Di., 24.07.2018

Professor Hartmut Steinecke bekommt Auszeichnung für Wissenschaft und Kunst Österreichisches Ehrenkreuz erhalten

Der österreichische Botschafter Dr. Peter Huber (rechts) überreicht Prof. Dr. Hartmut Steinecke von der Universität Paderborn das »Österreichische Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst I. Klasse«. Die Auszeichnung hat der Paderborner in Berlin erhalten.

Der österreichische Botschafter Dr. Peter Huber (rechts) überreicht Prof. Dr. Hartmut Steinecke von der Universität Paderborn das »Österreichische Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst I. Klasse«. Die Auszeichnung hat der Paderborner in Berlin erhalten.

Paderborn (WB). Der österreichische Bundespräsident Alexander Van der Bellen hat dem Paderborner Literaturwissenschaftler Prof. Dr. Hartmut Steinecke (78) von der Universität Paderborn das »Österreichische Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst I. Klasse« verliehen. Es ist einer der beiden höchsten Orden für international herausragende wissenschaftliche Leistungen im Bereich der österreichischen Kultur.

Die Verleihung fand in festlichem Rahmen in der österreichischen Botschaft in Berlin statt. In der Begründung der Auszeichnung wurden drei Arbeitsfelder des Germanisten der Universität Paderborn besonders hervorgehoben: Zum einen die Beschäftigung mit dem bedeutendsten österreichischen Lyriker des 19. Jahrhunderts, Nikolaus Lenau. Dessen Lebensweg quer durch die Habsburger Länder machte ihn in der Zeit der Spaltung Europas zur Brücke zwischen Ost und West zu einer Symbolfigur für die österreichische Kulturpolitik. Weitere Arbeitsfelder sind die Literatur der klassischen Moderne des frühen 20. Jahrhunderts sowie der Bereich Schriftsteller der Gegenwart, von denen der Literaturwissenschaftler einige auch auf die von ihm 1983 gegründete Paderborner Poetik-Dozentur eingeladen hat. Dabei galt ein besonderes Augenmerk jüdischen Autoren – von der ersten Publikation 1965 über Hermann Broch bis zur bislang letzten über Robert Schindel.

Das »Ehrenkreuz I. Klasse« wird nur selten an Ausländer verliehen

Der neue Ordensträger weise jedoch neben diesen österreichischen Schwerpunkten auch in anderen Teilen der deutschen Literatur eine Reihe herausragender Forschungsleistungen auf, heißt es in der Begründung der Jury. So habe er auch die österreichische Literatur stets in größeren Zusammenhängen gesehen und beurteilt.

Hartmut Steinecke betonte in seiner Dankesrede, wie wichtig in einer Zeit neuer Grenzziehungen das Bewusstsein des übernationalen Charakters der Literatur und der Kultur sei. Sein Blick von außen führte zu zahlreichen gemeinsamen Projekten mit österreichischen Kollegen, vor allem mit den Professoren Herbert Zeman aus Wien und Dietmar Goltschnigg aus Graz, von der Karl-Franzens-Universität, der Steinecke auch einen seiner Ehrendoktortitel verdankt. Der Botschafter hatte Professor Goltschnigg als Laudator eingeladen.

Das »Ehrenkreuz I. Klasse« wird nur selten an Ausländer, noch seltener an Literaturwissenschaftler vergeben. Der österreichische Botschafter Dr. Peter Huber hob hervor, dass er sich besonders freue, einen deutschen Wissenschaftler auszuzeichnen, dessen Werk vom Verbindenden der Kultur und der Wissenschaft geprägt sei. Prof. Dr. Volker Peckhaus, Dekan der Fakultät für Kulturwissenschaften: »Die Fakultät freut sich sehr über die großartige Anerkennung der Leistungen von Hartmut Steinecke, der an der Universität Paderborn so viel Bleibendes geschaffen hat. Es ist auch eine Ehrung seines unermüdlichen Einsatzes für Humanismus und Völkerverständigung.«

Steinecke hat Gastdozentur für Schriftsteller an der Uni begründet

Die Lesungsreihe »Deutschsprachige Literatur der Gegenwart« sowie die »Paderborner Gastdozentur für Schriftstellerinnen und Schriftstellern« habe Steinecke begründet. Große Verdienste habe er sich um die Erinnerung an die jüdische Dichterin Jenny Aloni erworben. Ohne Hartmut Steinecke wäre die Fürstliche Bibliothek Corvey nach wie vor vergessen. Die wissenschaftliche Erschließung der Bibliothek, die mit zum Weltkulturerbe Corvey gehört, gehe wesentlich auf seine Initiative und sein langjähriges Engagement zurück.

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