Do., 09.08.2018

Springbach Höfe: Archäologische Arbeiten in Paderborn enden im September Spuren aus dem Mittelalter entdeckt

Das Bild zeigt die Relikte eines im Südwesten der Springbach Höfe gefundenen zweiräumigen Kellers.

Das Bild zeigt die Relikte eines im Südwesten der Springbach Höfe gefundenen zweiräumigen Kellers.

Paderborn (WB). Die Ausgrabungen im künftigen Neubaugebiet Springbach Höfe an der Driburger Straße laufen auf Hochtouren weiter. Entdeckt wurden bisher Siedlungsspuren aus Steinzeit und Mittelalter. Die Arbeiten laufen vor­aussichtlich noch bis September.

Unter der Fachaufsicht des Landschaftsverbandes Westfalen Lippe untersuchen die Archäologen das elf Hektar große Areal. Die Entdeckungen lassen in dem bisher kaum archäologisch erforschten Osten Paderborns ein mehrphasiges Siedlungsbild erkennen. »Erstmalig arbeiten wir auf einer solch großen Fläche, dass wir drei Grabungsfirmen gleichzeitig beschäftigen müssen«, sagt Stadtarchäologin Dr. Sveva Gai. »Zum Glück arbeiten wir mit moderner Technik, wie digitaler Vermessung, 3D-Scan-Rekonstruktionen und mit dem Einsatz der Drohne, so dass schnelle und sichere Erkenntnisse möglich sind und wir parallel zu den städtischen Erschließungsarbeiten suchen können«, berichtet Gai weiter.

Spuren weisen auf Zerstörung durch Feuersbrunst hin

Bis in die Jungsteinzeit im fünften und vierten Jahrtausend vor Christus datieren die Archäologen die Funde wie Keramik, Kanäle und Hausgrundrisse zurück. Eisenzeitliche Keramikscherben weisen auf deutlich vorgeschichtliche Siedlungsspuren hin. Der Umfang der Besiedlung des Areals der Springbach Höfe in der Steinzeit sei noch nicht genau zu fassen. Anders sei dies bei der mittelalterlichen Besiedlung des Gebietes, deren Laufzeit sich vom neunten bis in das zwölfte Jahrhundert erstrecke.

Die Befunde aus dieser Zeit reichten von in den gewachsenen Kalkboden eingetieften Grubenhäusern und Pfostenlöchern bis hin zu mit Kalksteinmauern verkleideten Kellerräumen. Sehr aufschlussreich seien komplett freigelegte Grundrisse einzelner Keller im nordöstlichen Bereich der Gesamtfläche. Die in den Felsen eingetieften Bauten bestehen aus einzelnen oder aus zwei aneinander gefügten Räumen, deren Wände mit einschalig gesetzten Mauern verblendet sind. Im Westen oder im Norden befindet sich eine Zugangstreppe aus mit Sorgfalt errichteten Stufen aus Kalkstein, die einen bequemen Zugang in die Kellerräume ermöglichte. Die teilweise brandgeröteten Wände weisen auf eine Zerstörung durch eine Feuerbrunst hin.

Die Entdeckungen an den Springbach Höfen seien für die Stadtarchäologie Paderborn von großer Bedeutung: Die LWL-Archäologen vermuten wegen schriftlicher Überlieferungen weitere Siedlungen in diesem Raum. Die Ausgrabung liefere einen wichtigen Baustein zur Erforschung des Paderborner Umlandes im Mittelalter.

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