Bundeskanzler Helmut Kohl kam am 24. Oktober 1996 zur Eröffnung
Computermuseum wird 20 Jahre alt

Paderborn (WB). Zur Einweihung am 24. Oktober 1996 kamen sogar der damalige Bundeskanzler Helmut Kohl und seine Frau Hannelore nach Paderborn. Auf den Tag genau 20 Jahre nach der Eröffnung beginnt im Heinz-Nixdorf-Museumsforum (HNF) die Jubiläumswoche.

Dienstag, 11.10.2016, 14:19 Uhr
Schulklassen machen einen Großteil der Besucher im HNF aus – nicht nur bei der Sonderausstellung »Computer.Medizin« im Rekordjahr 2007.
Schulklassen machen einen Großteil der Besucher im HNF aus – nicht nur bei der Sonderausstellung »Computer.Medizin« im Rekordjahr 2007.
Bundeskanzler Helmut Kohl kam am 24. Oktober 1996 zur Eröffnung des Museums mit seiner Ehefrau Hannelore nach Paderborn.

Bundeskanzler Helmut Kohl kam am 24. Oktober 1996 zur Eröffnung des Museums mit seiner Ehefrau Hannelore nach Paderborn. Foto: HNF/Jan Braun

Rund 100 Millionen D-Mark aus dem Erbe des verstorbenen Computerpioniers Heinz Nixdorf investierte die Firmenstiftung »Westfalen« in die Planung und den Aufbau des größten Computermuseums der Welt. Der Berliner Architekt Prof. Ludwig Thürmer hatte von Heinz Nixdorf persönlich schon zwei Jahre vor dessen Tod den Auftrag erhalten, sich Gedanken über den Aufbau eines Computermuseums zu machen.

Die Stiftung »Westfalen«, die das Nixdorf-Erbe verwaltet, fasste 1992 den konkreten Beschluss zum Aufbau eines solchen Hauses. Vier Jahre wurde an der Konzeption gefeilt, bevor im Oktober 1996 – ein Jahr später als ursprünglich geplant – die Dauerausstellung zur Geschichte und Entwicklung der Kommunikation in der ehemaligen Nixdorf-Hauptverwaltung an der Fürstenallee ihre Pforten öffnen konnte.

6000 gesammelte historischen Exponate

»Man spürt, was Heinz Nixdorf geleistet hat, man spürt das Fortwirken seiner Ideen«, zeigte sich Bundeskanzler Helmut Kohl bei der Eröffnung in Paderborn begeistert von dem, was die Planer auf die Beine gestellt hatten. Mit Joachim Gauck stattete erst kürzlich der mittlerweile bereits vierte Bundespräsident dem HNF seinen Besuch ab.

In einer fünf Jahrtausende umfassenden Zeitreise geht es auf 6000 Quadratmetern Präsentationsfläche in drei Ebenen des Hauses von der Erfindung der Schrift und der Zahlen in Mesopotamien über die Erfindung früher Rechenmaschinen bis in die moderne Computer-Ära hinein. Rund ein Drittel der 6000 gesammelten historischen Exponate werden in der Dauerausstellung präsentiert.

Zu den besonderen Schaustücken der Sammlung gehören zum Beispiel die Leibniz-Maschine, ein Nachbau des »Schach-Türken«, die im Zweiten Weltkrieg von der deutschen Wehrmacht zur Verschlüsselung von Funksprüchen entwickelte Enigma-Kodiermaschine und der erste PC. An Audio- und Videostationen kann man sich zum Beispiel ein Interview mit Konrad Zuse zu seinem Computer Z11 anhören oder einen Werbespot von »Frauengold« zum 1950er Büro verfolgen.

100.000 Besucher Jahr für Jahr

Neben der Dauerschau präsentiert das HNF in fast jedem Jahr eine Sonderausstellung zu historischen, gesellschaftlichen oder wissenschaftlichen Themen aus dem Bereich der Computerwelt. Zu Besuchermagneten entwickelten sich dabei die drei Ausstellungen »Computer.Gehirn« (2001/02), »Computer.Medizin« (2006/07) und »Computer.Sport«, die im Jahr 2009 auch Schauplatz einer Live-Sendung des »Aktuellen Sportstudios« im ZDF wurde.

Doch nicht nur als museale Einrichtung, sondern vor allem auch als Konferenz-, Veranstaltungs- und Begegnungsstätte erfüllt das HNF mit seinem knapp 400 Zuhörer fassenden Auditorium, dem weitläufigen Foyer und mehreren Tagungsräumen die Vorgaben seiner Ideengeber. Hier tauschen sich Wissenschaftler aus, messen sich Schüler in MINT-Wettbewerben und schlagen beim europaweit größten »Drums ‘n’ Percussion«-Festival rhythmisch die ­Stöcke.

Gäste des Computermuseums kommen längst aus allen Teilen Deutschlands und dem benachbarten Ausland. Gut 100.000 Besucher zählt das Haus Jahr für Jahr. Sein bisheriges Rekordjahr verzeichnete das HNF 2007. Damals strömten 165.000 Besucher in die Einrichtung an der Fürstenallee.

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