Hornbach erneut Thema in der Politik: Blick auf den Quinhagen
Schleichverkehr ausbremsen

Paderborn (WB). Wenn der Hornbach-Baumarkt an der Stadionallee gebaut wird, soll auch die Straße Im Quinhagen, die zum Teil als Spielstraße ausgewiesen ist, noch einmal in den Blick genommen werden. Denn die wird offenbar auch heute schon als Schleichweg missbraucht.

Dienstag, 08.05.2018, 15:13 Uhr aktualisiert: 08.05.2018, 15:16 Uhr
Im Quinhagen in Schloß Neuhaus sind vor allem Fahrer unterwegs, die die Strecke als Schleichweg nutzen. Dem will die Stadt unabhängig von den Baumarkt-Plänen an der Stadionallee einen Riegel vorschieben. Foto: Jörn Hannemann
Im Quinhagen in Schloß Neuhaus sind vor allem Fahrer unterwegs, die die Strecke als Schleichweg nutzen. Dem will die Stadt unabhängig von den Baumarkt-Plänen an der Stadionallee einen Riegel vorschieben. Foto: Jörn Hannemann

Damit hat ein ergänzendes Verkehrsgutachten, das Hornbach nach einer Anwohnerinformationsveranstaltung im Oktober in Auftrag gegeben hat, deren Beschwerden über zu hohes Verkehrsaufkommen im Quinhagen untermauert. Die Anwohner hatten ihre Bedenken im Rahmen des Bauleitverfahrens zum Ausdruck gebracht, mit dem Baurecht für den Baumarkt mit 18.600 Quadratmeter Gesamtfläche inklusive Drive-In-Bereich geschaffen werden soll. Diskutiert werden das Gutachten und die geäußerten Bedenken jetzt in den politischen Gremien. Start ist am Dienstag, 15. Mai, im Bezirksausschuss Schloß Neuhaus/Sande, weiter geht es am Mittwoch im Bezirksausschuss Elsen, und entscheiden soll der Bauausschuss am Donnerstag, 17. Mai (18 Uhr, Technisches Rathaus).

Nutzung durch Benteler-Mitarbeiter

Die Anwohner hatten angegeben, dass die Straße Im Quinhagen auch heute schon als Schleichweg genutzt werde, zu einem großen Teil durch Mitarbeiter der Firma Benteler. Zudem würden die Geschwindigkeitsbegrenzungen – im Bereich der Spielstraße gilt Tempo sieben – nicht eingehalten. Aufgrund der vielen Autos bleibe für Fußgänger und Radfahrer, die die sehr schmal ausgebaute Straße häufig nutzen, zu wenig Raum.

Die meisten Anlieger, die Bedenken vorgebracht haben, haben sich laut Verwaltungsvorlage für eine Sperrung der Straße für den Durchgangsverkehr ausgesprochen. Andere seien allerdings explizit gegen eine Sperrung, da eine Durchfahrtsmöglichkeit sowohl für den Tier- und Gartenmarkt Ellenbürger, der direkt an der Straße liegt, als auch für die Landwirtschaft wichtig sei.

Verkehrszählung im Quinhagen

Um die Lage vor Ort besser beurteilen zu können, hat die Stadt im November an drei Tagen eine Verkehrszählung im Quinhagen durchgeführt. Ergänzend hat das mit dem Verkehrsgutachten beauftragte Ingenieurbüro Anfang Januar die Verkehrsteilnehmer nach ihrem Ziel und ihrem Startpunkt befragt. Dabei hat sich ergeben, dass 82 Prozent der Befragten den Quinhagen, der täglich im Schnitt von 1587 Fahrzeugen (159 in der Spitzenstunde) passiert werde, tatsächlich nur als Durchfahrtsstraße nutzten. »Im Bestand ist somit tatsächlich ein intensiver Schleichverkehr auf dieser Straße gegeben«, schreibt die Technische Beigeordnete der Stadt, Claudia Warnecke, daher in ihrer Beschlussvorlage.

Der Gutachter geht davon aus, dass mit noch mehr Durchgangsverkehr auf dem Quinhagen zu rechnen ist, wenn die Stadt nichts dagegen unternehme. Im schlechtesten, und seiner Einschätzung nach völlig unrealistischen Fall, rechnet er aufgrund des Baumarktes auf dieser Straße aber höchsten mit 460 Fahrzeugen mehr pro Tag (34 mehr in der Spitzenstunde). Er erwartet vielmehr, dass der zusätzliche Verkehr durch den Hornbach-Markt nur eine untergeordnete Rolle im Verhältnis zum derzeitigen Durchgangsverkehr spiele. Deshalb sei das Bauvorhaben Hornbach nicht Auslöser für verkehrsregulierende Maßnahmen in der Straße im Quinhagen.

Die Verwaltung will daher unabhängig von dem Baumarkt-Vorhaben »zeitnah« mögliche Lösungen für den Quinhagen erarbeiten. Die Einwendungen der Anlieger sollen berücksichtigt werden.

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