Di., 18.12.2018

Erzbistum benennt externe Juristen – »noch eindeutiger auf Seite der Betroffenen« Neue Missbrauchsbeauftragte bestellt

Martin Rehborn und Gabriela Joepen  sind neue  Missbrauchsbeauftragte.

Martin Rehborn und Gabriela Joepen sind neue Missbrauchsbeauftragte. Foto: pdp

Paderborn (WB/bex). Das Erzbistum Paderborn hat zwei neue Missbrauchsbeauftragte bestellt. Erzbischof Hans-Josef Becker überreichte Rechtsanwältin Gabriela Joepen aus Paderborn und Rechtsanwalt Prof. Dr. Martin Rehborn aus Dortmund am Montag im Bischofshaus die Beauftragung.

Damit stehen weiterhin eine weibliche und eine männliche Ansprechperson für Fälle sexuellen Missbrauchs Minderjähriger zur Verfügung.

»Als Kirche von Paderborn und auch ganz persönlich sind wir beschämt und tief enttäuscht über den Missbrauch Minderjähriger im Raum der Kirche«, sagte Becker. Es komme jetzt darauf an, »ganz und noch eindeutiger auf der Seite der Betroffenen und Opfer zu stehen«. Bewusst sei in Folge der im September vorgestellten Missbrauchsstudie entschieden worden, im Erzbistum externe Ansprechpersonen für Hinweise auf den Verdacht eines sexuellen Missbrauchs an Minderjährigen zu benennen. Die bisherigen Missbrauchsbeauftragten waren nach Angaben des Erzbistums kirchliche Mitarbeiter. Mit der Benennung externer Juristen wolle man die Aufgabe nun »auf eine neue Ebene stellen«, sagte Bistumssprecher Thomas Throenle.

Offenheit und Transparenz

Ab dem 1. Januar übernehmen die beiden externen Ansprechpartner die Aufgabe von Dr. Petra Lillmeier und Dr. Franz Kalde. »Ich danke Frau Dr. Lillmeier und Herrn Dr. Kalde für ihre engagierte und kompetente Arbeit als Missbrauchsbeauftragte. Mit Sachverstand und Einfühlungsvermögen standen sie an der Seite von Betroffenen, begleiteten und unterstützten sie«, betonte Generalvikar Alfons Hardt. Lillmeier soll künftig als Interventionsbeauftragte weiter in diesem Arbeitsfeld tätig sein. Kalde bleibe Richter am Erzbischöflichen Offizialat Paderborn.

»Uns sind Offenheit und Transparenz wichtig. Selbstverständlich arbeiten wir nicht erst seit der Missbrauchsstudie mit den staatlichen Ermittlungsbehörden zusammen und stehen auch im Kontakt mit der Staatsanwaltschaft«, erklärte Hardt. Wie am Samstag berichtet, überlässt das Erzbistum der Paderborner Ermittlungsbehörde etwa ein gutes Dutzend Personalakten von noch lebenden Geistlichen, um möglichem Missbrauchsverdacht aus Taten vergangener Jahre nachgehen zu können. Die Staatsanwaltschaft wird die Akten jetzt daraufhin prüfen.

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