Di., 26.06.2018

Bürgerstiftung Paderborn zeichnet Schülerprojekte mit Ehrenamtspreis aus Nach der Schule ins Altenheim

Übergabe der Stele und des Hauptpreises an das Projekt »Fach sozialgenial engagiert« der Heinz-Nixdorf-Gesamtschule (von links): Elke Süsselbeck (2. Vors. Bürgerstiftung), Stephan Kleine (Vorsitzender), Andrea Reck (Schulleiterin), Fachlehrerin Nicole Schaefers und die Schüler Jana Cebanko, Vanessa Schmal, Melissa Schäfers, Merve Veysal, Brooke Cruz und Pascal Kolhoff.

Übergabe der Stele und des Hauptpreises an das Projekt »Fach sozialgenial engagiert« der Heinz-Nixdorf-Gesamtschule (von links): Elke Süsselbeck (2. Vors. Bürgerstiftung), Stephan Kleine (Vorsitzender), Andrea Reck (Schulleiterin), Fachlehrerin Nicole Schaefers und die Schüler Jana Cebanko, Vanessa Schmal, Melissa Schäfers, Merve Veysal, Brooke Cruz und Pascal Kolhoff. Foto: Stienecke

Von Manfred Stienecke

Paderborn (WB). Ein Kurs der Heinz-Nixdorf-Gesamtschule hat den erstmals verliehenen Ehrenamtspreis für Schüler gewonnen, der von der Paderborner Bürgerstiftung ausgelobt worden ist.

»Wir möchten mit dem Preis zu Ideen motivieren und hervorragende Leistungen honorieren«, sagte der Vorsitzende der Bürgerstiftung, Stephan Kleine, am Freitag bei der Preisverleihung im Paderborner Rathaus. Insgesamt neun Schulprojekte waren eingereicht worden. Eine Jury kürte dann die beiden Preisträger. Der mit einer Stele und einer Summe von 1500 Euro dotierte Hauptpreis ging an das »Fach Sozialgenial engagiert« der Heinz-Nixdorf-Gesamtschule. Den zweiten Preis (500 Euro) erhielt das Projekt »Pause – Auszeit für Mütter« des Gymnasiums Schloß Neuhaus.

In der Öffentlichkeit wird häufig geklagt über eine Jugend, die sich angeblich nur noch mit dem Smartphone oder sich selbst beschäftigt. Das beste Gegenbeispiel liefern die Schülergruppen, die sich zu einem großen Teil in ihrer Freizeit sozial engagieren. Sie spielen und basteln mit Kleinkindern in den Kitas, besuchen Senioren in Altenpflegeheimen und verschaffen Müttern ein wenig Freiraum im Alltag, indem sie stundenweise deren Kinder betreuen.

Eine Gruppe des Edith-Stein-Berufskollegs hilft bei der Integration von Flüchtlingen. Die Schüler besuchen sie regelmäßig in den Unterkünften und kommen zum Beispiel beim gemeinsamen Kochen mit den Migranten aus vielen Ländern ins Gespräch. An der Gesamtschule in Elsen gibt es eine »Schiedsrichter-AG«. Hier werden Jugendliche nicht nur für ihre Spielleitung auf dem Fußballplatz ausgebildet. Hier lernen sie auch Selbstbehauptung und das Vorleben von Fairness. Und Fünftklässler des Gymnasiums Theodorianum haben selbst verfasste Gedichte an Passanten in der Stadt verteilt, um ihnen ein bisschen Freude zu schenken.

Nicht rein freiwillig ist allerdings der Einsatz der Schüler aus dem Sieger-Projekt der Heinz-Nixdorf-Gesamtschule. Hier gehört das soziale Engagement als Wahlpflichtfach zum Schulprogramm. Wer sich »sozialgenial« engagieren möchte, muss einmal pro Woche zwei Stunden lang Dienst in einer sozialen Einrichtung verrichten und bekommt am Ende des Schuljahres dafür auch eine Zeugnisnote.

»Die Schüler arbeiten in selbst gewählten ehrenamtlichen Projekten mit«, erläutert Fachlehrerin Nicole Schaefers. »Sie können sich selbst eine Einrichtung suchen oder bekommen von der Schule ein Projekt vermittelt. Wir arbeiten zum Beispiel mit der Bahnhofsmission, dem Reittherapeutischen Zentrum, der DRK-Kleiderkammer und der Tafel zusammen.« Auch ein Einsatz in der Nachmittagsbetreuung von Schulen und Kindergärten oder in Altenheimen sei möglich.

Wenn es gelinge, Jugendliche für den freiwilligen Einsatz zu gewinnen, dann gebe es in der Zukunft weniger Probleme, Leute für das Ehrenamt zu finden, betonte Stephan Kleine in seinen Begrüßungsworten. »Ihr habt gelernt, wie man eine Aufgabe anpackt. Vielleicht ist damit ein Bazillus gesetzt, den man nicht mehr los wird.« Auch der stellvertretende Bürgermeister Bernd Schaefer setzt auf den positiven Effekt: »Ich hoffe, dass ihr erfahren habt, dass das Ehrenamt Freude macht. Der Spaßfaktor ist wichtig!«, lobte er das Engagement der rund 100 Schüler in den neun gemeldeten Projekten.

Der Beauftragte der Bürgerstiftung für das Soziale Lernen, Josef Hackfort, machte aber auch auf das Problem der zunehmenden Vereinzelung in der Gesellschaft aufmerksam. »Da muss die Jugend rauskommen und Aufgaben wahrnehmen«, sagte er. »Sonst geht unsere Gesellschaft kaputt.«

Professionell moderiert wurde die Feierstunde von Julia Ures, die viele beteiligte Schüler zu Wort kommen ließ. Dazu spielte eine Rockband des Gymnasiums Theodorianum, und die Poetry-Slammerin Daniela Sepehri sorgte mit ihren unterhaltsamen Texten für ein kurzweiliges Intermezzo.

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