Di., 03.07.2018

Unzureichende Beschilderung »Entenwanderung« stößt in Paderborn auf Kritik Gefahrenstelle Fischteiche

Zahlreiche Enten und Gänse queren während der Brut- und Sommerzeit die Dubelohstraße – oftmals mit tödlichen Folgen.

Zahlreiche Enten und Gänse queren während der Brut- und Sommerzeit die Dubelohstraße – oftmals mit tödlichen Folgen. Foto: Louis Ruthe

Von Louis Ruthe

Paderborn (WB). Die Fischteiche in Paderborn sind Heimat für zahlreiche Wasservögel. Zwischen den Teichen verläuft die Dubelohstraße. Während der Brut- und Sommerzeit kommt es immer wieder zu gefährlichen Situationen für Tier und Autofahrer. Die Stadt prüft derzeit eine deutlichere Beschilderung der Stelle.

»Für mich sind die Zustände nicht haltbar«, sagt Martin Sundarp. Als Anwohner beobachte er seit Jahren gefährliche Situationen, die für die Tiere immer wieder tödlich enden. »Die Vögel wandern mehrmals am Tag zwischen den Teichen, da es deren Lebensraum ist«, berichtet der 59-jährige Paderborner. Besonders kritikwürdig ist für ihn aber die Beschilderung zwischen den Fischteichen. »Lediglich kleine Schilder weisen von beiden Seiten auf die Situation hin«, sagt Martin Sundarp.

Das bisherige Hinweisschild an der Dubelohstraße stößt auf Kritik. Die Stadt will eine Verbesserung der Beschilderung vor Ort prüfen. Foto: Louis Ruthe

Um auf die spezielle Situation der Querung von Wasservögeln in dem Bereich hinzuweisen, hat das Amt für Umweltschutz und Grünflächen im letzten Jahr besondere Hinweisschilder mit Aufschrift »Achtung! Entenwanderung« anfertigen lassen und in dem Abschnitt an der Dubelohstraße aufgestellt. »Aus der Stadt kommend ist die Beschilderung von einer Ampel verdeckt. Stadteinwärts verschwindet es in einem Schilderwald«, sagt Martin Sundarp. Das sei für ihn nicht akzeptabel. Die Autofahrer würden meistens ohne große Vorwarnung auf die Tiere treffen. »Ihnen kann oftmals kein Vorwurf gemacht werden«, sagt Martin Sundarp. Viele Paderborner würden die Stelle zwar kennen und rechtzeitig abbremsen, aber für Besucher des Naherholungsgebietes oder Auswärtige sei es dort schlichtweg unübersichtlich.

Dubelohstraße als Hauptverkehrsstraße eingestuft

»Das städtische Amt für Umweltschutz und Grünflächen ist sich der Tatsache bewusst, dass sich gerade im Frühjahr Enten gerne auf Wanderschaft begeben und dabei der Dubelohstraße gefährlich nahe kommen und diese queren«, sagt Stadtsprecherin Katharina Multhaupt. Die Stadt appelliere an die Autofahrer, an dieser Stelle besonders aufmerksam zu sein. »Es gibt die Überlegung, diese Standorte dahingehend zu optimieren, dass die Schilder noch deutlich sichtbarer werden«, sagt die Sprecherin. Dieses Vorhaben werde derzeit geprüft.

Die Dubelohstraße ist auf Grund ihrer Bedeutung als Hauptverkehrsstraße eingestuft. Der Abschnitt liegt außerhalb der Ortsdurchfahrt. »Auf Grund der Nutzung der Fischteiche als Naherholungsgebiet ist dort die Höchstgeschwindigkeit auf 50 Kilometer pro Stunde begrenzt. Weiterhin wird in dem Abschnitt durch das Gefahrenzeichen auf einen Wildwechsel hingewiesen«, sagt Katharina Multhaupt. Die Beschilderung sei nach den Vorgaben der Straßenverkehrs-Ordnung (StVO) angeordnet und aufgestellt worden, insbesondere wurde dabei die Nutzung als Naherholungsgebiet berücksichtigt.

Tempo-30-Zone kann nicht umgesetzt werden

»Weitergehende Maßnahmen sind nicht möglich«, sagt die Sprecherin. So könne auch die Anordnung einer Tempo-30-Zone nicht umgesetzt werden. »Tempo-30-Zonen sind nur in Wohngebieten und Gebieten mit hoher Fußgänger- und Radfahrerdichte innerhalb der geschlossenen Ortschaft möglich«. Die Zonenbeschilderung dürfe sich nicht auf Straßen des überörtlichen Verkehrs oder auf Vorfahrtsstraßen erstrecken, zitiert sie die Rechtslage.

Für Martin Sundarp stellt sich nicht die Frage nach einer Tempo-30-Zone: »Es muss eine Lösung zum Schutz der Tiere folgen.«

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