Do., 06.12.2018

Ein 21-jähriger Ägypter soll die Prostituierte erschossen haben Nach Mord in Paris Zugriff in Paderborn

Symbolfoto.

Symbolfoto. Foto: Ingo Schmitz

Von Christian Althoff

Paderborn/Paris (WB). Polizisten haben in einem Asylbewerberheim in Paderborn einen Ägypter festgenommen. Mamoud K. (21) soll als Mitglied einer französischen Bande im August an der Tötung einer transsexuellen Prostituierten in Paris beteiligt gewesen zu sein.

Das Verbrechen hatte in Frankreich und weiteren Ländern, auch in Deutschland, zu Demonstrationen geführt. Die Teilnehmer forderten unter anderem mehr Schutz für Prostituierte und eine Entkriminalisierung ihrer Arbeit. In Deutschland ist Prostitution erlaubt, sie wird seit 2017 vom Prostituiertenschutzgesetz geregelt. Es schreibt unter anderem Kondome vor.

Das Verbrechen geschah in der Nacht zum 17. August im Bois de Boulogne, einem bewaldeten Park in Paris. Nach Berichten französischer Zeitungen arbeitete die 36 Jahre alte Vanesa Campos bereits seit zwei Jahren als Prostituierte. Sie soll aus Peru stammen nach dem Tod ihres Vaters nach Frankreich gekommen sein, um Geld zu verdienen und ihre Familie zu unter­stützen.

In der Tatnacht soll eine Bande Vanesa Campos und ihren Freier überfallen haben – mutmaßlich, um die beiden auszurauben. Die Täter sollen mit Messern, Stöcken und einer Pistole bewaffnet gewesen sein. Andere Frauen hörten Hilfeschreie der 36-Jährigen, dann fielen Schüsse. Vanesa Campos wurde von einer Kugel in die Brust getroffen und starb. Nach Angaben der Zeitung »Le Parisien« soll sie die zwölfte Prostituierte gewesen sein, die in den vergangenen Jahren in dem Park ermordet wurde.

Die französische Polizei ermittelte mehrere Verdächtige, darunter den Ägypter Mamoud K. Gegen ihn wurde ein internationaler Haftbefehl erlassen. Zeugen zufolge soll er geschossen haben.

Der Ägypter soll mit zwei Aliasnamen in Europa unterwegs gewesen sein. Bei einem Datenabgleich fiel auf, dass er in Paderborn als Asylbewerber in einer Unterkunft an der Rathenaustraße gemeldet war. Dort wurde er am 24. November festgenommen. Oberstaatsanwalt Tim Engel von der Generalstaatsanwaltschaft in Hamm: »Er bestreitet den Vorwurf und gibt an, er sei im Juli von Italien nach Deutschland gereist und nicht in Frankreich gewesen.« Das Oberlandesgerichts Hamm prüft jetzt die Auslieferung des Ägypters nach Frankreich.

 

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