Bürgermeister Dreier und Landrat Müller empfehlen höhere Zuschüsse
Lücke im Theater-Etat wird größer

Paderborn (WB/ecke). Bürgermeister Michael Dreier und Landrat Manfred Müller sind bereit, eine sich abzeichnende Finanzlücke beim Paderborner Theater zu schließen. Sie empfehlen dem Stadtrat und dem Kreistag, einen entsprechenden Beschluss zu fassen.

Samstag, 24.11.2018, 14:07 Uhr aktualisiert: 24.11.2018, 14:50 Uhr
Mit rund 65.000 Besuchern pro Jahr hat das Theater seit der Eröffnung des Neubaus eine rasante Entwicklung genommen, die Stadt und Kreis sichern wollen. Foto: Jörn Hannemann
Mit rund 65.000 Besuchern pro Jahr hat das Theater seit der Eröffnung des Neubaus eine rasante Entwicklung genommen, die Stadt und Kreis sichern wollen. Foto: Jörn Hannemann

Konkret geht es um jährlich rund 900.000 Euro, die seit der Spielzeit 2010/11 alljährlich von der seinerzeit von Eon Westfalen-Weser initiierten »Förderstiftung Paderborn« überwiesen werden. Diese Förderung läuft ab dem Spieljahr 2020/21 aus.

Dreier: »Das Theater trifft den Nerv seiner Besucher.«

»Das Theater Paderborn trifft den Nerv seiner Besucher. Die hohe Akzeptanz und das anspruchsvolle künstlerische Niveau sollen auch in der Zukunft gesichert und weiterentwickelt werden«, so Bürgermeister Michael Dreier und Landrat Manfred Müller in einer gleich lautenden Vorlage für Rat und Kreistag, mit der die Verlustabdeckungsvereinbarung der beiden Gesellschafter Stadt (zwei Drittel) und Kreis Paderborn (ein Drittel) verlängert werden soll. Einen entsprechenden Beschluss empfehlen Bürgermeister und Landrat dem Rat der Stadt Paderborn und dem Kreistag für die Dezembersitzung. Die Mitte des kommenden Jahres auslaufende Verlustabdeckungsvereinbarung soll zunächst um fünf Jahre verlängert werden.

65.000 Besucher jährlich wollen die Produktionen sehen

»Unser Theater ist ein Publikumsmagnet und kultureller Leuchtturm für unsere Stadt, ein Aushängeschild und wichtiger Standortfaktor. Das soll auch in Zukunft so bleiben«, betont Bürgermeister Michael Dreier. »Deshalb wollen wir die Finanzierung auch für die Zukunft auf sichere Beine stellen.« Das Theater habe unter der Intendanz von Katharina Kreuzhage mit etwa 65.000 Besuchern jährlich eine hervorragende Entwicklung genommen, die es fortzusetzen gelte.

CDU unterstützt den Verwaltungsvorschlag

»Das Theater ist für den ganzen Kreis Paderborn eine große Bereicherung für die Kultur, die es auf diesem Niveau zu halten gilt. Es ist unverzichtbar, um Lebensqualität zu sichern und kulturelle Impulse für den gesellschaftspolitischen Diskurs zu erhalten«, betont Landrat Manfred Müller. Er verweist darauf, dass eine Region, die dauerhaft attraktiv für hoch qualifizierte Fachkräfte sein wolle, zwingend auch ein niveauvolles Kulturangebot für die gesamte Bevölkerung anbieten müsse. Deshalb sei die Verlängerung und Anpassung der Verlustabdeckung ein wichtiger und richtiger Schritt.

Die CDU-Fraktion im Rat der Stadt Paderborn unterstützt den Vorschlag von Bürgermeister Michael Dreier. »Das Theater ist ein höchst wichtiger Standortfaktor für unsere prosperierende Stadt, das eine sehr hohe Akzeptanz und in seinen Vorstellungen eine deutschlandweit erstklassige Auslastung erfährt«, lobt Fraktionschef Markus Mertens. Diese hohe Qualität koste Geld, das hier bestens angelegt sei.

FBI und LKR wollen höhere Eintrittspreise

FBI und LKR verweisen in einer gemeinsamen Erklärung darauf, dass der bisher bekannte Fehlbetrag von 2,3 Millionen Euro durch die Kompensation der bisher von der Förderstiftung getragenen Summe auf mehr als 3 Millionen Euro steigen werde. Dann dürften höhere Eintrittspreise kein Tabu sein. Einsparungen im Theateretat dürften dagegen nicht das Ziel der Überlegungen sein.

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