Mi., 12.09.2018

Dr. Walter Rentel hat über den Supersommer seine eigene Meinung 36 Grad war Rekord in Elsen

Insbesondere auch die Landwirte hatten unter der langen Hitze- und Trockenperiode zu leiden. Sie mussten aufgrund der anhaltenden Dürre im Hochstift zum Teil hohe Einbußen bei der Ernte in Kauf nehmen.

Insbesondere auch die Landwirte hatten unter der langen Hitze- und Trockenperiode zu leiden. Sie mussten aufgrund der anhaltenden Dürre im Hochstift zum Teil hohe Einbußen bei der Ernte in Kauf nehmen. Foto: Besim Mazhiqi

Paderborn (WB). Landauf, landab wird vom Supersommer 2018 gesprochen. Ob dem so ist, weiß Dr. Walter Rentel (79). Der Klimahistoriker hat in seinen Stationen in Dahl und Elsen in den Sommermonaten Juni, Juli und August Temperatur und Niederschlag gemessen – und kommt zu einer interessanten Analyse.

Gegenüber dem langjährigen Durchschnitt (1981 bis 2010) hat es im Sommer 2018 zu wenig Niederschlag und sehr viele Sonnenstunden gegeben. »Dieser Sommer verfehlte die Rekordwerte des Sommers 2003 nur knapp«, berichtet Rentel.

»In den vergangenen Jahrzehnten häuften sich sonnige, heiße Sommer in Deutschland (2015, 2006, 2003, 2002, 1994 und 1992). Aber das ist eher ein Grund zur Freude als zur Besorgnis«, ist Rentel sicher. Historische Quellen berichteten von noch längeren, heißeren Phasen im Mittelalter und geologische Zeugen beweisen ein viel wärmeres Klima in vergangenen Jahrhunderten. »In wärmeren Phasen ging es dem Menschen immer besser, es entstanden die Hochkulturen. Kälteres Klima verursachte Hungersnöte, Epidemien und Völkerwanderungen«, erläutert Dr. Walter Rentel weiter. Hinzu komme, dass meteorologisch gesehen ein einzelner Sommer ein Wetter- oder Witterungsereignis sei; Klima sei jedoch eine Mittelwertbildung über ausreichend viele Sommer. »Soviel zur richtigen Einordnung dieses durch eine wochenlange, stabile Hochdruck-Großwetterlage verursachten Sommers 2018 im Paderborner Land«, macht Rentel deutlich.

Durchschnittstemperaturen in Dahl

Konkret präsentiert er folgende Zahlen: Die Durchschnittstemperaturen der drei Sommermonate lagen in Dahl (250 Meter über dem Meeresspiegel) mit 20,0 Grad (Vorjahr 18,3 Grad) und mit 21,3 Grad (Vorjahr 19,6 Grad) in Elsen (110 über dem Meeresspiegel) über dem 30-jährigen Durchschnitt (1981 bis 2010) von 16,5 Grad (ermittelt vom DWD in Bad Lippspringe).

Die Niederschläge betrugen über die drei Monate hinweg insgesamt 166,6 Liter pro Quadratmeter (Vorjahr 449,6) in Dahl, in Elsen 103,7 Liter (Vorjahr 343,1) – und lagen damit erheblich unter dem langjährigen Mittel von 251,2 Litern.

Die Sonne schien in allen drei Sommermonaten – und das wird die Betreiber von Photovoltaikanlagen sehr freuen – 846,0 Stunden (Vorjahr 691,8). Das sind 152,0 Prozent (Vorjahr 119,7 Prozent) des langjährigen Mittels.

Es gab in Dahl 54 (Vorjahr 22) Sommertage über 25 Grad und 16 (Vorjahr 3) heiße Tage über 30 Grad.

Elsen am wärmsten

Der Juni war mit 18,2 Grad in Dahl und 19,4 Grad in Elsen erheblich wärmer als der Durchschnitt (1961 bis 1990) von 15,3 Grad. Die Niederschläge lagen unter dem 30-jährigen Mittel von 89,7 Litern, mit 70,9 Litern in Dahl und 50,5 Litern in Elsen. Die Sonne schien 257,5 Stunden (137,9 Prozent). Der Juni war damit insgesamt ein schöner Sommermonat.

Der Juli war sommerlich warm mit 21,3 Grad in Dahl und 22,9 Grad in Elsen. Das 30-jährige Mittel beträgt nur 17,9 Grad. Die Niederschläge in Dahl mit 50,0 Litern und in Elsen mit 27,4 Liter lagen erheblich unter dem Mittel von 88,6 Litern.

Die Durchschnittstemperaturen im August betrugen in Dahl 20,4 Grad, in Elsen 21,5 Grad und lagen auch hier deutlich über dem 30-jährigen Mittel von 17,6 Grad. Mit 35,2 Grad in Dahl und 36,0 Grad in Elsen wurden im August auch die höchsten Tagestemperaturen des Sommers gemessen. Die Niederschläge lagen unter dem Durchschnitt von 82,9 Litern, mit 45,7 Litern in Dahl und 25,8 Litern in Elsen.

Auch der meteorologische Herbst ist mit sommerlicher Note gestartet. »Hoffen wir, dass es bis zum Ende des kalendarischen Sommers am 21. September so bleibt«, sagt Dr. Walter Rentel. Weitere Informationen erhalten Sie online .

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