Di., 12.06.2018

Ärger über deutliche Zunahme der Senne-Sperrzeiten Im Juli soll es besser werden

Die Durchgangsstraße durch die Senne waren in den vergangenen Wochen nahezu dauerhaft gesperrt. Erst im Juli soll es besser werden, versprechen die Briten, die auf dem Truppenübungsplatz zuletzt für Auslandseinsätzen geübt haben.

Die Durchgangsstraße durch die Senne waren in den vergangenen Wochen nahezu dauerhaft gesperrt. Erst im Juli soll es besser werden, versprechen die Briten, die auf dem Truppenübungsplatz zuletzt für Auslandseinsätzen geübt haben. Foto: Jörn Hannemann

Von Maike Stahl

Paderborn (WB). Im gesamten Juni sind die Durchfahrtsstraßen des Truppenübungsplatzes Senne gerade mal für ein Wochenende (23./24.) geöffnet. Das geht nun schon seit Monaten so. Der Unmut vor allem der Pendler, die zum Teil große Umwege in Kauf nehmen müssen, ist so groß, dass sich die Bürgermeister der Anrainergemeinden in der Angelegenheit bereits Ende April an die Britischen Streitkräfte gewandt haben.

In einem Brief an den Kommandanten Ruaraidh McGregor beschreiben die Bürgermeister aus Paderborn, Detmold, Bad Lippspringe, Hövelhof, Augustdorf, Schlangen und Schloß Holte-Stukenbrock, auf deren Gebiet der Truppenübungsplatz liegt: »Die Durchgangsstraßen durch den Truppenübungsplatz Senne sind immer häufiger und länger gesperrt – oft auch dann, wenn von außerhalb des Truppenübungsplatzes keine Übungstätigkeiten wahrnehmbar sind. Traditionelle Veranstaltungen, wie Schnatgänge oder das Haustenbecker Treffen, können nicht mehr stattfinden, weil sie nicht genehmigt werden oder die Anforderungen so stark erhöht werden, dass eine Durchführung unmöglich oder uninteressant wird«, heißt es in dem Schreiben, in dem sie auch an den »Geist der Sennevereinbarung« von 1989 appellieren, die geschlossen wurde, um die zivile Mitbenutzung des Truppenübungsplatzes zu ermöglichen. »Wir akzeptieren den Vorrang der militärischen Nutzung, möchten aber nicht das Gefühl haben, dass wir mehr als unbedingt notwendig aus diesem Teil unserer Heimat ausgesperrt werden.«

Öffnung der Durchgangsstraßen

Daher bitten sie die britischen Streitkräfte, die Sperrungen des Truppenübungsplatzes zu reduzieren und die zivile Mitbenutzung »wenigstens wieder so, wie es noch vor wenigen Jahren üblich war« zu reduzieren.

In seiner Antwort an den Unterzeichner des Schreibens, Augustdorfs Bürgermeister Dr. Andreas J. Wulf, betont Kommandant McGregor, dass die Öffnung der Durchgangsstraßen »weiterhin im Wesentlichen durch militärische Übungen und die Einhaltung der Sicherheitsregeln« vorgegeben sei. Das gelte auch für Übungen ohne Munition, da bei jeder Form taktischer Truppenbewegungen ein Sicherheitsrisiko sowohl für die Soldaten als auch für die Öffentlichkeit bestehe.

Zudem hätten die umfangreichen Aufräumarbeiten nach Sturm Friederike, bei dem unzählige Bäume auf die Straßen geweht worden seien, und der strenge Winter zu weiteren Sperrungen geführt. Die öffentliche Sicherheit gehe vor, auch wenn man dadurch einen weiteren Weg zurücklegen müsse, betont McGregor.

Übungsaktivitäten sind sehr unterschiedlich

Veranstaltungen seien zudem nicht untersagt worden, sondern die Organisatoren seien nicht bereit gewesen ihre Pläne oder die beabsichtigte Route zu ändern, führt McGregor weiter aus. Diese hätte in einigen Fällen aber direkt über eine Schießbahn oder Aufprallfläche geführt. Er verweist auf die durchaus genehmigten Wanderungen der Biologischen Station, deren Führer von Spezialisten für Kampfmittelbeseitigung geschult worden seien.

McGregor versichert in seinem Schreiben, dass er die Angelegenheit sehr ernst nehme und bemüht sei, die Durchgangsstraßen zu öffnen. Das bestätigte auch der Pressesprecher der britischen Streitkräfte Michael Whitehurst auf Anfrage dieser Zeitung. »Im Juli und August werden die Durchgangsstraßen nach den derzeitigen Plänen voraussichtlich wieder regelmäßiger geöffnet sein«, kündigt er an. In der Vergangenheit sei versucht worden, die Straßen auch während des Übungsbetriebs offen zu halten, das habe sich aber nicht bewährt – auch, weil sich nicht alle an die Vorschriften hielten, die unter anderem besagen, dass die ausgewiesenen Durchgangsstraßen nicht verlassen werden dürfen. Die Übungsaktivitäten seien sehr unterschiedlich, in jüngster Zeit sei die Senne aber ausgebucht gewesen, sagt Whitehurst. Das hänge auch mit der Vorbereitung auf Auslandseinsätze – das britische Militär sichert die Nato-Ostflanke in Estland – zusammen, die oberste Priorität habe.

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