Mi., 12.09.2018

Im Paderborner Schulausschuss bleibt die wichtigste Frage unbeantwortet Weiterhin Probleme mit dem Mittagessen

In der Mensa des Gymnasiums Theodorianum lassen die Beschwerden über das Angebot des neuen Caterers auch nach zwei Wochen nicht nach.

In der Mensa des Gymnasiums Theodorianum lassen die Beschwerden über das Angebot des neuen Caterers auch nach zwei Wochen nicht nach. Foto: Besim Mazhiqi

Von Maike Stahl und Manfred Stienecke

Paderborn (WB). Mehr als den Satz, dass »alle Beteiligten mit Hochdruck daran arbeiten, dass die Schulverpflegung in kürzester Zeit so läuft, dass alle zufrieden sind«, wollte sich Dezernent Wolfgang Walter am Dienstagabend im Schulausschuss nicht entlocken lassen. Zu den Hintergründen der Probleme bezog er aber Stellung.

Die Mittagsversorgung der Paderborner Schüler mit dem neuen Caterer denkbar schlecht gestartet . Zu Beginn gab es einen Tag, an dem laut Walter 80 Prozent der Schüler nicht mit Essen versorgt wurden. Auch an anderen Tagen habe es immer wieder Lieferprobleme und Ausfälle gegeben.

Deshalb habe die Stadtverwaltung, die die Mittagsversorgung von 16 Offenen Ganztagsgrundschulen (OGS), zwei Gesamt-, drei Real-, einer Haupt-, einer Förderschule sowie fünf Gymnasien ausgeschrieben hatte, dem Caterer eine Abmahnung erteilt. »Daraufhin gab es eine Nachbesserungsfrist, die am Freitag abgelaufen ist«, berichtete Walter. Wie es weiter geht und welche Vereinbarungen mit dem Unternehmen getroffen worden seien, wollte er mit Hinweis auf das Vertragsgeheimnis aber nur im nichtöffentlichen Teil beantworten.

Europaweite Ausschreibung zwingend erforderlich

Klar stellte der Dezernent, dass eine europaweite Ausschreibung zwingend erforderlich gewesen sei. Ausgeschrieben worden seien etwa 3500 Essen täglich in den genannten Schulen in zwölf Losen, von denen das in Warendorf ansässige Unternehmen KSB-Menü, das eine Verwaltung in Horn-Bad Meinberg hat, und ein Küche am Thuneweg in Schloß Neuhaus nutzt, mit 2700 die meisten Essen erhalten habe. »Dabei hat nicht der Preis den Ausschlag gegeben, der sich bei den vier Anbietern kaum unterschieden hat. Vielmehr haben wir die Qualität des Essens mit 60 Prozent gewichtet.«

Technische Probleme und Ausfälle in der Logistik

Als Gründe für die massiven Logistikprobleme nannte Walter die Gründe, die auch KSB auf Anfrage dieser Zeitung mitgeteilt hat. »Es gab Ausfälle an neu angeschafften Gasgeräten. An einem Tag fielen sechs Kombidämpfer aus«, schreiben die Geschäftsführer. Es habe einen Stromausfall gegeben, die Küchenchefin habe plötzlich ins Krankenhaus gemusst und Auslieferungsfahrer seien ausgefallen. Selbstkritisch räumen sie aber ein, dass auch die Kommissionierung und Warenausgabe geändert werden mussten. Walter räumte am Dienstag zudem ein, dass es eine Verzögerung im Vergabeverfahren gegeben habe, die die Vorbereitungszeit für KSB erheblich verkürzt habe.

Das sagen die Schulen

Das WESTFÄLISCHE VOLKSBLATT hat bei zwei Schulen in dieser Woche noch einmal nachgefragt, wie es jetzt läuft. »So kann es nicht weitergehen!«, klagt der stellvertretende Schulleiter des Gymnasiums Theodorianum (100 Essen täglich), Ulrich von Schwartzenberg. »Hier muss sich grundlegend was ändern – und zwar schnell!« Es hapere immer noch bei der Essenslieferung. Am Montag habe ein komplettes Menü gefehlt. Bemängelt werden von der Schule sowohl die Pünktlichkeit der Lieferung als auch die Portionsgrößen. Schüler, die später in die Mensa kommen, müssten befürchten, ihr bestelltes Menü gar nicht mehr zu bekommen. Probleme habe es bislang fast täglich gegeben. Von Schwartzenberg berichtet: »Einmal haben wir sogar Essen vom Pizzaboten bestellen müssen, weil der Caterer nicht kam.« Der Preis für das Schülermenü sei zudem in diesem Schuljahr von 3,50 auf 3,80 Euro angehoben worden.

Eine Verbesserung hat die Leiterin der OGS an der Grundschule Josef in Mastbruch, Erika Sobek, bemerkt. »Seit Montag kommt das Essen pünktlich, ist frisch und schmeckt den Kindern wirklich gut«, sagte sie gestern Nachmittag. 160 Schüler essen dort täglich in fünf Gruppen zeitversetzt. »Am Anfang war es eine Katastrophe«, räumt die OGS-Leiterin ein. Inzwischen gebe es aber nur noch »kleinere Probleme«.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.

Google-Anzeigen

© WESTFALEN-BLATT
Vereinigte Zeitungsverlage GmbH

Alle Inhalte dieses Internetangebotes, insbesondere Texte, Fotografien und Grafiken, sind urheberrechtlich geschützt. Verwendung nur gemäß der Nutzungsbedingungen.

Mehr zum Thema

Anzeige


https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6044063?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198401%2F2512560%2F