Mi., 07.11.2018

Finke-Käufer Krieger will die Logistik in Paderborn ausbauen Krieger an Westfleisch-Areal interessiert

An die Finke-Logistik (blau) grenzt Westfleisch (rot) mit der Brandruine. Es handelt sich um 10.000 Quadratmeter.

An die Finke-Logistik (blau) grenzt Westfleisch (rot) mit der Brandruine. Es handelt sich um 10.000 Quadratmeter. Foto: Jörn Hannemann

Von Ingo Schmitz

Paderborn/Porta Westfalica (WB). Was hat Möbel-Mogul Kurt Krieger in Paderborn vor? Es wurde bekannt, dass das Unternehmen das Westfleisch-Areal in Mönkeloh kaufen will. Es grenzt an die Finke-Logistik, die Krieger im Gegensatz zum Möbelhaus weiterführen will.

Erst vor zwei Wochen hatte das WESTFALEN-BLATT berichtet, dass Westfleisch das 10.000 Quadratmeter große Grundstück mit der Brandruine zweieinhalb Jahre nach dem verheerenden Feuer verkaufen will . Nach Informationen dieser Zeitung steht das Unternehmen Krieger offenbar in ernsthaften Verhandlungen, um die moderne Finke-Logistik weiter ausbauen zu können. Eine Stellungnahme zu dem möglichen Kauf und den weiteren Plänen war gestern vom Unternehmen Krieger nicht zu bekommen.

In Betriebsratskreisen werden die Vermutungen immer lauter, dass die angekündigte Schließung des Finke-Standortes am Stammsitz in Paderborn auch als Drohgebärde gegenüber den Mitarbeitern an anderen Finke-Standorten zu verstehen sei. Die Finke-Gruppe sei bereits 2005 aus dem Tarif ausgetreten, dennoch verdiene man hier deutlich mehr Geld als bei den zur Krieger-Gruppe gehören Höffner-Möbelhäusern. »Finke zahlt im Mittel etwa 20 Prozent mehr Lohn als Höffner«, hieß es gestern aus Betriebsratskreisen.

Hamm, Münster und Kassel in Einzelgesellschaften umgewandelt

Die Finke-Verkaufsstandorte in Hamm, Münster und Kassel seien inzwischen von Krieger in Einzelgesellschaften umgewandelt worden. Wie es mit den Finke-Häusern in Jena und Erfurt weiter-geht, ist weiterhin unklar. Diese sollen erst zum 1. Januar 2019 an Krieger übergeben werden, hieß es. Dies lasse sich auch nicht mehr aufhalten.

Der einstige Möbel-Unternehmer Wilfried Finke hat sich gestern zu Wort gemeldet. Nach Medieninformationen bedauere er jede Kündigung, die mit der Schließung verbunden sei. Allerdings habe die Zukunft des Stammsitzes in Paderborn nie eine Rolle bei den Verkaufsverhandlungen gespielt. Der neue Eigentümer müsse selbst unternehmerisch entscheiden, wie er hier wirtschaften wolle. Wilfried Finke gehe demnach davon aus, dass in Paderborn neu gebaut wird. Davon ist bei Krieger aber aktuell nicht die Rede.

Betriebsrat kritisiert Politik

Der Paderborner Betriebsrat kritisiert derweil Bürgermeister und Politik. Er erwarte von ihnen mehr Solidarität und Unterstützung, hieß es. Es müsse nicht darum gehen, in Paderborn neu zu bauen. Das Verkaufshaus müsse erhalten bleiben. Der Paderborner Wirtschaftsförderer Frank Wolters betonte, dass die Entscheidung des Unternehmens wohl nicht von außen beeinflusst werden könne.

Derweil erwartet die größte Möbelhandelsgruppe mit Sitz in OWL, Porta, eine Fortsetzung des Trends zur Konzentration in der Möbelbranche. Vieles von dem, was jetzt geschehe, habe sich abgezeichnet. »Wir beobachten die jüngsten Entwicklungen in der Branche daher sehr genau, aber auch mit Gelassenheit«, erklärte eine Sprecherin des Unternehmens in Porta Westfalica.

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