Sa., 26.01.2019

Vorwürfe gegen Priester und Kirchenmitarbeiter – Schulleiter verurteilt Missbrauch: drei neue Fälle

Symbolbild.

Symbolbild. Foto: Oliver Schwabe

Paderborn (WB/mba). Seit dem Abschluss der Missbrauchsstudie 2015 sind dem Erzbistum Paderborn drei neue Missbrauchsfälle bekannt gemacht worden. »Ein Fall ist rechtskräftig abgeschlossen, in den anderen beiden ermittelt die Staatsanwaltschaft«, sagte Thomas Throenle, stellvertretender Sprecher des Erzbistums, dieser Zeitung.

Nach WESTFALEN-BLATT-­Informationen handelt es sich bei dem rechtskräftig abgeschlossenen Fall um den Schulleiter eines katholischen Gymnasiums aus Hagen. Der Mann, der nach Bekanntwerden der Vorwürfe gegen ihn Anfang 2018 vom Erzbistum suspendiert worden war, wurde im August 2018 wegen des Besitzes jugendpornografischer Bilder zu einer Bewährungsstrafe von acht Monaten verurteilt. Zudem musste er eine Geldbuße von 10.000 Euro zahlen.

Bei den beiden anderen Fällen, in denen noch die Staatsanwaltschaft ermittle, soll es sich um einen Priester und einen Kirchenmitarbeiter handeln. Aus Gründen des Opferschutzes wolle das Erzbistum keine Details zu den Vorwürfen und auch nicht zu möglichen Tatorten bekanntgeben, sagte Throenle.

Von 111 Beschuldigten sind 82 gestorben

Im September 2018 hatte das Erzbistum Paderborn parallel mit allen Bistümern in Deutschland, wie berichtet, eine Studie zum Missbrauch in der katholischen Kirche vorgestellt. Demnach verzeichnete das Erzbistum Paderborn von 1946 bis Ende 2015 mindestens 197 Betroffene und 111 beschuldigte Kleriker. Die Mehrzahl der Vorfälle habe sich in den 1950er und 1960er Jahren ereignet.

Von den 111 Beschuldigten sind 82 bereits gestorben. Erzbischof Hans-Josef Becker kündigte danach an, die bisherige Präventionsarbeit zu intensivieren. Zudem teilte er mit, dass das Erzbistum inzwischen der Staatsanwaltschaft Zugang zu allen von dort angefragten Unterlagen verschafft habe. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft Paderborn von Freitag dauere die Prüfung dieser Altfälle aber noch an.

Im Kampf gegen Missbrauch will der Vatikan weltweit mobile Expertenteams einsetzen. Die Einrichtung solcher Teams nannte Hans Zollner, Leiter des Kinderschutzzentrums der Päpstlichen Universität Gregoriana, als mögliches Ergebnis des weltweiten Bischofstreffens zu Missbrauch und Prävention vom 21. bis 24. Februar.

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