Do., 14.02.2019

Kampagne soll auch in Paderborn Ansteckungsgefahr im Krankenhaus senken Mit Herz den Händedruck ersetzen

Unterstützen die Aktion »Mit Herz – ohne Hände« (hinten von links): Markus Völker (Teamleitung Neurologie), Lieselotte Schmitz (Funktionsoberärztin Neurologie) sowie (vorne von links) eine Patientin und Oksana Homutov (Schichtleitung Neurologie).

Unterstützen die Aktion »Mit Herz – ohne Hände« (hinten von links): Markus Völker (Teamleitung Neurologie), Lieselotte Schmitz (Funktionsoberärztin Neurologie) sowie (vorne von links) eine Patientin und Oksana Homutov (Schichtleitung Neurologie).

Paderborn (WB). Seit dem Startschuss der neuen Kampagne »Mit Herz – ohne Hände« im Dezember verzichten Mitarbeiter der St.-Vincenz-Krankenhaus GmbH auf ein altbewährtes Begrüßungsritual: das Händeschütteln. Ziel ist es, Keimübertragungsketten zu unterbrechen und so die Ansteckungsgefahr durch Grippe-Viren zu senken.

Nun hat das Team die Patienten nach ihren Eindrücken zur Aktion befragt. Ergebnis: Die Patienten begrüßen die konsequente Initiative. »Das Händeschütteln im Krankenhaus wegzulassen, finde ich eine sehr gute und auch einfache Maßnahme zum Schutz der Patienten. Das sollte überall so umgesetzt werden«, bekräftigt ein Patient während seines Aufenthaltes. Es sei ja schließlich bekannt, dass Hände die meisten Bakterien und Viren übertragen. »Das soll so bleiben, da soll wirklich großer Wert drauf gelegt werden«, betont ein Zweiter. Ein weiterer Patient berichtet: »Die Plakate und Buttons zur Aktion fallen sofort ins Auge. Man weiß gleich, worum es geht.«

Doch es gibt auch nachdenkliche Rückmeldungen: »Ganz auf Händekontakt zu verzichten, muss gut überlegt sein. Es gibt Situationen, in denen eine Berührung wichtig ist. Wenn jemand zum Beispiel schwer erkrankt ist, können eine Hand auf der Schulter oder auch ein Händedruck Trost spenden.«

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Wir wollen da ansetzen, wo es leicht ist, einen Keimaustausch zu unterbinden: bei unnötigen Kontakten

Marketingleiterin Annekathrin Kronsbein

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Marketingleiterin Annekathrin Kronsbein kann das gut nachvollziehen: »Im Vorfeld der Aktion haben wir uns viele Gedanken darüber gemacht, ob sich die Patienten durch den Verzicht auf den Händedruck weniger wertgeschätzt fühlen könnten.« Daher sei man sehr froh über die positiven Rückmeldungen.

»Auch sind wir uns im Klaren darüber, dass es ein ‘händeloses’ Krankenhaus nicht geben kann. Viele Untersuchungen erfordern Berührungen mit den Händen. Aber wir wollen da ansetzen, wo es leicht ist, einen Keimaustausch zu unterbinden: bei unnötigen Kontakten«, so Kronsbein. Gleichzeitig gibt sie zu: »Leicht ist übrigens sehr relativ. Ein so lange erlerntes Ritual abzulegen, ist für uns alle auch eine Herausforderung. Daher bitten wir um Nachsicht, wenn ab und zu noch ‘Ausrutscher‘ geschehen und die Hand zur Begrüßung angeboten wird.«

Neben dem Verzicht auf den Händedruck schützt eine hygienische Händedesinfektion am besten vor einer Keimübertragung. Ärzte und Pflegefachkräfte sind geschult und achten darauf, nach jedem Patientenkontakt eine sorgfältige Händedesinfektion durchzuführen. Und auch Patienten und Besucher könnten den Keimen schon beim Betreten des Krankenhauses den Kampf ansagen. Doch: »Eine interne Erhebung hat ergeben, dass noch immer nur 14 Prozent der Besucher die in den Eingangsbereichen aufgestellten Hygienespender zur Händedesinfektion nutzen. Das ist viel zu wenig – dabei könnte die Übertragungskette der von außen ins Krankenhaus gebrachten Keimen so einfach gestoppt werden«, sagt Dr. Josef Düllings, Hauptgeschäftsführer der St.-Vincenz-Krankenhaus GmbH. Eine sorgfältige Händehygiene schütze insbesondere Hochbetagte. Denn eine Infektion kann für Menschen mit schwachem Immunsystem lebensbedrohlich sein.

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