Großkontrollen an den Einfallstraßen – Ostermontag weiteres Treffen geplant
Polizei verdrängt Tuningszene aus Paderborn

Paderborn (WB/per). Erstmals hatte die Stadt Paderborn im Vorfeld von Karfreitag ein Verbot für Zusammenkünfte der Autotuningszene ausgesprochen – und das sowohl auf öffentlichen als auch privaten Plätzen. Das Konzept der Polizei griff. Bis zum frühen Abend blieben größere Fahrzeugansammlungen im Stadtgebiet aus. Erst gegen Mitternacht gab es größere Ansammlungen von Tunern an der Uni und in Schlangen. Für Ostermontag allerdings sind neuerliche Treffen von Autotunern geplant.

Freitag, 14.04.2017, 16:52 Uhr aktualisiert: 15.04.2017, 10:43 Uhr
An der Abfahrt zum Flughafen kontrollierte die Polizei alle Fahrzeuge, die augenscheinlich getunt waren – so wie diesen 305 PS starken Ford Focus RS. Foto: Jörn Hannemann
An der Abfahrt zum Flughafen kontrollierte die Polizei alle Fahrzeuge, die augenscheinlich getunt waren – so wie diesen 305 PS starken Ford Focus RS. Foto: Jörn Hannemann

»Car-Freitag«: Polizei kontrolliert Autos der Tuning-Szene

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Die Polizei hatte an vielen Einfallstraßen nach Paderborn Kontrollstellen aufgebaut und winkte konsequent alle Autos, die dem Anschein nach getunt waren, aus dem laufenden Verkehr. So zum Beispiel auch auf der Landesstraße 776 in Höhe der Abfahrt zum Flughafen. »Nahezu jedes zweite Fahrzeug, das hier vorbeikommt, ist getunt«, sagte Polizeisprecher Ulrich Krawinkel.

Seine Kollegen inspizierten Fahrzeugscheine, ob Änderungen am jeweiligen Auto eingetragen waren, und nahmen zudem selbst Maß, kontrollierten zum Beispiel die Bodenfreiheit der oftmals tiefergelegten Wagen. Das wurde einem Fahrzeughalter am späten Mittag zum Verhängnis. Gerade einmal fünf Zentimeter betrug der Abstand zwischen Unterboden und Straße. Konsequenz: Das Auto wurde abgeschleppt und bis zur Überprüfung durch einen Gutachter an die Kette gelegt. »Das geht dann schon in den vierstelligen Bereich, was die Kosten für den Halter angeht«, sagte Krawinkel. Wegen nicht eingetragener Veränderungen am Auto verhängten die Ordnungshüter zudem zahlreiche Verwarn- und Bußgelder. Zudem gab es im Kreisgebiet zahlreiche Tempokontrollen.

100 aufgemotze Autos auf A44-Rastplatz

Die Autotuningszene disponierte angesichts des Verbotes der Stadt Paderborn kurzerhand um und verlagerte das alljährliche Zusammenkommen an Karfreitag in den Nachbarkreis Soest. Auf einem Lkw-Parkplatz an der A44 bei Geseke ballten sich am Nachmittag mehr als 100 aufgemotzte Fahrzeuge.

Die Polizei wurden nach Auskunft Ulrich Krawinkels von Kräften aus den Nachbarkreisen und zudem aus einer Hundertschaft unterstützt, um jegliche Treffen zu unterbinden. »Waren es vor acht, neun Jahren noch ein paar hundert Tuner, die sich in Paderborn getroffen haben, waren es im vergangenen Jahr bereits 2000 Fahrzeuge. Es geht dabei um den Schutz Dritter. 90 Prozent aus der Szene sind unproblematisch, aber es gibt eben auch einen Teil, der vieles kaputt macht, und zwar zum Beispiel mit Beschleunigungsrennen oder so genannten Burnouts.«

»Autotuning ist ein Hobby wie viele andere auch. Es ist nicht fair, dass alle über einen Kamm geschoren werden«

Auto-Fan Fabian Meßler

In der Tuningszene selbst kam das Verbot der Stadt Paderborn nicht gut an. Fabian Meßler, der mit seinem Ford Focus RS (305 PS) am Flughafenzubringer in eine Polizeikontrolle geriet, nannte das Verbot »Schwachsinn«. »Autotuning ist ein Hobby wie viele andere auch. Es ist nicht fair, dass alle über einen Kamm geschoren werden, nur weil einige andere, die auch zumeist noch von außerhalb kommen, durch ihr Verhalten negativ auffallen.« Der Einzelhandelskaufmann aus Paderborn kam vergleichsweise glimpflich davon. Er musste 50 Euro Strafe zahlen, weil am Wagen vorgenommene Veränderungen am Fahrwerk nicht korrekt eingetragen waren. »Ich habe den Wagen vergangenes Jahr so gekauft und wusste nicht, dass das ein Problem sein könnte. Ich fahre nächste Woche zum TÜV, lasse es richtig eintragen, und dann passt alles«, versprach Fabian Meßler.

Tuning-Szene will sich am Ostermontag treffen

Die Tuningszene hat derweil in sozialen Netzwerken angekündigt, aus dem Carfreitag, einen Carmontag zu machen. Demnach soll es nun am Ostermontag ein Treffen in Paderborn geben – denn dann gilt das Verbot der Stadt Paderborn nicht mehr. Allerdings müssen die Teilnehmer auch dann wieder damit rechnen, dass ihre Fahrzeuge kontrolliert und Verstöße geahndet werden. »Wir sind vorbereitet und werden mit entsprechenden Kräften vor Ort sein«, kündigte Polizeisprecher Ulrich Krawinkel an.

Kommentare

Bomber  schrieb: 14.04.2017 19:56
Verbot für die Tuningzene
Schön das wenn es etwas zu verdienen gibt immer genug Beamte zur Verfügung stehen.Siehe auch Blitzermaraton. Verbote öffentliche Plätze zu benutzen ? Gut das für den heutigen Tag die Kfz Steuer erstattet wird.Einschränkung der persönlichen Rechte nennt man soetwas. Bei Einbrüchen, Diebstählen sowie Sexueller Übergriffen oder nur zum Schutz der Bevölkerung sind leider nicht genug Beamte verfügbar.Armes Deutschland.
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