Sa., 21.07.2018

Heißer Auftakt der Paderborner Markttage am Freitag - Glockenvorstellung am Samstag - mit Video Glocken am Paderborner Dom läuten wieder

Vor der Bühne am Neptunbrunnen ist der neue Marktplatz in eine grüne Picknickwiese verwandelt worden. Dort stellt sich an diesem Samstag auch der Wochenmarkt auf. Der Mittelaltermarkt präsentiert sich rund um den Dom.

Vor der Bühne am Neptunbrunnen ist der neue Marktplatz in eine grüne Picknickwiese verwandelt worden. Dort stellt sich an diesem Samstag auch der Wochenmarkt auf. Der Mittelaltermarkt präsentiert sich rund um den Dom. Foto: Besim Mazhiqi

Von Maike Stahl

Paderborn (WB). Zu Pilgerfreibier und Glockenkuchen haben sich Tausende Besucher auf dem neuen Markt- und Domplatz in Paderborn eingefunden, wo am Samstagnachmittag die neuen Glocken zum ersten Mal offiziell läuteten. 

Los geht es mit der kleinen neuen Bronzeglocke »Maria - Trösterin der Betrübten«. Anschließend stellt der Glockensachverständige des Erzbistums, Dr Gerhard Best, alle Glocken des Domgeläuts einzeln vor. 

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Den Abschluss macht die große neue Bronzeglocke »Jesus Christus – unser Friede«, bevor dann erstmals alle Glocken gemeinsam geläutet werden, um dann nach fast einem Jahr Stille im Glockenturm wieder regelmäßig geläutet zu werden.

Zu Pilgerfreibier und Glockenkuchen haben sich bereits Tausende Besucher auf dem neuen Markt- und Domplatz in Paderborn eingefunden Foto: Besim Mazhiqi

Los ging es bereits am Freitag

Bei den hochsommerlichen Temperaturen, die bereits am Freitag herrschten, durften sich die  Besucher der 1. Paderborner Markttage freuen: Zwar herrschte mittelalterliches Treiben rund um den Dom – Markt- und Domplatz selbst präsentierten sich zu ihrer offiziellen Eröffnung aber im modernen Gewand.

»Damals hätte es hier entsetzlich gestunken«, nahm Dr. Sven Spiong, Leitender Archäologe des Landschaftsverbandes, kein Blatt vor den Mund. Deshalb sei der Platz rund um den Dom immer dann, wenn Schlamm, Gestank und Schmutz überhand genommen hätten, mit einer neuen Schicht abgedeckt worden.

»Sieben übereinanderliegende Pflasterschichten haben wir hier gefunden«, berichtete der ehemalige Paderborner Stadtarchäologe. Und er hatte auch einige Fundstücke dabei, um zu zeigen, wie die damalige Gesellschaft mit Holzkonstruktionen unter den Schuhen versuchte, dem Schlamm ein Schnippchen zu schlagen.

Pilgerabzeichen und geschnitzte Figürchen

»Jedenfalls herrschte hier im Mittelalter an den Markttagen ein buntes Treiben«, berichtete Spiong. Davon zeugten auch Pilgerabzeichen, das geschnitzte Figürchen eines Gaukler-Puppentheaters und ein komplett kariöser Zahn, die bei den Ausgrabungen im Vorfeld der Erneuerung des Dom- und Marktplatzes gefunden worden seien. »Also war an den Markttagen vermutlich auch ein Zahnbrecher hier«, folgerte der Wissenschaftler.

Liebevoll gestaltete Marktstände

Den gibt es bei den Paderborner Markttagen, die mit dem Mittelaltermarkt anno 1068 auf der Domplatte die Zeit der Weihe des Imad-Domes noch einmal lebendig werden lassen wollen, allerdings nicht. Dafür gibt es mittelalterliche Speisen und Getränke, Kinderspiele inklusiver zweier handbetriebener Holzkarussells, mittelalterliche Gewänder und vieles mehr an den liebevoll gestalteten Marktständen.

Freibier vom Dompropst

Nachdem sie den Dom- und Marktplatz feierlich eröffnet und den Besuchern für eine Stunde Freibier spendiert hatten, bummelten auch Dompropst Monsignore Joachim Göbel und stellvertretender Bürgermeister Dieter Honervogt über den Markt und warfen auch einen Blick auf das kleine Zeltlager vor der Kaiserpfalz. Göbel hatte zuvor deutlich gemacht, welche großartige Leistung Bischof Imad vollbracht hat, als er den Dom innerhalb von zehn Jahren fertigstellte.

»Etwas ganz Besonderes war seine Idee, den Eingang von Westen nach Süden zu legen und damit die Domkirche für alle Bürger zur Stadt hin zu öffnen«, sagte Göbel. Mit dem neuen Dom- und Marktplatz und der Freitreppe vor dem Paradiesportal sei diese Idee jetzt vollendet worden. »Manchmal sind wir Westfalen eben doch etwas langsam, aber das Ergebnis kann sich dafür sehen lassen.«

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