Do., 17.01.2019

Politik, Sport und Wirtschaft würdigen die Lebensleistung von Wilfried Finke Eine Stadt verneigt sich

Der größte Tag als Präsident des SC Paderborn: Gemeinsam mit 20.000 Fans feiert Wilfried Finke am 11. Mai 2014 den Aufstieg des SCP in die 1. Liga.

Der größte Tag als Präsident des SC Paderborn: Gemeinsam mit 20.000 Fans feiert Wilfried Finke am 11. Mai 2014 den Aufstieg des SCP in die 1. Liga. Foto: Besim Mazhiqi

Paderborn (WB). Der Unternehmer Wilfried Finke hat für die Stadt Paderborn Außerordentliches geleistet. Darin sind sich Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Sport einig. Matthias Reichstein, Ingo Schmitz und Dietmar Kemper sammelten Stimmen.

Michael Dreier, Bürgermeister von Paderborn: »Sein großes Engagement war geprägt von der tiefen Verbundenheit und Liebe zu seiner Heimatstadt. Seinem enormen persönlichen Einsatz, seinem Beharrungsvermögen war es zu verdanken, dass wir in Paderborn über ein modernes, attraktives und bundesligataugliches Stadion sowie Trainings- und Nachwuchsleistungszentrum verfügen können. Wilfried Finke war ein Glücksfall für die Stadt.«

Elmar Volkmann , seit 2018 Präsident des SC Paderborn: »Ich habe Wilfried Finke vom ersten Tag seiner Präsidentschaft und damit seit fast 25 Jahren begleitet, sein Tod hat mich tief getroffen. Ohne ihn wäre der SC Paderborn nicht das, was er heute ist. Man konnte mit ihm trefflich diskutieren, manche Dinge hat er aber auch einfach gemacht und wir wurden vor vollendete Tatsachen gestellt. Aber was er anpackte, machte er immer zum Wohle des Vereins.«

Markus Krösche , Manager des SC Paderborn: »Er war eine starke und beeindruckende Paderborner Persönlichkeit, zu der ich in den vergangenen fast 18 gemeinsamen Jahren eine sehr enge Bindung hatte. Allein mit seiner Präsenz hat er schon einen ganzen Raum gefüllt. Ich habe aber nicht nur den Geschäftsmann und Präsidenten Wilfried Finke kennenlernen dürfen, sondern auch den Menschen. Deshalb war er für mich immer ein großes Vorbild.«

Manfred Müller, Landrat des Kreises Paderborn: »Er ist kein Mann der Kompromisse gewesen. Er war eine Persönlichkeit mit Ecken und Kanten, die sich stets hart in den Wind stellte, um das durchzusetzen, was ihm am Herzen lag. Ich verneige mich voller Respekt und Wertschätzung vor der großartigen Lebensleistung dieses Mannes.«

Pavel Dotchev , Cheftrainer des SC Paderborn 2003 bis 2005 und 2008 bis 2009: »Wir haben nicht nur einen guten Menschen verloren, sondern auch einen, der dem Fußball in Paderborn viel gegeben hat. Wilfried Finke war über viele Jahre einer meiner engsten Begleiter in Deutschland. Wir hatten gute und schlechte Zeiten, aber wir sind immer Freunde geblieben.«

Martin Johannknecht , Geschäftsführer des Einrichtungsunternehmens Johannknecht: »Wilfried Finke war ein Typ mit Ecken und Kanten, visionär, anpackend und zupackend. Er entwickelte Visionen für das Shopping der Zukunft und er hat sich über das normale Maß hinaus Gedanken über den Einzel- und Möbelhandel und den Standort Paderborn gemacht. Finke hat sich mit der Stadt über das Einzelhandelskonzept gestritten, er war Paderborner durch und durch.«

André Breitenreiter , Cheftrainer beim SC Paderborn von 2013 bis 2015, aktuell bei Hannover 96: »Ich habe Herrn Finke als große fachkompetente und vertrauensvolle Persönlichkeit kennengelernt. Besonders habe ich sein Engagement und sein Herzblut für den SCP geschätzt, ohne die der gemeinsame Aufstieg in die 1. Liga nicht möglich gewesen wäre.«

Martin Hornberger , Geschäftsführer des SC Paderborn: »Ohne ihn wäre ich nicht beim SCP, ohne ihn hätte unser Schiff nach den Abstiegen 2015 und 2016 nicht wieder Fahrt aufgenommen, sondern läge am Grund. Wir würden heute Oberliga spielen, wären aber nie in der Bundesliga aufgelaufen, hätten keine Arena und kein Trainingszen­trum.«

