Fr., 14.09.2018

Malteser verkürzen den Weg zu Bernadette Lourdes-Gefühl kehrt ein

Der Reliquienschrein der Hl. Bernadette aus Lourdes ist wohlbehalten am Paradiesportal des Doms angekommen. Domvikar Gregor Tuszynski und Transportfahrer Thomas Ohm (von links) freuen sich, dass alles glatt gegangen ist.

Der Reliquienschrein der Hl. Bernadette aus Lourdes ist wohlbehalten am Paradiesportal des Doms angekommen. Domvikar Gregor Tuszynski und Transportfahrer Thomas Ohm (von links) freuen sich, dass alles glatt gegangen ist. Foto: Manfred Stienecke

Von Maike Stahl

Paderborn (WB). Thomas Ohm sitzt als erfahrener Rettungssanitäter der Malteser regelmäßig am Steuer eines Rettungswagens. Am Freitag absolvierte der 48-Jährige dennoch eine Fahrt, die ihn besonders berührte. Er chauffierte die Reliquie der Heiligen Bernadette zum Paderborner Dom.

Pünktlich um kurz vor 17 Uhr traf der Transport, der von einer Motorradstaffel der Malteser begleitet wurde, vor dem Paradiesportal ein, wo die Reliquie von Domvikar Monsignore Gregor Tuszynski in Empfang genommen wurde. Neben dem 40 Kilogramm schweren Heiligenschrein transportierte Ohm auch eine Statue der Muttergottes sowie einen dreiteiligen Faltaltar, die ebenfalls im Dom zu sehen sind.

Besonderes Bedürfnis, die Reliquie selbst zu fahren

Für Thomas Ohm, der in Dortmund lebt, war es ein besonderes Bedürfnis, die Reliquie selbst zu fahren. Denn der 48-Jährige, der vor zwölf Jahren vom evangelischen zum katholischen Glauben konvertiert ist, hat eine tiefe persönliche Bindung zum Wallfahrtsort Lourdes, wo das Mädchen Bernadette Soubirous 1858 eine Marienerscheinung hatte. Ohm, der hauptberuflich in der Alten- und Krankenpflege tätig ist, ist seit zehn Jahren ehrenamtlich Pilgerleiter der Malteser und hat bereits Tausende Gläubige in die französischen Pyrenäen begleitet.

»Ich war von Anfang an fasziniert von der Geschichte Bernadettes, die schließlich nicht nur kirchlich, sondern auch polizeilich belegt ist«, sagt er. Das Besondere an den Pilgerfahrten ist für Ohm die starke Gemeinschaft, die sich unter den Teilnehmern jedes Mal bilde. »Das ist das wahre Wunder von Lourdes: Nach zwei, drei Tagen gibt es nur noch glückliche Gesichter«, berichtet er.

Die hofft er, auch an diesem Wochenende in Paderborn zu sehen. Schließlich sei der Weg zu Bernadette für Gläubige aus dem Hochstift noch nie so kurz gewesen. Die Malteser haben deshalb auch ihre Wallfahrt, die üblicherweise nach Werl führt, in diesem Jahr nach Paderborn verlegt. »Wir möchten für die Pilger, die zur Linderung ihrer Beschwerden und ihres Leids auf die Fürsprache der Heiligen Bernadette bei Gott setzen, den Weg verkürzen. Wer wegen Krankheit oder aus anderen Gründen nicht nach Lourdes fahren kann, kann zum gemeinsamen Gebet zum Beispiel am Sonntag nach Paderborn kommen«, beschreibt Andreas Bierod, Diözesangeschäftsführer der Malteser, den Grund für das Engagement der Hilfsorganisation.

Malteser-Jugend beschäftigt sich mit dem Thema Wunder

Neben der Wallfahrt laden die Malteser, vertreten durch ihre Jugend, für diesen Samstag ein, sich mit dem Thema Wunder zu beschäftigen. Mit dabei sein wird auch Thomas Ohm, der den Schrein, der ihm anvertraut wurde, möglichst nicht aus den Augen lassen möchte. »Abends fahre ich aber nach Hause, dann wird die Reliquie sicher in der Schatzkammer des Domes verschlossen« berichtet er.

Um 15.30 Uhr am Sonntag wird der Schrein, der eine Rippe der heiligen Bernadette birgt, wieder an Thomas Ohm und seine Malteser-Kollegen übergeben, die für einen sicheren Transport nach Werl sorgen. Vom 20. bis 22. September kehrt die Reliquie noch einmal in das Hochstift zurück – dann ist sie in Bad Wünnenberg zu sehen.

Das Programm

Samstag : 9 Uhr: Aussetzung des Schreins, 10.30 Uhr: Messfeier für Kranke; 12 Uhr: Angelus-Matinee im Dom; Nachmittags: Aktion der Malteser-Jugend vor dem Dom zum Thema Wunder; 17.15 Uhr: Vesper im Dom: 18 Uhr: Vorabendmesse, anschließend Nightfever; 21.30 Uhr Lichtergebet und eucharistischer Segen.

Sonntag : 9 Uhr: Aussetzen des Schreins; bis 9.30 Uhr: Eintreffen der Pilgergruppen; 10 Uhr: Pontifikalamt mit Weihbischof Berenbrinker; 12 Uhr: Mittagessen für die Pilger im Schützenhof; 14 Uhr: Prozession; 15 Uhr: Sakraments-andacht; 15.30 Uhr: Auszug des Schreins und Transport nach Werl; gegen 16 Uhr: Abreise der Pilgergruppen.

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