Jahresbilanz 2017: Kirchensteuererträge steigen auf 410 Millionen Euro
Erzbistum Paderborn gibt Überschuss an Gemeinden und Caritas weiter

Paderborn (WB). Etwa 500 Millionen Euro hat das Erzbistum Paderborn im vergangenen Jahr ausgegeben und investiert. Gut die Hälfte davon floss an die Kirchengemeinden und Verbände des Erzbistums.

Donnerstag, 11.10.2018, 10:00 Uhr
Das Erzbistum Paderborn zählt zu den reichsten deutschen Bistümern. Am Mittwoch hat es den Jahresabschluss 2017 vorgestellt. Foto: Hannemann
Das Erzbistum Paderborn zählt zu den reichsten deutschen Bistümern. Am Mittwoch hat es den Jahresabschluss 2017 vorgestellt. Foto: Hannemann

Das sagten Generalvikar Alfons Hardt und Dirk Wummel, Leiter der Hauptabteilung Finanzen im Generalvikariat, bei der Vorstellung des Finanzberichts des Erzbistums für das Jahr 2017.

Der Überschuss lag 2017 mit 15 Millionen Euro leicht über dem des Vorjahres (12 Millionen Euro). Der Bilanzgewinn werde vollständig an die Kirchengemeinden (9,7 Millionen Euro) und die Caritas (5,3 Millionen Euro) weiterge­geben, sagte Generalvikar Alfons Hardt, der auch kurz auf die Studie zum Missbrauch in der katholischen Kirche einging. »Wir stehen vor vielen Herausforderungen. Die Verbrechen von Priestern zeigen, dass die Kirche Veränderungen braucht«, sagte Hardt.

23,3 Millionen Euro Unterstützung für gut 500 Kindertagesstätten

Rund 18 Prozent der Aufwendungen wurden für die Bereiche Soziales und die sogenannte kategoriale Seelsorge verwendet, also zum Beispiel Krankenhaus-, Notfall- und Gefängnisseelsorge. ­Etwa der gleiche Anteil floss in die Bereiche Bildung, Schulen und Kindertagesstätten. 14 eigene und fünf Schulen in Trägerschaft von Stiftungen finanziert das Erzbistum.

Hinzu kommen Zuschüsse für Betriebskosten und Instandhaltung der Gebäude von zwölf Schulen in Trägerschaft anderer katholischer Einrichtungen. 23,3 Millionen Euro gab das Erzbistum 2017 für die Unterstützung der gut 500 Kindertagesstätten aus. Fast 30.000 Kinder werden dort betreut, davon rund die Hälfte aus katholischen Familien.

Kirchensteuererträge auf Rekordwert

Zur positiven Bilanz trugen die gute Konjunktur und die damit verbundenen steigenden Kirchensteuererträge bei. Während die Kirchensteuererträge um 4,7 Prozent auf den Rekordwert von 410 Millionen Euro stiegen, verringerten sich jedoch die Kapitalerträge um fast sieben Millionen Euro, was den geringen Zinserträgen geschuldet ist.

Zum Vergleich: Die evangelische Landeskirche von Westfalen nahm 2017 mit ihren 2,24 Millionen Mitgliedern 554 Millionen Euro Kirchensteuern ein. Die Zahl der Kirchenmitglieder im Erzbistum sank derweil um 1,4 Prozent auf 1,52 Millionen. Die Zahl der Taufen, Sterbefälle und Austritte habe sich nur unwesentlich verändert. Es seien jedoch mehr Mitglieder weggezogen als zugezogen.

Aufgabe von Gebäuden wird verstärkt geprüft

Die Ausgaben fürs Personal schlugen mit 184 Millionen Euro zu Buche. Ende 2017 waren beim Erzbistum 2874 Mitarbeiter beschäftigt, darunter 587 Priester. Generalvikar Hardt kündigte an, dass es das Ziel sei, in den mehr als 80 pastoralen Räumen des Erzbistums einen Verwaltungsleiter einzurichten, der die Pfarrer entlasten solle. Derzeit gebe es fünf Piloträume, in denen dieses Modell bereits getestet werde.

Hardt verwies auch auf die Folgen des demografischen Wandels sowie auf die gestiegenen Personalkosten und Rückstellungen für Pensionen. Sie würden langfristig ebenso zunehmen wie die Bau- und Instandhaltungskosten. Vor diesem Hintergrund soll die Aufgabe von Gebäuden, derzeit sind es 3000 im Erzbistum, ab 2020 verstärkt geprüft werden. Hardt: »Es bewegt sich viel im Bistum. Wir sind auf einem Weg und wir haben einen Plan.«

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