Mi., 05.12.2018

Wellemöbel will Howelpa-Immobilie in Paderborn verkaufen »Sind im leichten Plus«

Wellemöbel mit Sitz in Bad Lippspringe will sich von seiner Immobilie Howelpa in Paderborn trennen. Das Areal der 100-prozentigen Tochter der Gruppe umfasst 70.000 Quadratmeter nebst einer Halle von 30.000 Quadratmetern

Wellemöbel mit Sitz in Bad Lippspringe will sich von seiner Immobilie Howelpa in Paderborn trennen. Das Areal der 100-prozentigen Tochter der Gruppe umfasst 70.000 Quadratmeter nebst einer Halle von 30.000 Quadratmetern Foto: Jörn Hannemann

Bad Lippspringe (WB/bel). »Standorte und Mitarbeiterzahl bleiben erhalten, und natürlich werden auch die Zahlungsstreckungen voll beglichen«, reagierte gestern die Geschäftsführung von Wellemöbel in Bad Lippspringe auf öffentliche Mutmaßungen, dass die Gesellschaft in Zahlungsschwierigkeiten stecken könne. Nur von der Immobilie der Tochtergesellschaft Howelpa Logistik an der Halberstädter Straße in Paderborn wolle man sich trennen.

Die Unternehmensgruppe mit ihren 530 Mitarbeitern und einem Jahresumsatz von 73 Millionen Euro war in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt, nachdem auch die IG Metall ausstehende Lohnzahlungen insbesondere am Produktionsstandort Alsfeld in Hessen kritisiert hatte. »Diese Zahlungsstreckungen sind aber mit den Mitarbeitern vereinbart worden aufgrund der schwierigen Lage der Branche im Sommer«, sagte Geschäftsführerin Anna Sommermeyer-Rickert. Deshalb seien auch Kapazitäten zurückgefahren worden. Die ausstehenden Lohnzahlungen würden natürlich voll beglichen.

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Diese Zahlungsstreckungen sind aber mit den Mitarbeitern vereinbart worden aufgrund der schwierigen Lage der Branche im Sommer

Geschäftsführerin Anna Sommermeyer-Rickert

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Derzeit befinde sich das Unternehmen in »einem leichten Plus« bei der Geschäftslage. Entlassungen seien ebenfalls kein Thema. Derzeit habe man ein Auftragsvolumen für die kommenden zweieinhalb Monate über insgesamt etwa elf Millionen Euro. Der hohe Auftragsbestand sei ein Erfolg der breiten Platzierungen mit neuen Produkten.

Wellemöbel-Geschäftsführerin Anna Sommermeyer-Rickert bei der Präsentation eines neuen Kleiderschranks auf der Möbelmesse in Köln im Jahr 2017. Foto: Oliver Schwabe

Zur Unternehmensgruppe der Wellemöbel Beteiligungs GmbH mit Sitz in Bad Lippspringe gehören die Wellemöbel GmbH in Bad Lippspringe mit 131 Mitarbeitern, die MF Dienstleistungen GmbH mit dem Sektor der Fertigung mit insgesamt 211 Mitarbeitern, das Werk in Alsfeld mit 83 Beschäftigten und die Logistik-Gesellschaft Howelpa mit Sitz in Paderborn mit 105 Beschäftigten. Von dieser Immobilie wolle man sich derzeit trennen, sagte Sommermeyer-Rickert. Das Logistik-Unternehmen selbst soll jedoch erhalten bleiben. Eventuell werde man bei einem Verkauf das Gebäude mit derzeit 30 000 Quadratmetern dann anmieten. Das Areal an der Halberstädter Straße selbst hat eine Fläche von 70.000 Quadratmetern.

IG Metall bezeichnet die Lage bei Wellemöbel als »diffus«

Für die IG Metall Paderborn stellt sich die Lage bei Wellemöbel als »diffus« dar, so deren 1. Bevollmächtigter Carmelo Zanghi. Es komme nach Informationen der Gewerkschaft immer wieder zu verzögerten Lohnzahlungen von bis zu ein oder zwei Monaten und gleichzeitig zu Teilzahlungen von Gehältern. Deshalb habe man per Vordruck die eigenen Mitglieder aufgefordert, schriftlich ihre Lohnzahlungen geltend zu machen, damit etwaige Ansprüche nicht verloren gehen.

Zur Wellemöbel Beteiligungsgesellschaft gehören mehrere 100-prozentige Tochterunternehmen., darunter auch die Howelpa Logistik GmbH in Paderborn.

Bereits 2015 hatte der Möbelhersteller ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung durchgeführt. Dies betraf auch die Howelpa Logistik GmbH. Vorausgegangen war in den Jahren 2002/03 das Insolvenzverfahren des Traditionsunternehmens Welle in Paderborn. In den nachfolgenden Jahren wurde der Produktionsstandort Paderborn und Detmold geschlossen. In Bad Lippspringe hatte man 2006 den Schlafzimmerproduzenten Stammschroer übernommen.

Aus der damaligen Insolvenz des Paderborner Unternehmens gingen zwei Gesellschaften hervor: Zum einen die heutige Welle Holding AG in Besitz der Familie Welle und andererseits die Wellemöbel Beteiligungsgesellschaft. Beide Unternehmen sind völlig selbstständig. Die Welle Holding AG ist eine Unternehmensgruppe mit insgesamt etwa 4500 Mitarbeitern und hat nach eigenen Bekunden einen Umsatz von Etwa 600 Millionen Euro.

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