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Mi., 08.11.2017

Paderbornerin Melina Jürgens hat die Hauptrolle in »Hellblade« Wie eine Reise ins Ich

Die keltische Kriegerin Senua kämpft im neuen Computerspiel »Hellblade« gegen Wikinger, Monster, Götter und ihre eigenen Psychosen. Kritiker loben das Spiel als »schnörkellos« und »thematisch innovativ«. Es ist für PC und Playstation 4 im Handel erhältlich.

Die keltische Kriegerin Senua kämpft im neuen Computerspiel »Hellblade« gegen Wikinger, Monster, Götter und ihre eigenen Psychosen. Kritiker loben das Spiel als »schnörkellos« und »thematisch innovativ«. Es ist für PC und Playstation 4 im Handel erhältlich. Foto: Ninja Theory

Von Jürgen Vahle

Paderborn (WB). Senua ist eine keltische Kriegerin. Doch ihr Leben am Ende des 7. Jahrhunderts ist ein einziger Horror. Ihr Clan wird von Wikingern ermordet, ihr Geliebter Dillion auf bestialische Weise hingerichtet. Die Geschichte, die im neuen Computerspiel-Hit »Hellblade« erzählt wird, ist nichts für Zartbesaitete – doch es wird von Kritikern hoch gelobt. Und das liegt an einer Paderbornerin: Melina Jürgens.

Traumatischen Weg nach Helheim

Die 26-Jährige hat in dem PC-Spiel »Hellblade – Senua’s Sacrifice« die Hauptrolle übernommen. In Video-Sequenzen zwischen den Spielabschnitten treibt sie die Geschichte voran.

Beim Spielen blickt der Gamer quasi durch ihre Augen auf das Geschehen und begibt sich mit ihr auf einen traumatischen Weg nach Helheim. Dort will Senua die nordische Totengöttin Hela auffordern, ihren geliebten Dillion zurückzubringen.

Spielen im Motion-Capture-Anzug

Ninja Theory Spielen im Motion-Capture-Anzug.

Für die Dreharbeiten schlüpfte Melina Jürgens in einen so genannten Motion-Capture-Anzug. Vor neutralem Hintergrund spielte sie die Szenen, die gefilmt und anschließend in das Spiel programmiert wurden.

»Ich kämpfe gegen Monster, die ich nicht sehe, oder spreche mit Menschen, die nicht anwesend sind. Außerdem trage ich einen Helm, an dem Kameras und Lichter befestigt sind, die mir direkt in die Augen scheinen. Jede körperliche Bewegung und jeder Gesichtszug werden im Detail aufgenommen. Selbst die Nasenhaare bleiben da nicht verschont«, berichtet sie.

Zur Person

Melina Jürgens (26) ist in Paderborn geboren und hat zunächst das Gymnasium Geseke besucht. Mit 16 Jahren zog sie nach England und ging dort auf das Internat Ellesmere College. In Berlin absolvierte sie anschließend eine Ausbildung zur Fotografin und besuchte schließlich an der Met Film School in London Video-Editing-Kurse, bevor sie bei Spieleentwickler Ninja Theory begann. In Paderborn ist sie immer noch oft zu Besuch: Tanten und Onkel, Oma und Opa, Cousinen und Cousins und Freunde leben dort.

Seit fünf Jahren bei »Ninja Theory«

Melina Jürgens arbeitet bereits seit fünf Jahren beim Spieleentwickler »Ninja Theory« im englischen Cambridge – allerdings als Video-Editor. Als die eigentlich vorgesehene Senua-Schauspielerin absprang, wurde kurzfristig Ersatz gesucht – zunächst nur als Testperson für verschiedene technische Experimente.

Doch Melina Jürgens spielte die teils verstörenden Szenen so gut, dass sie auch ohne Schauspiel-Ausbildung den Job angeboten bekam. Dabei war die Rolle für die gebürtige Paderbornerin quasi eine Reise ins Ich, da sie wie Senua selber schon unter Angstzuständen gelitten hat. »Hellblade« ist das erste Computerspiel, in dem psychische Störungen der Hauptperson eine zentrale Rolle spielen.

»Schrecklich frustrierende Diät«

Die körperliche Fitness für die Rolle holte sich Melina Jürgens bei einem Personal-Trainer und absolvierte eine »schrecklich frustrierende Diät«. Gewichte stemmen und Trainingsstunden in Mixed-Martial-Arts und Jiu-Jitsu gehörten monatelang dazu. »Heute sitze ich auf meiner Wohnzimmer-Couch und spiele mich selbst als Videospiel-Heldin. Ich kann alles noch nicht wahr haben«, berichtet die 26-Jährige.

Video-Editorin macht Schauspiel-Karriere

Jetzt will sie neben ihrer Tätigkeit als Video-Editor auch ihre Schauspiel-Karriere vorantreiben und sich bei Agenturen bewerben. »Wer weiß, vielleicht gibt es ja noch ein Hellblade 2. Ich hätte auch nichts gegen einen Hellblade-Kinofilm«, berichtet sie. Aber eigentlich will sie gar nicht so weit voraus planen, »da mein Leben und meine Arbeit immer voller Überraschungen stecken. Meine Mutter sagt immer, ich sei wie eine Zigeunerin – immer in der Weltgeschichte unterwegs.«

»Hellblade: Sensua’s Sacrifice« ist für PC und Playstation 4 erschienen und auf der Games-com Köln erstmals in Deutschland präsentiert worden.

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