Mitbewerber sehen Übernahme der Finke-Gruppe durch Höffner kritisch
Möbelindustrie besorgt wegen Konzentration

Paderborn/Herford (WB). Die Übernahme der Finke-Gruppe durch den Wettbewerber Höffner sehen die Möbelhersteller kritisch. Dr. Lucas Heumann, Hauptgeschäftsführer der Verbände der Holz- und Möbelindustrie mit Sitz in Herford, spricht von einem »weiteren außerordentlich bedenklichen Schritt in Richtung Konzentration«.

Sonntag, 26.08.2018, 07:00 Uhr aktualisiert: 26.08.2018, 09:36 Uhr
Finke in Paderborn. Foto: Besim Mazhiqi
Finke in Paderborn. Foto: Besim Mazhiqi
Lucas Heumann

Lucas Heumann Foto: Oliver Schwabe

Das gelte vor allem vor dem Hintergrund der Fusion der Möbeleinkaufsverbände VME (Bielefeld) und Union (Ratingen). Mit dem bereits zuvor angekündigten Beitritt der Höffner-Gruppe erreiche der Verband mit einem Einkaufsvolumen von rund zehn Milliarden Euro eine dominierende Stellung. »Das ist eine Größenordnung, die wir kartellrechtlich für äußerst bedenklich halten. Die Behörden sind jetzt gefragt. Wir prüfen die Rechtslage aktuell auch selbst und planen eine Stellungnahme.«

Auch im Küchenbereich sehe es ähnlich aus. Dort bildeten die Verbände MHK und VME Union eine Einkaufskooperation, die im Falle des Beitritts von Höffner mehr als 50 Prozent des Marktes abdecke.

Die Zusammenschlüsse zu großen Einkaufsverbünden tue der gesamten Branche nicht gut, sagt Heumann. »Dies fördert die Gleichförmigkeit im Handel mit den selben Produkten und den selben Marketingkonzepten. Dabei wäre mehr Individualität und Vielfalt wünschenswert.« Durch den fortschreitenden Konzentrationsprozess werde es für die Möbel- und Küchenbauer auch in OWL nicht einfacher, sagt Heumann. Er hält durch die Entwicklung insgesamt die mittelständische Struktur der Möbelbranche für gefährdet.

Lesen Sie mehr zum Thema

Abschied unter Tränen

Kommentar: Vermächtnis und Verantwortung

Finke verkauft an Berliner Höffner-Gruppe

Finke: »Unsere Firma ist nicht verkauft worden«

 

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5999784?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198401%2F2512560%2F
Verdacht auf südafrikanische Virus-Variante
Eine elektronenmikroskopische Aufnahme des «U.S. National Institute of Health» zeigt das neuartige Coronavirus.
Nachrichten-Ticker