Fr., 19.10.2018

Stadt Paderborn zapft einen weiteren Tiefenbrunnen an Sorge um die Fischteiche

Wüste inmitten von grünen Bäumen: Die Fischteiche liegen trocken und wenn es nicht ein sehr regenreiches Winterhalbjahr gibt, werden sie sich möglicherweise auch nicht wieder richtig füllen. Die Stadt beobachtet die Entwicklung mit Sorge.

Wüste inmitten von grünen Bäumen: Die Fischteiche liegen trocken und wenn es nicht ein sehr regenreiches Winterhalbjahr gibt, werden sie sich möglicherweise auch nicht wieder richtig füllen. Die Stadt beobachtet die Entwicklung mit Sorge. Foto: Besim Mazhiqi

Von Maike Stahl

Paderborn (WB). Mit großer Sorge beobachtet die Stadt Paderborn die Situation an den Fischteichen. »Die Trockenheit dort ist erschreckend. Selbst der Tiefenbrunnen am Spielplatz tröpfelt nur noch«, sagt Toni Wiethaup vom Amt für Umweltschutz und Grünflächen. Auch der Kahnteich ist inzwischen bis auf eine kleine Pfütze ausgetrocknet.

Dieser langsam versiegende Tiefenbrunnen speist den Hausteich mit Wasser. Der Quellteich wird über einen Zuleitungsgraben aus dem Dubelohgraben südwestlich der Haustenbecker Straße mit Wasser versorgt. Eigentlich. Denn auch der Dubelohgraben ist längst ausgetrocknet. »Das ist in diesem Jahr eine außergewöhnliche Dürreperiode«, sagt Wiethaup.

Deshalb plane die Stadt derzeit, einen weiteren Tiefenbrunnen für die Versorgung der Teiche anzuzapfen. »Die Genehmigung, das Überschusswasser dieses nahe der Spedition Massong gelegenen Brunnens zu nutzen, haben wir. Wir planen gerade die Rohrleitung zu den Fischteichen«, berichtet der Fachmann. Im ersten Quartal kommenden Jahres soll diese in Betrieb gehen.

Im Winterhalbjahr wären kräftige Niederschläge hilfreich

»Das allein wird allerdings nicht reichen, um die Wasserversorgung der Teiche sicherzustellen«, stellt Wiethaup klar. »Das hängt vor allem von der Witterung ab. Über das Winterhalbjahr bis ins Frühjahr hinein muss es sehr kräftige Niederschläge geben, damit die Fischteiche sich richtig füllen können.«

Wasser wäre auch wichtig, um der fortschreitenden Verschlammung der Teiche etwas entgegenzusetzen. »Wir haben vor einigen Jahren sehr gute Erfahrungen mit einer Sauerstoffverwirbelung im Kahnteich gemacht«, berichtet Wiethaup. Das sei ökologisch verträglicher als eine Ausbaggerung und habe im Kahnteich eine deutliche Verbesserung gebracht. Voraussetzung dafür ist allerdings Wasser.

Die flachen Teiche verschlammen bei Sauerstoffmangel

Die Verschlammung der ohnehin flachen Teiche, die ursprünglich für die Versorgung der Paderborner mit Fischen angelegt und Mitte des 19. Jahrhunderts vom damaligen Bürgermeister Frankenberg zum ersten Paderborner Naherholungsgebiet deklariert wurden, sei auf die Nährstoffüberversorgung der Teiche zurückzuführen.

Algen und Wasserpflanzen können so übermäßig wachsen und produzieren letztendlich viel tote Biomasse, die bei sinkendem Sauerstoffgehalt nicht vollständig abgebaut werden kann und sich am Seegrund anreichert.

Die Fische wurden rechtzeitig umgesiedelt

Dieser Prozess der so genannten Eutrophierung wird auch gefördert, wenn Passanten verbotenerweise die Enten und Schwäne füttern. Während die Fische vor dem Austrocknen der Teiche im August größtenteils umgesiedelt werden konnten, sind einige Schwäne und Enten geblieben. »Auch die erleiden diesen Sommer und Herbst eine Notzeit«, sagt Wiethaup. Der ehrenamtliche Umwelt- und Tierschutz habe in Absprache mit der Stadt aber Futterstellen eingerichtet.

Der Bootsverleih ruht seit Anfang Juni

Ein trauriges Dasein fristen auch die zehn Ruderboote auf dem trockenen Grund des Kahnteichs. »Das ist eine Katastrophe in diesem Jahr«, sagt Steffi Reker, Geschäftsführerin des Pader-Kletterparks, der auch die Boote verleiht. Das war in diesem Jahr aber nur bis Anfang Juni möglich. »Dass der Wasserspiegel im Laufe des Sommers fällt und die Boote irgendwann im Herbst auf Grund laufen, kennen wir ja. Aber so früh wie in diesem Jahr hatten wir das noch nie«, berichtet sie. Da die Ruderboote an schönen Tagen oft ausgelastet seien, sei auch ein erheblicher finanzieller Schaden entstanden. »Zum Glück läuft der Kletterpark aber gerade sehr gut bei diesem perfekten Herbstwetter«, sagt sie. Der Spaß sei auch ungefährlich, das habe ein Baumgutachten gerade bestätigt.

Die Stadt hatte im September den Kinderspielplatz an den Fischteichen aus Sicherheitsgründen gesperrt, bis die Eichen ihr Laub abgeworfen haben. Es waren wiederholt gesunde Äste aus den Bäumen abgebrochen.

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