Dr. Carsten Linnemann , seit 2018 Vize-Präsident des SC Paderborn: »Wie schnell Wilfried Finke immer auf den Punkt gekommen ist, ohne lange um den heißen Brei herumzureden, war einzigartig. Er war hart, wenn es um die Sache ging. Er hat gerne gestritten und da manchmal auch überzogen. Aber welche Persönlichkeit, die auf so einer Flughöhe unterwegs ist, ist schon einfach.«

Roger Schmidt , Cheftrainer beim SC Paderborn von 2011 bis 2012, aktuell beim chinesischen Erstligisten Beijing Sinobo Guoan: »Ich war sein Spieler und Trainer und habe ihn als angenehmen und leidenschaftlichen Präsidenten erlebt. Er hat den Fußball geliebt und auch ein Stück weit gelebt. Wilfried Finke hat viel gegeben, aber auch viel erwartet. Seine Kritik war nie unangemessen.«

Anne Kersting , Vorsitzende der Werbegemeinschaft: »Wilfried Finke hat die Werbegemeinschaft der Stadt immer unterstützt. Es ist der Verdienst seines Unternehmens, dass es auf dem Parkplatz des Möbelhauses ein Hinweisschild zur Innenstadt gibt. Das zeigt, wie wichtig ihm der Zusammenhalt des Einzelhandels in City und Peripherie war.«

Holger Fach , Cheftrainer beim SC Paderborn von 2007 bis 2008: »Ich kann ihn nur als absolut korrekten und anständigen Menschen beschreiben. Auch in der Phase, als wir sportlich keinen Erfolg hatten und ich am Ende entlassen wurde. Mir wird er als einer von wenigen auf Funktionärsebene in Erinnerung bleiben, die auch Ahnung von Fußball hatten.«

Jürgen Behlke , Geschäftsführer der Industrie- und Handelskammer: »Wilfried Finke hat sich als Unternehmer auch immer für den Nachwuchs eingesetzt und sich für das Thema Ausbildung sehr stark gemacht.«

Christian Strohdiek , Kapitän des SC Paderborn: »Für seine Träume und Visionen haben ihn viele ausgelacht, doch am Ende ist alles genauso eingetreten. Er war eine Persönlichkeit, der man zu jeder Sekunde mit viel Respekt gegenübergetreten ist.«

Günther Rybarczyk , Cheftrainer beim SC Paderborn von 1993 bis 2001, Manager bis 2006: »Den offenen, ehrlichen und gradlinigen Umgang mit ihm habe ich sehr geschätzt. Auch wenn ich erst lernen musste, damit umzugehen. Ich empfinde großes Bedauern – auch weil wir nicht mehr Gelegenheit hatten, unter vier Augen alles aus der Welt zu räumen, was da noch zwischen uns stand.«

Markus Gellhaus , Cheftrainer beim SC Paderborn 2001, 2006 und 2015, aktuell Co-Trainer beim FC St. Pauli: »Auch wenn unsere letzte Zusammenarbeit nicht von großem Erfolg gekrönt war, habe ich Wilfried Finke sehr viel zu verdanken. Ich bin überragend mit ihm ausgekommen, die Zusammenarbeit war klasse.«

Betriebsrat : »Wir drücken der Familie unser Beileid aus. Wilfried Finke hat durch seine Arbeit viele Arbeitsplätze in Paderborn geschaffen und erhalten. Dafür sind ihm die Mitarbeiter dankbar.«

Franz-Josef Golüke , Geschäftsführer des Finke-Möbelhauses in Paderborn , äußerte sich nicht, weil Wilfried Finkes Tod für sich wirke. Interviews mit Mitarbeitern vor Ort untersagte er.

Michael Born , Manager beim SC Paderborn von 1996 bis 2008 und von 2012 bis 2016 : »Dass Paderborn bundesweit ein Begriff ist, ist sein Verdienst. Wir haben vertrauensvoll zusammengearbeitet, beeindruckt hat mich sein unglaublicher Optimismus.«

André Schubert , Cheftrainer beim SC Paderborn von 2009 bis 2011: »Offen, ehrlich und sehr klar in den Aussagen – so war Wilfried Finke. Wir haben uns oft ausgetauscht und dabei auch gerieben, aber es war immer konstruktiv.«

Ralf Hämmerling , Geschäftsführer der Hämmerling-Gruppe und SCP-Aufsichtsrat: »Ausgezeichnet haben ihn Ideen, Visionen und ein starkes Durchsetzungsvermögen. Wenn er von etwas überzeugt war, hat er sich mit 120 Prozent dafür eingesetzt. Wir haben manchen Strauß ausgefochten, Wilfried Finke war kein einfacher Mensch, aber einer, vor dem man den Hut ziehen muss.«

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