Keine Tuning-Treffen auf öffentlichen und privaten Flächen am Feiertag
Stadt verbietet Car-Freitag

Paderborn (WB/vah). Die Stadt Paderborn hat alle Treffen von Autotunern an Karfreitag verboten. Im gesamten Stadtgebiet – auf öffentlichen wie auch auf privaten Flächen – darf es keine Zusammenkünfte geben.

Freitag, 07.04.2017, 12:40 Uhr aktualisiert: 07.04.2017, 13:54 Uhr
Der Pohlweg in der Nähe der Universität Paderborn war in der Vergangenheit ein Treffpunkt für Autotuner am Karfreitag. Foto: Besim Mazhiqi
Der Pohlweg in der Nähe der Universität Paderborn war in der Vergangenheit ein Treffpunkt für Autotuner am Karfreitag. Foto: Besim Mazhiqi

In den vergangenen Jahren hatte es am Karfreitag regelmäßig große Treffen von Autotunern in Paderborn gegeben. Zum Teil hatten sich mehreren Tausend Teilnehmer zum so genannten Car-Freitag getroffen. Allein im vergangenen Jahr waren es etwa 2000 aufgemotzte Fahrzeuge im Stadtgebiet – und das trotz widriger Witterungsverhältnisse.

Der Zustrom von Tunern, die an diesem stillen Feiertag aus ganz Deutschland nach Paderborn kommen, habe dabei stetig zugenommen, berichtet die Stadt. Die Zusammenkünfte in der Innenstadt hatten aber immer wieder zu Beschwerden von Anwohnern geführt, die sich in ihrem Recht auf Feiertagsruhe massiv gestört fühlten. Mit dem Verbot solcher Treffen ziehen Stadt und Polizei jetzt die Notbremse.

Massive Verkehrsbehinderungen

In der Vergangenheit sei es immer wieder zu massiven Verkehrsbehinderungen, gefahrenträchtigen Fahrmanövern und extremen Ruhestörungen (laute Motorengeräusche, quietschende Reifen, stundenlanges Hin- und Herfahren) gekommen, berichten Stadt und Polizei in einer gemeinsamen Erklärung. Zuschauer oder unbeteiligte Dritte seien dabei in Gefahr geraten – auch weil die Treffen für illegale Rennen genutzt worden seien. Darüber hinaus hatte es zahlreiche Tempoverstöße von Tuningteilnehmern gegeben.

»Die Treffen, für die in der Vergangenheit im Wesentlichen über die sozialen Medien geworben wurde, haben Veranstaltungscharakter, ohne dass es allerdings einen verantwortlichen Veranstalter oder Organisatoren gibt. Sich daraus ergebene Pflichten (wie die Absprachen mit Stadt und Polizei) sind aber nicht wahrgenommen worden«, heißt es in der Erklärung weiter. Das hat nun Konsequenzen.

Platzverweise möglich

Sollten sich Tuner trotz des Verbots am Karfreitag in Paderborn treffen, müssen sie damit rechnen, dass ihre Personalien aufgenommen werden, ein Platzverweis erteilt und eine Ordnungswidrigkeitenanzeige gefertigt wird, machen Polizei und Ordnungsamt deutlich. Sollte dem Platzverweis nicht nachgekommen werden, müsse das Fahrzeug sichergestellt werden.

Die Stadt und die Kreispolizeibehörde Paderborn betonen, dass mit den Maßnahmen keine »Kriminalisierung« der Szene erfolgen soll, sondern der Schutz von Anwohnern und die Einhaltung der Karfreitagsruhe im Vordergrund stehen. Appell der Behörden an die Tuner: »Erst gar nicht nach Paderborn kommen!«

Kommentare

Friedhelm Meyer  schrieb: 07.04.2017 13:02
1988 gab es in Bielefeld, parallel zur Herforderstraße, ein legales Beschleunigungsrennen mit Zeitmessung und großer LED-Anzeige. Jeder mit für den Straßenverkehr zugelassenem Auto oder Motorrad konnte teilnehmen. Eine Startgebühr wurde erhoben. Es war für die Zuschauer kostenlos. Wahrscheinlich finanzierte es sich durch die Bier- und Pommesbuden. Ich habe es als eine hervorragende Veranstaltung die ganzen Jahre positiv in Erinnerung behalten.
1 Kommentare
Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/4754234?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198401%2F2512560%2F
BGE: Deckgebirge in Gorleben nicht ausreichend für Endlager
Stefan Studt (r.), BGE-Vorsitzender und Steffen Kanitz, Mitglied der Geschäftsführung der BGE, zeigen eine Landkarte mit Teilgebieten für die Endlagersuche.
Nachrichten-Ticker