Sa., 15.12.2018

Paderborner Traditionsgeschäft verkauft bald nur noch im Südring-Center Linnemann schließt an der Westernstraße

Geben die Filiale an der Westernstraße auf: Katharina und Antonius Linnemann mit Sohn Marcus Linnemann.

Geben die Filiale an der Westernstraße auf: Katharina und Antonius Linnemann mit Sohn Marcus Linnemann. Foto: Jörn Hannemann

Paderborn (WB/vah). Schon lange wurde darüber hinter vorgehaltener Hand gesprochen, jetzt ist es amtlich. Die Buchhandlung Linnemann schließt ihr Geschäft an der Westernstraße. In Zukunft wird das Unternehmen nur noch Bücher in der Filiale im Südring-Center anbieten.

Die Schließung der Buchhandlung in der Westernstraße (1000 Quadratmeter Fläche) spiegele auch die Entwicklung des deutschen Buchhandels allgemein wider, begründet Antonius Linnemann (78): »Bei der derzeitigen Umsatzentwicklung im stationären Buchhandel und im gesamten Einzelhandel ist es für uns in der Zukunft unternehmerisch nicht möglich, diesen Standort in der Innenstadt weiterhin erfolgreich zu betätigen.«

Mitte Januar schließt er daher das Geschäft. Was aus den frei werdenden Gewerbeflächen wird, ist derzeit nicht bekannt.

 

Kommentare

Schade

Schade. Sehr schade.
Wenn auch abzusehen. Antonius Linnemann hat mich beraten, versorgt und oft sehr, sehr schnell geliefert.
Dennoch bin ich irgendwann selten zu ihm gegangen. Der Onlinehandel. Alles fing damit an, dass *TELEBUCH# beim BTX-Service schnell englischsprachige Bücher anbot. Also nutzte ich dies. Über ABC- Bücherdienst bis hin zu Amazon war es dann ein sehr schneller Weg. Heute bin ich ehrlich verschämt. Auch wenn natürlich der Onlinehandel reichlich Vorteile hat. Man kann auch nächtens, am Sonntag, Ostern oder wann auch immer bestellen. Aber jedesmal, wenn ich im Laden war, gab es reichlich anderen Vorteile: Wo kann man per Internet schon stöbern, anlesen etc.
Ich danke der Familie Linnemann für ihr Engagement und die Bereicherung, die sie durch diese Leidenschaft in der Stadt Paderborn eindrucksvoll gewesen sind.

Packen wir uns mal selber an die Nase?

Wir sollten nicht immer auf die Politik schielen und die Politik aufrufen hier einzugreifen. Denn das in unseren Innenstädten immer mehr "allseits bekannte Geschäfte" schließen, liegt nicht an der Politik.
Wir, die Käufer, sind die Verursacher dieser Situation. Denn wir schielen auf immer günstigere Preise (und wenn es nur um ein paar Euro geht), wir kaufen im Internet, wir nutzen Preissuchmaschinen zb xxx24.de,
wir kaufen immer mehr über den großen Onlineanbieter "Axxxxx" ein. Und dann wundern wir uns.
Vor allem bei der Buchhandlung Linnemann, sah man das hier die Zeichen der Zeit bereits frühzeitig erkannt wurde.
Es wurde in dieser Buchhandlung schon lange das Onlineangebot genutzt inkl. Lieferung direkt nach Hause.
Und hat es genutzt.
Nicht immer auf die Anderen schauen und zeigen, die angeblich dafür verantwortlich sind. Auf der einen Seite wollen wir Selbstbestimmung und dann rufen wir auch immer wieder nach dem Staat.
Wobei der Begriff "Staat" bedeuted das Zusammenwirken und dauerhafte und geordnete Zusammenleben der in einem bestimmten abgegrenzten Territorium lebenden Menschen. Also wir alle.
Selber mal an die eigene Nase packen wäre vielleicht richtiger!

Trotz des( sehr einseitig) hochgelobten Einzelhandelskonzept geht wieder mal ein allseits bekanntes Geschäft in der Innenstadt über die Wupper.Die Filiale im Südringcenter bleibt jedoch bestehen!! Liebe Lokalpolitiker, Euren ehrenamtlichen Einsatz in allen Ehren, wird es aber nicht so langsam Zeit Eure Entscheidungen mal zu überdenken?

3 Kommentare

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