Fr., 12.10.2018

Pläne sehen mehr Zugänge und eine Promenade am Strandbad vor Besserer Blick auf den Lippesee

Blick aus der Vogelperspektive auf den Lippesee.

Blick aus der Vogelperspektive auf den Lippesee. Foto: Vieler

Von Dietmar Kemper

Paderborn (WB). Mehrere Zugänge zum See, ein Parkleitsystem, ein vier Meter breiter Rundweg und Ferienhäuser beim Strandbad: Das sind einige Kernpunkte bei der Weiterentwicklung des Lippesees. Die Landschaftsarchitekten des Büros Gasse-Schumacher-Schramm (Paderborn/Bremen) stellten ihre überarbeiteten Pläne am Donnerstagabend den Bürgern in der Gaststätte »Gut Lippesee« vor.

Bürgerinteresse ist groß

Das Interesse der Bürger war wie bereits Ende Januar groß, die Anregungen und Wünsche von damals und aus einer Ideenwerkstatt im April sind in den neuen Entwurf mit eingeflossen – auch die Angst vor einem Verkehrschaos. Planer Sebastian Tischendorf will Sandes Ortskern vom Suchverkehr durch ein Parkleitsystem entlasten. Es solle die Gäste frühzeitig darüber informieren, wo und wie viele Parkplätze vorhanden sind. Einen Großteil der Autofahrer soll ein Parkplatz in der Nähe von Brinkmanns Braterei an der B64 abfangen. Weitere Abstellflächen sind geplant, zum Beispiel am Siemenssee.

Wer mit dem Bus das Naherholungsgebiet ansteuern möchte, für den sieht der Entwurf eine Haltestelle nahe des Boker Kanals vor. Auch der Komfort für Radfahrer soll durch mehrere Abstellplätze steigen, kündigte Tischendorf an. Sein Leitmotiv beschrieb er so: »Wir wollen die bestehenden Potenziale aufwerten und miteinander verbinden. Die Perlen sollen zu einer Kette werden.«

Dorfplatz Sande soll bis zum See erweitert werden

Erhebliche Veränderungen kommen demnach auch auf den Bereich rund um das Strandbad zu. Tischendorf kündigte an, dass der Dorfplatz Sande bis zum See erweitert werden soll, zudem ist geplant, dass beim Strandbad eine Promenade die Gastronomie mit einer Aussichtsplattform verbindet. Die Freiflächen sollen intensiv für Ballsportarten genutzt werden können. Zum Konzept gehört auch, dass direkt am Wasser Ferienhäuser entstehen. Wie viele, ist noch offen. Hausboote soll es aber nicht geben. Tischendorf betonte: »Die Wasserfläche soll nicht durch Hausboote oder schwimmende Architektur verringert werden.« Den Bedenken eines Seglers, durch die Aufwertung des Strandbadbereichs könnten mehr Schwimmer den Seglern in die Quere kommen, mit der Folge von lebensgefährlichen Situationen, hielt Tischendorf entgegen, eine Bojenkette könnte den Radius für die Badenden begrenzen. Eine starke Ausweitung des Badetourismus ist nicht vorgesehen. Tischendorf sagte: »Wir wollen den Besuchern die Möglichkeit geben, den See zu erleben, aber nicht dafür sorgen, dass sie an jeder Stelle ins Wasser springen können.«

Teil einer Seenlandschaft

Mehr direkte Zugänge mit Stegen oder Sitzstufenanalgen sollen dafür sorgen, dass die Seenlandschaft intensiver spürbar wird. Zum Beispiel beim Dorfplatz Sande, an der Halbinsel Gut Lippesee und dort, wo sich der Modellbauverein angesiedelt hat. An etwa 17 Stellen soll die Vegetation so gestaltet werden, dass sich ein besserer Blick aufs Wasser ergibt. Tischendorf sieht den Lippesee nicht isoliert, sondern als Teil einer Seenlandschaft mit dem Nesthauser See, Siemenssee, Brockhofsee und Nesthauser Grundsee. Sie sollen durch ein Rundwegenetz miteinander verbunden werden. Dazu muss aber der Rundweg um den Nesthauser See erst geschlossen werden. Die Verbindung vom Lippesee zum ehemaligen Gartenschaugelände und Schloß Neuhaus wollen die Planer verbessern.

Ein Störfaktor ist die B64, die den Nesthauser See und den Lippesee trennt – zwei Gewässer, die häufig von Radfahrern angesteuert werden. Eine barrierearme Überquerungshilfe wie eine Ampel, eine Brücke oder ein Tunnel könnte eine Verbindung schaffen, hieß es in der gut 100-minütigen Informationsveranstaltung. Auch zum Rundweg um den Lippesee wurden Details genannt. Er soll demnach vier Meter breit werden, und den asphaltierten Weg sollen Fußgänger und Radfahrer gleichermaßen nutzen können. Das Verkehrskonzept des Büros überzeugte die Bürger am Donnerstagabend nicht, sie befürchten weiter, dass Sande über Gebühr strapaziert wird. Sie mahnten zudem genügend Toiletten in der Seenlandschaft an. Eine Antwort auf die Frage, wie viel die Umsetzung der Pläne kosten werde, bekamen sie nicht. Für Schätzungen ist es angeblich noch zu früh. Bis das Konzept verwirklicht ist, werden ohnehin noch Jahre vergehen. »Wir befinden uns am Ende des ersten Drittels des Weges«, erklärte die Technische Beigeordnete Claudia Warnecke.

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