Mi., 10.01.2018

Ministerin spricht bei Frauen-Union über Gleichberechtigung »Wir müssen noch kämpfen«

Sprachen beim Neujahrsempfang der CDU-Frauen-Union Paderborn auch über Landespolitik: (von links) Landrat Manfred Müller, Paderborns Bürgermeister Michael Dreier, Ministerin Ina Scharrenbach, die Vorsitzende des Frauen-Union-Stadtverbands Paderborn, Helga Gelhar, die Kreisvorsitzende der Frauen-Union, Maria Junge, Altbürgermeister Wilhelm Lüke sowie Landtagsabgeordneter Daniel Sieveke.

Sprachen beim Neujahrsempfang der CDU-Frauen-Union Paderborn auch über Landespolitik: (von links) Landrat Manfred Müller, Paderborns Bürgermeister Michael Dreier, Ministerin Ina Scharrenbach, die Vorsitzende des Frauen-Union-Stadtverbands Paderborn, Helga Gelhar, die Kreisvorsitzende der Frauen-Union, Maria Junge, Altbürgermeister Wilhelm Lüke sowie Landtagsabgeordneter Daniel Sieveke.

Paderborn (WB). Beim Neujahrsempfang der Paderborner CDU-Frauen-Union hat Heimat-Ministerin Ina Scharrenbach (CDU) das Thema Gleichstellung in den Mittelpunkt ihres Vortrages gerückt. Die 41-jährige Landespolitikerin ist auch Vorsitzende der Frauen-Union Nordrhein-Westfalen.

Scharrenbach berichtete über »100 Jahre gleiche Rechte – 100 Jahre gleichberechtigt?« Die Gleichberechtigung von Frauen in Deutschland sei noch nicht vollzogen. Zwar werde dieses Jahr der 60. Geburtstag des Gleichstellungsgesetzes gefeiert, doch bis zur flächendeckenden Umsetzung müssten noch viele dicke Bretter gebohrt werden.

Frauen seien für die Politik unerlässlich

»Wir müssen leider immer noch kämpfen, etwa wenn es um die garantierte Rückkehr aus der Teilzeit in die Vollzeit geht«, sagte die Ministerin. Zementiere man diese allerdings in ein Gesetz, müssten Frauen damit rechnen, irgendwann überhaupt nicht mehr eingestellt zu werden. Scharrenbach betonte: »Dabei braucht die Politik Frauen, weil sie losgelöst von männlichem Kompetenzgehabe einen anderen Blick auf Gesellschaft und oftmals ganz andere politische Lösungsansätze haben.« Mit dem jüngsten Säbelrassen von US-Präsident Trump und Nordkoreas Diktator Kim, wer denn nun den größten Atomknopf habe, gab sie ein Beispiel für »Verantwortungslosigkeit dieser beiden Männer im Umgang mit dem Weltfrieden«.

Auch Europa brauche starke Frauen zur Vereinigung der Völker nach zwei verheerenden Kriegen und nicht enden wollenden Pro­blemen der bisherigen Europapolitik. »Frauen erkennen und treten ein für den Wert Europas und beschränken sich nicht nur auf die Positionen und Probleme mit Flüchtlingen und Finanzen«, führte die Ministerin aus. Es gelte jetzt, die Lebensbedingungen der Menschen in ihren Herkunftsländern grundlegend und dauerhaft zu verbessern. Unter dem Applaus der 100 Mitglieder der FU Paderborn und der Spitzenvertreter aller kommunalpolitischen Vereinigungen im Kreis forderte die Ministerin mehr Frauen in den Kreis-, Stadt- und Ortsparlamenten. »Wir brauchen eine bessere Durchmischung, um alle Gruppen in der örtlichen Politik vertreten zu haben. Frauen sehen und spüren mehr als Männer. Und Männer müssen endlich zulassen, dass wir Frauen uns stärker einbringen wollen und können.«

Frauen fehle häufig die Zeit, sich aktiv in der Politik zu engagieren

Sie stellte selbstkritisch fest, dass es weiter schwer sei, Frauen für aktive Politik zu gewinnen und sie zu überzeugen, in die Räte zu gehen. »Das liegt sicher auch daran, dass sie im Beruf und im häuslichen Umfeld stärker gefordert sind. Aber ich glaube, dass man diese Zeit erübrigen kann, wenn man nur die Bereitschaft dazu mitbringt.« Absolut lächerlich sei es, wenn Frauen sich immer wieder Qualitätsdebatten stellen müssten.

Als Wohnungsbauministerin kündigte Ina Scharrenbach eine Wende in der Landes-Baupolitik an: »Wir brauchen Wohnungen, die das ganze Leben begleiten, deshalb müssen alle künftigen Wohnungen von vornherein barrierefrei sein.« Dies gelte für den Kinderwagen genauso wie für den Rollstuhl.

Die Gastgeberin des Neujahrsfrühstücks im Dörenhof, FU-Vorsitzende Helga Gelhar, blickte auf zwei Wahlkämpfe mit guten Ergebnissen für Carsten Linnemann und Daniel Sieveke. Gerade weil sich die Frauen-Union so stark eingebracht habe, sei sie aber enttäuscht, dass bei der Nachwahl eines stellvertretenden Bürgermeisters in Paderborn keine Mehrheit für die Kandidatinnen zustande gekommen sei und ein Mann bevorzugt wurde.

Gelhar wies auch auf einen Festtag hin: Am 7. September wird kreisweit das 70-jährige Jubiläum der Frauen-Union begangen. Bürgermeister Michael Dreier lud die Ministerin ein zur Einweihung der Königsplätze, in die 13,5 Millionen Euro investiert worden seien.

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