Zu 150 Einsätzen mussten die Polizisten ausrücken – auch Beamte wurden angegriffen
Arbeitsreiche Halloween-Nacht für die Polizei im Kreis Paderborn

Paderborn (WB). Für die Polizei im Kreis Paderborn war die Nacht von Mittwoch auf Donnerstag sehr arbeitsreich. Die Zahl der Einsätze lag deutlich über der eines normalen Wochenendes.

Freitag, 02.11.2018, 11:25 Uhr aktualisiert: 02.11.2018, 11:28 Uhr
Symbolbild. Foto: dpa
Symbolbild. Foto: dpa

Kleinere Angelegenheiten wie beispielsweise Ruhestörungen konnten von den Beamten zeitweise nicht oder nur mit erheblicher zeitlicher Verzögerung wahrgenommen werden. In der Zeit zwischen Mittwochnachmittag, 16 Uhr, und Donnerstagmorgen, 6 Uhr, wurden von der Polizei 150 Einsatzaufträge bearbeitet, wovon fast 30 einem unmittelbaren Halloweenbezug zugeordnet werden konnten.

Im Vergleich dazu waren es im gleichen Zeitraum Mitte der letzten Woche nur 76 Einsätze. Neben vielen Routineeinsätzen wurde die Polizei insbesondere zu Streitigkeiten, Körperverletzungsdelikten oder Sachbeschädigungen gerufen. Vor allem am frühen Donnerstagmorgen kam es zu einer Häufung von Schlägereien in der Paderborner Innenstadt. Bereits gegen 0.50 Uhr hatten zwei Passanten in Bad Lippspringe die Polizei gerufen, nachdem sie von einem Unbekannten verfolgt worden waren, der sich zudem aggressiv gegenüber den Zeugen verhalten hatte.

Beim Eintreffen der Polizei saß der alkoholisierte 35-Jährige an einer Mauer in der Lindenstraße. Als er von der Streifenwagenbesatzung angesprochen wurde, sprang er plötzlich auf und versuchte nach den Beamen zu schlagen. Beim Versuch, den Angreifer zu fesseln, zog sich eine Beamtin leichte Verletzungen am Arm und am Bein zu. Anschließend wurde er zur Ausnüchterung in das Gewahrsam der Polizei nach Paderborn gebracht. Hier wurde ihm eine Blutprobe entnommen.

Gegen 2.15 Uhr wurde ein 18-Jähriger auf der Westernstraße von drei unbekannten Männern attackiert. Gut eine Stunde später kam es zu Auseinandersetzungen zwischen zwei Personengruppen im Bereich Westerntor, in deren Folge ein 27-jähriger Mann eine Stichverletzung am Arm erlitt. Der Tatverdächtige konnte von der Polizei ermittelt und zur Wache gebracht werden. Hier wurde ein Ermittlungsverfahren gegen den 33-Jährige eingeleitet.

Bis in die Morgenstunden kam es im Stadtgebiet etwa einem halben Dutzend weiteren Schlägereien und Körperverletzungsdelikten. Gegen 6 Uhr war zu Auseinandersetzungen vor einer Diskothek auf der Straße Alte Torgasse gekommen, in deren Verlauf einem 21-Jährigen eine Flasche an den Kopf geworfen wurde. Der junge Mann erlitt eine Platzwunde. In der Folge kam es zu einem Tumult mit erneuten Attacken zwischen mehreren Männern, die sich auf die Friedrichstraße verlagerten.

Als Beamte einer Streifenwagenbesatzung eintrafen, flüchteten einige der Beteiligten. Der Haupttatverdächtige, ein 22-jähriger Mann, der in Hövelhof wohnt, wurde von den Beamten aufgefordert, stehen zu bleiben. Dieser hob eine etwa zwei Meter lange Eisenstange auf und ging damit drohend auf die Beamten zu. Unter Vorhalt der Dienstwaffe wurde er erneut mehrfach aufgefordert stehen zu bleiben und die Stange wegzulegen.

Erst dann kam er den Weisungen der Polizisten nach, so dass er gefesselt und zur Wache gebracht werden konnte. Gegen ihn wurden ein Ermittlungsverfahren wegen gefährlicher Körperverletzung und Bedrohung eingeleitet und eine Blutprobe entnommen. Am späten Mittwochabend wurden in Schloß Neuhaus im Josef-Temme-Weg ein Mehrfamilienhaus und in Delbrück in der Südstraße ein Einfamilienhaus mit Eiern beworfen.

Am Freitagmorgen entdeckten Zeugen, dass die Fassade der Gesamtschule in Salzkotten an der Upsprunger Straße und Fenster der benachbarten Liboriusgrundschule ebenfalls mit Eiern durch unbekannte Täter beschmutzt worden waren.

Insgesamt kam es an Halloween zu mehr als 1000 Polizeieinsätzen in NRW . Dabei ging es um Sachbeschädigung, Körperverletzung und Ruhestörung.

Einen besonders schlechten Scherz haben sich Verkleidete in Geseke erlaubt. Sie sprangen in Clown-Kostümen auf die Straße und verursachten einen Unfall mit einem Sachschaden in Höhe von 100.000 Euro.

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