Millionen Euro in den nächsten Jahren vor, »um neue Technologien in die Werke zu integrieren, die Maschinenausstattungen zu optimieren und den Materialfluss zu verbessern.« Zudem wolle das Unternehmen auch in die Qualifizierung der Belegschaft investieren, um die Mitarbeiter auf künftigen Anforderungen der vernetzten Produktion vorzubereiten. 

Einstimmig bestätigte laut einer Mitteilung auch die IG Metall-Tarifkommission für die sechs deutschen Automobiltechnik-Werke von Benteler den aktuellen Tarifabschluss. Bis Ende 2019 soll die Absicherung der Standorte der Benteler-Automobilsparte gelten. Betriebsbedingte Kündigungen seien bis zum 30. Juni 2021 ausgeschlossen.  

Einschnitte bei Urlaubsgeld und Prämien

Durchzusetzen war diese langfristige Absicherung nur mit Verzichtsleistungen auf der Arbeitnehmerseite. Auszahlungen der künftigen Tariferhöhungen erfolgen jeweils um ein Jahr verzögert, zeitlich begrenzt bis zum Jahr 2020. Das Urlaubsgeld soll von 2016 bis 2020 pauschaliert ausgezahlt werden: 1500 Euro erhalten die Vollzeitbeschäftigten, anteilige Beträge gibt es für die Teilzeitbeschäftigten. Zuschläge für die ersten 16 Mehrarbeitsstunden monatlich entfallen.

Zudem soll der Prämiendurchschnitt künftig bei 15 Prozent liegen. Die bisherige persönliche Entgelthöhe bleibt dabei abgesichert. Anpassungen erfolgen stufenweise durch angerechnete Tarifsteigerungen oberhalb eines Entgeltplus von einem Prozent. Mit dem Ende der Laufzeit erfolgt 2020 die uneingeschränkte Rückkehr in den Flächentarifvertrag.

Ralf Göttel, Vorsitzender der Geschäftsleitung bei Benteler Automotive: »Dank der Zugeständnisse unserer Mitarbeiter ist die dringend erforderliche Investitionssicherheit für die deutschen Standorte jetzt wieder gegeben.«

Unseren ausführlichen Artikel lesen Sie am Donnerstag im WESTFALEN-BLATT.

Kommentare

Arbeitnehmer verzichten auf Leistungen

Das kann ja wohl alles nicht wahr sein! Die Arbeitnehmer verzichten und der Arbeitgeber lacht sich schlapp. In der heutigen Zeit kann man mit dem Arbeitnehmer wohl alles machen, oder? Und was ist das für ein Betriebsrat und eine Gewerkschaft, die dies alles mitmachen? Oder bezahlt diese Firma jedem Mitarbeiter ein Chefgehalt, daß man auch zustehende Zuschläge wie für einen 16-Stundentag (!) klaglos verzichten kann?

Na sowas...

Seit Jahren erzählt uns doch die Bundesregierung es geht uns so gut wie nie zuvor. Kürzungen gegen Arbeitsplatzsicherheit? Anscheinend ist Paderborn die bundesweite Ausnahme, wo hier ein großes Unternehmen nach dem anderen schließt.

2 Kommentare

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