Sitzelemente auf dem kleinen Königsplatz: Verwaltung prüft Regressansprüche
Heiße Bänke: Kritik vom Bund der Steuerzahler

Paderborn (WB/itz). »Bereits vor der Umsetzung hätten Hersteller und Planer auf die Gefahr der Erhitzung von Messing aufmerksam machen müssen.« Zu diesem Ergebnis kommt der Bund der Steuerzahler NRW, der sich mit den heißen Sitzelementen auf dem neu gestalteten kleinen Königsplatz befasst hat.

Mittwoch, 29.08.2018, 17:10 Uhr aktualisiert: 29.08.2018, 17:34 Uhr
Die mit Messing eingefasste Sitzbank auf dem kleinen Königsplatz wird auch vom Steuerzahlerbund kritisiert. Foto: Jörn Hannemann
Die mit Messing eingefasste Sitzbank auf dem kleinen Königsplatz wird auch vom Steuerzahlerbund kritisiert. Foto: Jörn Hannemann

Inzwischen hat die Stadt auch das Rechtsamt eingeschaltet. Man gehe allerdings nicht davon aus, einen Regressanspruch zu haben, heißt es. Die Sitzelemente werden auch am Donnerstag, 30. August, Thema in der Sitzung des Bau- und Planungsausschusses sein.

In einem Beitrag, der in der September-Ausgabe der Mitgliederzeitschrift des Bundes der Steuerzahler erscheinen wird, macht die Autorin den Experten den Vorwurf, die Gefahr durch die Erhitzung von Messing durch Sonneneinwirkung übersehen zu haben. Die Entscheider vor Ort müssten aber den Experten vertrauen dürfen, heißt es in dem Beitrag.

Fall wurde bundesweit bekannt

Wie berichtet, ist das Hochbeet für knapp 180.000 Euro errichtet worden. Zur Einfassung wurde Messing verwendet, das sich nun in der Sonne stark erhitzt. Die Folge: Wer auf einer der beiden Bänke sitzt und sich mit dem Unterarm auf der Umrandung anlehnt oder abstützt, kann sich empfindlich verbrennen. Das WESTFÄLISCHE VOLKSBLATT hatte auf das Problem aufmerksam gemacht. Als dann die Satire-Sendung »Extra3« einen Beitrag im TV zeigte, war der Fall bundesweit bekannt.

Nun will die Stadt die Messingeinfassung mit Holz verkleiden. Das edele Material, das die Hochbeete so besonders macht, verschwindet dann zum Teil unter Holz, merkt der Bund der Steuerzahler kritisch an. Die Mehrkosten belaufen sich auf 1500 Euro. Bereits vor der Umsetzung hätten Hersteller und Planer auf die Gefahr der Erhitzung aufmerksam machen müssen, lautet das Fazit. Laut Stadt seien aber im Vorfeld von keiner Seite Bedenken geäußert worden. In den nächsten Monaten soll das Messing Patina entwickeln, damit es sich nicht mehr so aufheizt.

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