Mi., 20.02.2019

Brüder- und Vincenz-Krankenhäuser starten in Paderborn Personaloffensive Mehr Zeit für Patienten

Das Brüderkrankenhaus St. Josef Paderborn stockt Pflegestellen in der unmittelbaren Patientenversorgung auf den Stationen auf.

Das Brüderkrankenhaus St. Josef Paderborn stockt Pflegestellen in der unmittelbaren Patientenversorgung auf den Stationen auf.

Paderborn (WB). Das Brüderkrankenhaus St. Josef Paderborn und das St.-Vincenz-Krankenhaus starten eine Personaloffensive im Pflegebereich. Anlass dafür ist das Pflegepersonal-Stärkungsgesetz (PpSG), das Anfang des Jahres in Kraft getreten ist und unter anderem regelt, dass »jede zusätzliche und jede aufgestockte Pflegestelle am Bett vollständig finanziert wird«. Das Direktorium hat daraufhin beschlossen, diese Finanzierungschance des Gesetzgebers zu nutzen.

Etwa zehn Vollzeitstellen sollen im Brüderkrankenhaus zeitnah zusätzlich besetzt werden, im ebenfalls zur BBT-Gruppe (Barmherzige Brüder Trier) gehörenden Marsberger St.-Marien-Hospital fünf Vollzeitstellen. Dabei geht es sowohl um Neueinstellungen als auch um schon bestehende Teilzeitstellen, die aufgestockt werden. Außerdem wurde allen Auszubildenden der Schule für Gesundheitsfachberufe am Brüderkrankenhaus, die im März ihr Examen ablegen werden, ein Vertrag angeboten, so dass demnächst voraussichtlich 13 frisch examinierte Gesundheits- und Krankenpfleger ihren Dienst antreten werden.

Ausgestaltung des Gesetzes noch unklar

Laut dem neuen Gesetz werden ausschließlich solche zusätzlichen Pflegestunden voll finanziert, die examinierte Pflegefachkräfte am Bett, also in der unmittelbaren Patientenversorgung auf den Stationen, leisten. Examinierte Kräfte in den Funktionsbereichen oder Krankenpflegehelfer werden nicht finanziert. Grundlage für die Berechnung der zusätzlichen Pflegestellen sind die entsprechenden Vorjahreszahlen der Einrichtung. »Es ist sicherlich eine sehr positive Entwicklung, dass mehr Geld ins System gebracht wird«, sagt Pflegedirektor Klaus Niggemann. »Durch die Aufstockung der Pflegestellen wollen wir die Bedeutung der Pflege direkt am Krankenbett unterstreichen und unseren Mitarbeitenden ermöglichen, ihrer anspruchsvollen Tätigkeit mit noch mehr Zeit für die Patienten nachzukommen.«

Die Entscheidung für die Personaloffensive sei gefallen, obwohl die Ausgestaltung und Handhabung des Gesetzes noch nicht klar geregelt ist. So gelte beispielsweise die Finanzierung zunächst nur bis Jahresende, teilt das Krankenhaus mit. Von 2020 an sei dann eine Umstellung der Krankenhausvergütung geplant. »Trotz der damit verbundenen Unsicherheiten ist es für uns klar, dass wir diese Finanzierungschance ergreifen«, erläutert BBT-Regionalleiter Christoph Robrecht.

Vincenz bietet Absolventen unbefristete Arbeitsverträge

Auch in der St.-Vincenz-Krankenhaus GmbH läuft die Akquise von Pflegefachkräften derzeit auch Hochtouren – und zwar sowohl intern durch die Aufstockung von Teilzeitstellen und Übernahme von Auszubildenden als auch extern. »Wir freuen uns sehr, dass wir den Schülern aus dem Abschlusskurs Oktober 2019 schon jetzt eine unbefristete Stelle als examinierte Pflegefachkraft in der St.-Vincenz-Krankenhaus GmbH anbieten können. Für Herbst habe ich bereits 20 unbefristete Arbeitsverträge für die jungen Kolleginnen und Kollegen unterschrieben«, freut sich Marion Schwerthelm, stellvertretende Pflegedirektorin. Und auch extern sucht die St.-Vincenz-GmbH für alle ihre Betriebsstätten – das St.-Vincenz-Krankenhaus, die Frauen- und Kinderklinik und das St.-Josefs-Krankenhaus Salzkotten – qualifizierte Verstärkung für die sogenannte »Pflege am Bett«.

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