Do., 27.12.2018

Glänzende Aufführung des Weihnachtsoratoriums von Bach im Dom Freudige Erwartung der Heiligen Nacht

Die Chöre und Instrumentalisten am Freitagabend beim Weihnachtskonzert im Paderborner Dom.

Die Chöre und Instrumentalisten am Freitagabend beim Weihnachtskonzert im Paderborner Dom. Foto: Juliane Fröhling

Von Juliane Fröhling

Paderborn (WB). Manch einer kommt noch mit den Klängen der Turmbläser im Ohr in den Dom, andere erreichen etwas abgehetzt nach dem Geschenkekauf die Kirche, doch alle haben das gleiche Ziel: das Adventskonzert der Paderborner Dommusik.

Ganz traditionell stand das Weihnachtsoratorium von Johann Sebastian Bach mit den Kantaten eins bis drei und sechs auf dem Programm. Dieser komponierte den Weihnachtszyklus ursprünglich zum Vortrag in den Gottesdiensten an den Feiertagen. Heutzutage widmen sich nicht zuletzt aufgrund der Länge ganze Konzerte dem beliebten Werk.

Domkapellmeister Thomas Berning wählt von Beginn an ein flottes Tempo, das die freudige Erwartung auf das kommende Weihnachtsfest ausdrückt. Diese ist auch bei den Sängerinnen und Sängern von Domchor und Domkantorei zu erkennen, die bereits beim Eingangschor »Jauchzet, frohlocket« in ihrem Element sind.

Anschließend folgt ein Höhepunkt dem nächsten. Ob die warm klingenden Alt-Arien, engagiert vorgetragen von Margot Oitzinger, ob Sopranistin Ina Siedlaczek als Engel mit ihrer glockenhellen Stimme oder ob ein voller Basssound von Peter Kooij – während der gesamten zwei Stunden ist es ein Genuss zuzuhören. Besonders hervorzuheben ist dabei Evangelist Michael Connaire, der nicht nur seine zahlreichen Rezitative und Arien auswendig singt, sondern auch mit Gestik und Mimik den textlichen Inhalt unterstreicht. Auch seine musikalische Interpretation grenzt an Genialität und verdeutlicht seine außergewöhnlichen Fähigkeiten als Tenor.

In Verbindung mit den Solo-Arien glänzen auch die solistisch besetzten Parts im Barockorchester »L’Arco«. Dazu zählen die Oboen, Flöte und Violine, die mit ihrem warmen und sauberen Klang, der so typisch für die barocken Instrumente ist, mit den jeweiligen Solisten harmonieren. Das gesamte Orchester bildet eine angenehme Unterstützung sowohl für Chor als auch für Solisten. Die Trompeten sorgen dabei oftmals für eine festliche Atmosphäre. Thomas Berning spielt dabei auch mit der Aufstellung, um bestimmte Instrumentengruppen passend hervorzuheben.

Für die große Chorbesetzung ist die Aufführung der vier Kantaten eine echte Höchstleistung: zwei Stunden volle Konzentration und nach langen Pausen den richtigen Einsatz für einen der vielen Choräle zu treffen. Dank des feinfühligen Dirigats von Thomas Berning und der permanenten Aufmerksamkeit des Chors gelingt dies aber zu jedem Moment. Alle vier Stimmen musizieren ausgewogen und gestalten kleine solistische Einsätze angemessen. Auch dynamische Unterschiede unterstreichen die jeweilige Textbedeutung. So werden Choräle wie »Ich steh an deiner Krippen hier« zu musikalischen Erlebnissen.

Das Publikum im ausverkauften Dom ist begeistert und belohnt die Akteure mit langem Applaus.

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