Mi., 09.01.2019

Paderhalle: flott präsentierte Erfolgstitel in der Tourneeproduktion Publikum feiert die Musicalnacht

Immer wieder gibt es temperamentvolle Ensembletänze.

Immer wieder gibt es temperamentvolle Ensembletänze. Foto: Michael Welling

Von Michael Welling

Paderborn (WB). Gut besuchtes Haus für »Die Nacht der Musicals« in der Paderhalle. Rund 500 Besucher feiern die 14 Tänzer und Sänger, die in zwei temporeichen Stunden Höhepunkte aus populären Musicals präsentieren.

Man hat sich ja inzwischen daran gewöhnt, dass bei solchen Produktionen die Musik aus der Konserve kommt und dass auch am Bühnenbild gespart wird. Bis auf die Unterstützung durch gut gemachte Licht- und Lasereffekte- und grobkörnige

Videoprojektionen auf drei Großmonitoren agieren die Darsteller auf leerer Bühne. So bleibt vieles der Fantasie der Zuschauer überlassen. Sicherlich ein Tribut, der dem Tourneebetrieb und der Tatsache gezollt ist, ohne Umbaupausen Ausschnitte aus 17 Musicals über die Bühne fegen zu lassen.

Doch wenn man sich mit diesem Minimalismus erst einmal angefreundet hat, kann man wirklich von einem Musical-Erlebnis sprechen. Die acht Tänzerinnen und Tänzer beweisen Klasse in ihrem Metier, während die sechs Sängerinnen und Sänger durch wandlungsfähige, eindrucksvolle Stimmen beeindrucken und den verschieden Musical-Szenen immer genau das richtige Gewicht geben. Lediglich die zu laute Musikkonserve übertönt leider oft den Gesang, dabei sitzt der Tontechniker mitten im Saal.

Jeder Rollenwechsel sitzt

Schauspielerisch gefallen die Akteure, allesamt erfahrene Musicaldarsteller mit einem guten Gefühl für genaues Timing, jeder Rollenwechsel sitzt auf den Punkt. Dazu kommen zahlreiche farbig-stimmungsvolle und teils aufwendige Kostüme, die die Handlung unterstützen.

So wird es eine tempo- und abwechslungsreiche Reise durch die zeitgenössische Musicalwelt, von düsteren Bildern im »Tanz der Vampire« oder im »Phantom der Oper« hin zu den farbenfreudigen afrikanischen Szenen in »König der Löwen« oder »Aladin« bis hin zum farbenfrohem Finale »Ich war noch niemals in New York«.

Hauptakteur geht auch ins Publikum

Immer wieder findet sich für die Tänzer Gelegenheit, ihr Können und Temperament unter Beweis zu stellen, sei es bei »Grease« »Hinter dem Horizont« oder »Mamma Mia«. Richtig schön ausgewalzt wird die »Rocky Horror Picture Show«. Die Travestie des bestrapsten Hauptakteurs Frank N. Furter findet zum Gaudi des Publikums auch zwischen den Zuschauerreihen statt.

Schade nur, dass einige Ohrwürmer fehlen. So wartete man beim »König der Löwen« vergeblich auf »Circle Of Life«, und Musicalklassiker wie »Les Miserables« oder »Evita« fehlten gleich ganz. Alles in allem stößt die sympathische Truppe aber auf ein zu Recht begeistert mitgehendes Publikum, das zum Schluss kaum zu halten ist und mit reichlich Applaus nicht spart.

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