Mi., 04.07.2018

Kampf gegen Schweinepest: Jäger schießen in NRW 60.000 Stück Schwarzwild Rekord bei der Wildschweinjagd

Die Zahl der Wildschweinabschüsse stieg um die Hälfte.

Die Zahl der Wildschweinabschüsse stieg um die Hälfte.

Von Bernd Bexte

Paderborn (WB). Vor allem um die Einschleppung der Afrikanischen Schweinepest sowie Wildschäden zu verhindern, sind im abgelaufenen Jagdjahr (1. April 2017 bis 31. März 2018) gut 50 Prozent mehr Wildschweine erlegt worden als im Vorjahr.

NRW-weit waren es 60.000 – eine Rekordzahl. Im Jahr zuvor hatten die Jäger landesweit 38.954 Wildschweine geschossen. Auch in OWL stiegen die Zahlen. Im Kreis Paderborn etwa um knapp 50 Prozent von 1729 auf 2566 erlegte Tiere. Die Afrikanische Schweinepest (ASP) breitet sich von Osteuropa nach Westen aus – aus Expertensicht vor allem über die Wildschweinpopulation.

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Mit einem besseren Jagdgesetz hätten wir die Gefahr drohender Seuchenzüge und Wildschäden minimieren können.

NRW-Jägerpräsident Ralph Müller-Schallenberg

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»Mit einem besseren Jagdgesetz hätten wir in den vergangenen Jahren noch wirkungsvoller jagen und die Gefahr drohender Seuchenzüge und Wildschäden minimieren können«, meint NRW-Jägerpräsident Ralph Müller-Schallenberg. Die Voraussetzungen wolle die neue Landesregierung nun mit einem neuen Landesjagdgesetz schaffen.

Sie hatte die Jagdzeiten für Wildschweine ausgeweitet: Bislang durften diese nur vom 1. August bis zum 15. Januar erlegt werden, jetzt ganzjährig (außer trächtige Bachen). Frischlinge dürfen weiterhin ganzjährig bejagt werden.

Land übernimmt Gebühr

Nach Angaben des Landesjagdverbandes sorge auch der Wegfall der Trichinengebühr für steigende Zahlen bei der Wildschweinjagd. Das Land übernimmt seit April die bei den Kreisen und kreisfreien Städten anfallende Untersuchungsgebühr (etwa 10 bis 20 Euro pro Tier) für erlegtes Schwarzwild. Für das laufende Jahr wurden die Kommunen gebeten, keine Gebühren von Jägern für die verpflichtende Untersuchung zu erheben. Bisher war nur die Trichinenuntersuchung von Frischlingen von den Gebühren befreit.

»Damit setzen wir einen Anreiz, die Bejagung auch dann aufrecht zu erhalten, wenn die Marktpreise durch mehr Wildangebot sinken«, hatte Umwelt-Staatssekretär Heinrich Bottermann diese Maßnahme begründet. Er hatte den aktuellen Wildschwein-Streckenrekord auf dem Landesjägertag in Köln bekannt gegeben.

Die Streckenzahl basiere auf einer vorläufigen Schnellumfrage bei den Unteren Jagdbehörden der Kommunen und Kreise. Die amtliche Gesamtjahresstrecke wird das Umweltministerium erst im Herbst bekannt geben.

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