Fr., 07.12.2018

Bauausschuss beschließt höhere Investitionen Politik zeigt Herz für Radfahrer

Um das Radfahren in Paderborn attraktiver zu machen, soll im kommenden Jahr viel investiert werden. Ein Problembereich ist das Riemekeviertel, hier die Kreuzung Ferdinandstraße/Riemekestraße, wo viele Radler unterwegs sind.

Um das Radfahren in Paderborn attraktiver zu machen, soll im kommenden Jahr viel investiert werden. Ein Problembereich ist das Riemekeviertel, hier die Kreuzung Ferdinandstraße/Riemekestraße, wo viele Radler unterwegs sind. Foto: Jörn Hannemann

Von Ingo Schmitz

Paderborn (WB). Für Radfahrer soll in Paderborn im kommenden Jahr mehr getan werden. Bessere Radwege und zusätzliche Fahrrad-Parkplätze gehören unter anderem zum Maßnahmenkatalog, der im Bau- und Planungsausschuss beraten worden ist.

Seit wenigen Tagen ist die Stadt Paderborn nun Mitglied in der Arbeitsgemeinschaft fußgänger- und fahrradfreundlicher Städte. Diesem Schritt sollen nun weitere Taten folgen, wie die Fraktionen im Ausschuss deutlich machten.

Mehr Geld

Um den Ausbau des Radwegenetzes voran zu treiben, soll es mehr Geld im Haushalt 2019 geben. 500.000 Euro hatte Reinhard Borgmeier (Linksfraktion) gefordert. Unterstützung gab es von den Grünen und der CDU – allerdings hielten diese 250.000 Euro für ausreichend. Das ist auch die Summe, die die Verwaltung favorisiert. Mehr ließe sich auch personell nicht umsetzen, hieß es. Unzufrieden zeigte sich die SPD: Der Ausbau dauere viel zu lange. Schließlich zog die Linksfraktion ihren Antrag zurück und die Fraktionen einigten sich einstimmig auf 250.000 Euro.

Mehr Klarheit

Im Bereich der Bahnhofstraße zwischen Florian- und Gruningerstraße fordern die Linken und auch die Grünen einen Prüfauftrag zur Verbesserung der Radwegeführung. Margit Hoischen vom Straßen- und Brückenbauamt stellte in Aussicht, dass dafür Förderanträge gestellt werden könnten. Dabei soll auch überprüft werden, ob möglicherweise der Parkstreifen an der Bahnhofstraße (Fahrtrichtung Innenstadt) entfallen könne, um den Radfahrern mehr Raum zu geben. Die Maßnahme selbst ist vermutlich erst nach 2020 an der Reihe.

40.000 Euro sollen zudem im kommenden Jahr in die frühzeitige Planung zur Erneuerung der Detmolder Straße fließen. Ziel sei es, neben der Fahrbahn auch die Radwegesituation deutlich zu verbessern, sagte Hoischen.

Mehr Sicherheit

Die Grünen schlugen im Bau- und Planungsausschuss vor, in der Stadt Schilder aufzustellen, die auf den empfohlenen Mindestabstand von 1,50 Meter beim Überholen von Radfahrern hinweisen. Dafür gab es keine Mehrheit. Nach Meinung von Franz-Josef Henze (SPD) sei ein Mehr an Sicherheit der Radfahrer nicht mit einem Aufrüsten des Schilderwalds zu erreichen. »Es geht nur mit Rücksichtnahme und einem Umdenken im Kopf«, verdeutlichte der Fraktionschef seinen Standpunkt. Dabei bekam er volle Unterstützung von der CDU. »Paderborn braucht einen Bewusstseinswandel durch eine Image-Kampagne«, meinte Christoph Quasten. Claudia Warnecke verwies darauf, dass die AG fahrrad- und fußgängerfreundliche Städte im kommenden Jahr eine Kampagne unter dem Titel »Liebe braucht Abstand« durch. Daran sollte sich Paderborn beteiligen. Die Grünen formulierten den Antrag spontan um und schlugen 10.000 Euro zur Finanzierung einer Kampagne vor. Doch auch hierfür gab es schließlich keine Mehrheit.

Mehr Parkplätze

Nicht nur das Fahrradfahren ist in Paderborn an manchen Stellen ein Problem. Auch das Parken gehört dazu. Vor allem im Riemeviertel gebe es großen Bedarf an Stellplätzen für Zweiräder, erklärte Ulrich Koch (SPD). Viele Gehwege seien mit Fahrrädern zugeparkt. Für Fußgänger mit Rollator oder Kinderwagen gebe es mitunter kaum ein Durchkommen.

Die SPD forderte die Verwaltung auf zu prüfen, wo im Riemekeviertel einzelne Pkw-Parkplätze in öffentlich nutzbare Fahrradabstellplätze umgewandelt werden können. Diese sollten dann mit Sicherheitsbügeln zum Abschließen der Fahrräder ausgestattet werden. Nach zwei Jahren sollte die Maßnahme überprüft werden. »Dass ist ein kleiner, aber richtiger Schritt zu einer gerechten Verteilung des öffentlichen Parkraums«, sagte Koch.

Christoph Quasten (CDU) widersprach mit Vehemenz: »Hier wird systematisch Autofahrern Parkraum weggenommen.« Schließlich einigte sich der Ausschuss auf einen Vorschlag zur Güte: Die Verwaltung soll prüfen, wo im Riemekeviertel Fahrradstellplätze möglich sind.

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