In der Zukunftsmeile 2 arbeiten Paderborner Uni, Weidmüller und Fraunhofer-Institut zusammen
Neue Impulse für die Forschung

Paderborn (WB). Es sind beeindruckende Zahlen: 35 Millionen Euro Kosten, 20.000 Quadratmeter Bürofläche und 600 neue Jobs. Am Dienstag wurde symbolisch der Grundstein für die Zukunftsmeile 2 an der Fürstenallee gelegt.

Dienstag, 12.02.2019, 18:00 Uhr aktualisiert: 13.02.2019, 07:04 Uhr
Eine neue Forscherwelt entsteht: Zwischen der Zukunftsmeile 1 und HNF (links) und dem ehemaligen Inselbadstadion (rechts) entsteht derzeit die Zukunftsmeile 2. Foto: Jörn Hannemann
Eine neue Forscherwelt entsteht: Zwischen der Zukunftsmeile 1 und HNF (links) und dem ehemaligen Inselbadstadion (rechts) entsteht derzeit die Zukunftsmeile 2. Foto: Jörn Hannemann

»Es war ein enges Rennen zwischen Paderborn und Lemgo, am Ende haben die Stärke Paderborns im Bereich Software und dieser tolle Standort den Ausschlag gegeben«, sagte der Vorstandssprecher der Weidmüller-Gruppe in Detmold, Jörg Timmermann, dieser Zeitung.

»Hier ist eine Menge Unternehmergeist unterwegs«

Auch in Lemgo wird zur Industrie 4.0 geforscht, die Universität Bielefeld wiederum ist schon auf den Feldern Robotik und künstlicher Intelligenz weit. Weidmüller ist froh, dass es in direkter Nähe diese ausgeprägte Forschungslandschaft und Gründerschmieden wie die Garage 33 in Paderborn gibt. »Hier ist eine Menge Unternehmergeist unterwegs«, lobte Timmermann.

Weidmüller wird den größten Teil der ZM2 belegen und dort mit anfangs 200 Mitarbeitern forschen. Die Abteilung Automation Products and Solutions (APS) will hier innovative Lösungen für die industrielle Automatisierung und Digitalisierung entwickeln. Kaum noch ein Produkt komme heute ohne Software aus, sagte Timmermann.

Weidmüller will junge Talente finden

Weidmüller will in der Zukunftsmeile 2 nicht nur durch die Zusammenarbeit mit der Universität Paderborn und dem Fraunhofer-Institut für Entwurfstechnik Mechatronik profitieren, sondern auch »Zugang zu jungen Talenten« bekommen. Wer nach dem Studium in Paderborn bleiben will, den möchte der Weltkonzern für elektrische Verbindungstechnik und Elektronik mit 4700 Beschäftigten anlocken.

Die Stadtverwaltung wird nach den Worten von Bürgermeister Michael Dreier alles tun, damit sich Akademiker in Paderborn wohlfühlen. »Kultur und Sport sind wichtige Faktoren, hören wir von den Unternehmen immer wieder«, sagte Dreier. Die Zukunftsmeile 2 bezeichnete er als »Meilenstein« und »ganz wichtiges weiteres Projekt für die IT-Stadt«. Als im November 2011 das erste Gebäude der Zukunftsmeile 1 eingeweiht worden sei, habe man bereits gespürt, dass hier noch mehr entstehen kann.

Die Universität Paderborn wird in der ZM2 den Software Innovation Campus Paderborn (SICP) unterbringen. Dort werden die software- und datengetriebenen Innovationen der Zukunft erforscht und entwickelt.

Lernen und Arbeiten in der digitalen Welt

Es geht zum Beispiel um intelligente vernetzte Systeme, um IT-Sicherheit, digitale Geschäftsmodelle oder das Lernen und Arbeiten in der digitalen Welt. Für mehr als 250 Personen sollen Arbeitsmöglichkeiten geschaffen werden. Für die Infrastruktur der Universität sei es wichtig, »einen zweiten Standort zu haben, an dem sich Forschung und Wirtschaft begegnen«, betonte die Vizepräsidentin für Wirtschafts- und Personalverwaltung, Simone Probst.

Auf den Austausch untereinander und die Förderung der Kooperation zwischen Forschung und Industrie setzt auch der Leiter des Fraunhofer-Instituts, Ansgar Trächtler. Neben 20 Arbeitsplätzen will das IEM ein Labor einrichten, in dem das Internet der Dinge erlebbar wird. Um die Pläne umzusetzen, braucht es Platz. »Es wird höchste Zeit, dass die ZM2 kommt – für uns wird es hier schon wieder eng«, erklärte Trächtler beim Empfang in der Zukunftsmeile 1.

Bauherr will bis Ende 2020 fertig sein

Carsten Hense vom Bielefelder Unternehmen Goldbeck ist »zuversichtlich, das Gebäude Ende 2020 übergeben zu können«. Goldbeck ist Investor und Generalübernehmer. Die Firma wird das vom Paderborner Büro Matern Architekten geplante Gebäude nicht nur hochziehen, sondern auch warten, instandhalten, reinigen und die Kantine betreiben. Eine kleine Restfläche ist noch nicht vermietet. Zudem entsteht ein Parkhaus mit 350 Plätzen.

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