Sa., 20.10.2018

Josef Timmer und Egon Hüls stellen passend zu Herbstlibori witziges Fabelwesen vor Das ist der Hasenpfau

Josef Timmer (links) und Egon Hüls zeigen den Hasenpfau und das dazugehörige Gedicht. Vermarkten wollen die beiden ihre Neuschöpfung nicht. Einen Pfau aus Plüsch gibt es ja auch schon als Souvenir. Timmer versteht das Ganze als einen Gag.

Josef Timmer (links) und Egon Hüls zeigen den Hasenpfau und das dazugehörige Gedicht. Vermarkten wollen die beiden ihre Neuschöpfung nicht. Einen Pfau aus Plüsch gibt es ja auch schon als Souvenir. Timmer versteht das Ganze als einen Gag. Foto: Besim Mazhiqi

Von Dietmar Kemper

Paderborn (WB). Schon mal was vom Hasenpfau gehört? Nicht HSV, das ist ein Fußballverein. Gemeint ist der Lepus-Pavo Paderbornae. Josef Timmer hat sich das Fabeltier ausgedacht und Egon Hüls hat es gemalt.

»Ein kultureller Gag passend zur Stadt«

»Das ist was für die Schmunzelecke, ein kultureller Gag passend zur Stadt«, sagte Josef Timmer am Freitag. Der 80-jährige gebürtige Paderborner ließ sich vom berühmten Drei-Hasen-Fenster aus rotem Wesersandstein im spätgotischen Kreuzgang des Paderborner Doms, das ein Steinmetz Anfang des 16. Jahrhunderts gemeißelt hatte, inspirieren. Und natürlich von der Legende, wonach ein Pfau 836 dem Schrein mit dem heiligen Liborius vorausgeflogen sein soll. Nachbildungen eines Pfaus finden sich an mehreren Stellen im Gotteshaus, und ein Pfauenwedel wird zur Eröffnung des Liborifestes dem Schrein vorangetragen, wenn der aus dem Dom geholt wird, damit ihn die Menschen auf dem Marktplatz bestaunen können.

Der Hase ist ein Symbol der Fruchtbarkeit

Weil an diesem Wochenende Herbstlibori eröffnet wird, stellte Timmer jetzt seine Neuschöpfung des Hasenpfaus vor. Über ihn hat er ein launiges Gedicht geschrieben. Demnach entdeckte ein Pfau, dass sich unter den drei Hasen eine Häsin befindet, und so kommt es, wie es kommen muss. »Im Banne Amors, nur platonisch, ward aus Pfau und Hasenfrau ein fabelhafter Hasenpfau«, dichtete Timmer, der von Beruf nicht Literat, sondern Physiotherapeut war.

Das Gedicht zum Fabelwesen. Foto: Besim Mazhiqi

Die Würde des Domes habe er nicht verletzen wollen, betont Timmer. Deshalb wird der Zeugungsakt auch nicht gezeigt, und der Hasenpfau trägt eine Hose. Der Gedanke, Hase und Pfau zusammenzubringen, lag nahe. Der Hase ist ein Symbol der Fruchtbarkeit, der Pfau von Schönheit und Unendlichkeit. Davon abgesehen spiegelt das Drei-Hasen-Fenster im Paderborner Dom vermutlich die mittelalterliche, von Zahlenmystik geprägte Vorstellung wider, wonach solche Figuren die Einheit Gottes in der Dreifaltigkeit symbolisieren.

Auch das Fabelwesen hat drei Ohren

»Ich fand die Idee toll«, sagte Egon Hüls (81) am Freitag. Er fertigte eine Strichzeichnung an und kolorierte sie anschließend. Heraus kam ein Hasenpfau mit drei Ohren und drei großen Steinen im Rad, die an den heiligen Liborius als Schutzpatron der von Nieren- und Gallensteinen geplagten Menschen erinnern. In Paderborn hinterlässt Hüls regelmäßig seine Spuren im Goldenen Buch der Stadt, wenn er die grafische Gestaltung der Einträge bekannter Persönlichkeiten übernimmt. Zum Domjubiläum (950 Jahre) und zur Neugestaltung des Dom- und Marktplatzes entwarf er das Motiv für die Gläser und Krüge für den Bierbrunnen zu Libori.

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