MIT in Paderborn kritisiert das Verhalten der Deutschen Umwelthilfe
»Stickoxid-Grenzwerte hinterfragen«

Paderborn (WB). Die Deutsche Umwelthilfe droht weiter damit, Dieselfahrverbote in Innenstädten gerichtlich durchzusetzen. Das hat Jürgen Resch, Geschäftsführer der Organisation, am Wochenende noch einmal deutlich gemacht. Er erntet dafür scharfe Kritik des Paderborner Mittelstandes.

Dienstag, 13.02.2018, 09:56 Uhr aktualisiert: 13.02.2018, 10:04 Uhr
Wie hier an der Bahnhofstraße wird an mehreren Messstellen in Paderborn die Feinstaubbelastung ermittelt. Foto: Jörn Hannemann
Wie hier an der Bahnhofstraße wird an mehreren Messstellen in Paderborn die Feinstaubbelastung ermittelt. Foto: Jörn Hannemann

Friedhelm Koch, Vorsitzender der CDU-nahen Mittelstandsvereinigung MIT in der Stadt Paderborn nennt das Vorgehen der Deutschen Umwelthilfe »skandalös«. Es gefährde den Wirtschaftsstandort Deutschland und damit »den sozialen Frieden in diesem Land«, schreibt Koch in einer Pressemitteilung.

Friedhelm Koch ist Vorsitzender des MIT Paderborn.

Friedhelm Koch ist Vorsitzender des MIT Paderborn.

Wie mehrfach berichtet, sind an einigen Stellen in Paderborn, so an der Bahnhof- und Friedrichstraße, Stickoxid-Werte (NOx) gemessen worden, die leicht über den Grenzwerten der EU von 40 Mikrogramm liegen. Genau diesen Grenzwert zweifelt Friedhelm Koch massiv an. Auch die Industrie- und Handelskammer hatte die Art der Messung zuletzt kritisiert und eine neue Untersuchung gefordert.

Für Friedhelm Koch steht fest, dass falsche Experten der Weltgesundheitsorganisation WHO den Grenzwert für Stickoxide festgelegt hätten, der von der EU übernommen worden sei. »Aus wissenschaftlicher Sicht hätten Toxikologen diese Werte festlegen müssen. Professor Helmut Greim von der TU München hält diese Festlegungen daher für ›Schmarrn‹«, berichtet Koch.

In Produktionshallen dürfe der gemessene Wert 950 mg/m³ betragen, »hier halten sich die Menschen mindestens acht Stunden auf«, berichtet Koch. An der Paderborner Friedrichstraße halte sich niemand acht Stunden auf, hier liege der Wert jedoch bei 40 mg/m³. »Warum man acht Stunden den 24-fachen Wert ertragen kann, wenn man Handwerker oder Industriearbeiter ist, aber Deutschlands Autoflotte verschrottet werden soll, wenn man sich kurzzeitig als Fußgänger zum Westerntor bewegt, ist ein Faktum, das immer mehr Bürger an der Politik verzweifeln lässt. Wer klagt da eigentlich und mit welchen Absichten?«, fragt Koch.

Es sei Aufgabe der nächsten Bundesregierung, gegen absolut zweifelhafte Grenzwerte vorzugehen, die auf der ganzen Welt nur in Deutschland intensiv ermittelt werden. Sollte es zu großflächigen Fahrverboten kommen, könnte die Bürgerschaft in ungeahnter Weise zu Protesten bewegt werden. »Das sollte sich niemand wünschen. Vielleicht genügt es, wenn einige Politiker sich kneifen, um zu realisieren, welches dekadente Spiel mit uns gespielt wird«, schreibt Koch.

Auch in Salzkotten werden seit kurzem Schadstoffwerte an der viel befahrenen B 1 gemessen.

Kommentare

M. Schäder  schrieb: 15.02.2018 10:26
Fachmann!?
Ich hoffe, der Mann kennt sich wenigstens mit Farben aus. Prof. emeritus Greim ist bekanntermaßen ein von der Industrie bezahlter Lobbyist, der wohl im wesentlichen von bezahlten "Gefälligkeitsgutachten" lebt.
Die Bedingungen unter denen in der Arbeitswelt für NOX 950 mg/m³ gelten, sind in keiner Weise vergleichbar, wenn es um die dauerhafte Ein-/Auswirkung (24h, 365T/J) auf Kinder, Alte und Kranke geht.
Man möchte meinen, Herr Wissmann u.a. Autolobbyisten haben diesen Beitrag vorformuliert. Schade.
1 Kommentare
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