Universität nimmt neuen Hochleistungscomputer in Betrieb
»Eule« rechnet superschnell

Paderborn (WB). An der Universität Paderborn ist am Freitag der neue Superrechner »Noctua« in Betrieb genommen worden. Er gehört nach Angaben der Hochschule zu den zehn leistungsstärksten Rechnern an deutschen Unis.

Samstag, 22.09.2018, 12:16 Uhr aktualisiert: 22.09.2018, 15:30 Uhr
Nehmen den Superrechner in Betrieb (von links): Uni-Vizepräsident Prof. Dr. Johannes Blömer, Frank Klapper (Universität Bielefeld), Prof. Dr. Thomas Kühne und Prof. Dr. Christian Plessl (Vorstandsvorsitzender »PC-Quadrat«). Foto: Besim Mazhiqi
Nehmen den Superrechner in Betrieb (von links): Uni-Vizepräsident Prof. Dr. Johannes Blömer, Frank Klapper (Universität Bielefeld), Prof. Dr. Thomas Kühne und Prof. Dr. Christian Plessl (Vorstandsvorsitzender »PC-Quadrat«). Foto: Besim Mazhiqi

Hinter einer Oberfläche in Zebra-Optik arbeiten 256 Rechenknoten mit je 2,4 Gigahertz-Prozessoren, die die Paderborner Uni in der internationalen Konkurrenz von Forschungseinrichtungen wettbewerbsfähig halten. Hier lassen künftig nicht nur die heimischen Wissenschaftler rechnen. »Wir mussten uns verpflichten, unsere Dienste für andere Einrichtungen im Land zu öffnen«, erläutert der Vorstandsvorsitzende des Paderborn Center For Parallel Computing (»PC-Quadrat«), Prof. Dr. Christian Plessl. »Im Prinzip soll jeder Hochschullehrer Zugang zu einem Hochleistungsrechner erhalten.«

Zutritt nur mit Ohrenschützern

Der Superrechner, der das künftige Herzstück des geplanten neuen Uni-Rechenzentrums bilden wird, besteht im Moment noch aus sechs miteinander gekoppelten Schrankelementen und soll bis zur Fertigstellung des neuen Uni-Gebäudes sukzessive erweitert werden. Um ihn vor Überhitzung zu schützen, wird er permanent und vor allem geräuschvoll gekühlt. Ohne Ohrenschützer ist der Zutritt zum Rechnerraum, der nur durch eine Sicherheitsschleuse erreichbar ist, kaum erträglich. Die notwendige Technik für die Kühlung und die Notstromaggregate beansprucht allein den dreifachen Raum des Rechners.

Genutzt wird »Noctua« – zu Deutsch »Eule« – an der Paderborner Uni vor allem von den Wissenschaftlern aus den Bereichen Optoelektronik, Photonik und Leichtbau, die für ihre Forschungen auf schnelle Rechenergebnisse angewiesen sind. »Aber auch von den anderen Fakultäten, etwa den Wirtschafts- oder Kulturwissenschaftlern, wird verstärkt Bedarf angemeldet«, erläutert Plessl.

2019 Spatenstich für neues rechenzentrum

»Noctua« löst den 2013 angeschafften Großrechner »Oculus« an der heimischen Hochschule als stärkstes System ab. Auch das ältere System wird aber weiterhin genutzt. 60 Prozent seiner Rechenleistung werden von der Uni Paderborn abgerufen. Je 20 Prozent nutzen die Universität und die Fachhochschule Bielefeld sowie die übrigen Hochschulen des Landes. Plessl: »Normalerweise muss ein Rechner alle paar Jahre durch ein leistungsstärkeres System ersetzt werden. Der Zyklus dafür beträgt zwischen vier und sechs Jahre.«

Im Frühjahr 2019 soll der Erste Spatenstich für ein neues Rechenzentrum auf dem Uni-Campus erfolgen. Mit der Fertigstellung des Gebäudes wird Ende 2020 gerechnet. Anschließend erfolgt der schrittweise Einbau des dann erweiterten Superrechners »Noctua«. Bis zum Jahr 2022 werden dafür von Bund, Land und Universität insgesamt 25,4 Millionen Euro bereit gestellt. Allein 10 Millionen davon fließen in den Hochleistungsrechner. Uni-Vizepräsident Prof. Dr. Johannes Blömer: »Wir benötigen den Rechner, um konkurrenzfähig zu sein.«

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