Ab 1. April darf im Maspernbad montags nur in Badekleidung geschwitzt werden
Saunagänger sind verärgert

Paderborn (WB/mai). Ein Versuch der Paderbäder GmbH, die Attraktivität der Saunalandschaft im Maspernbad zu erhöhen, stößt bei Stammgästen auf Missfallen. Vom 1. April an soll das Saunavergnügen montags Gästen in Badekleidung vorbehalten bleiben. »Leider kein Aprilscherz«, ärgert sich Leser Roland Bauer, der direkt zum Zeichenstift gegriffen und das Vorhaben karikiert hat.

Mittwoch, 27.02.2019, 07:37 Uhr aktualisiert: 27.02.2019, 10:30 Uhr
Symbolbild. Foto: dpa
Symbolbild. Foto: dpa

Die Begründung der Paderbäder, mit dieser Maßnahme ein größeres Publikum für den Besuch der Sauna mobilisieren zu können, lässt Bauer nicht gelten. »Die Empörung darüber war unüberhörbar vor allem von denjenigen, die sich seit Jahrzehnten textilfrei getroffen haben und für diese rückwärts gewandte Entwicklung keinerlei Verständnis entgegen bringen konnten«, beschreibt er die Reaktionen der Stammgäste auf den montäglichen »Textilzwang«.

Er hat der Zeichnung des modernen Saunisten noch einen ironischen Text hinzugefügt, in dem es unter anderem heißt: »Wie dem auch sei, das Mitbringen von Fahrrädern sollte unterbleiben, und nur in Ausnahmefällen ist das Mitführen von Hunden in textilangepasster Form erlaubt«.

Wir haben in den letzten beiden Jahren Besucherrückgänge in der Sauna

Wolfgang Walter
Leser Roland Bauer hat direkt zum Zeichenstift gegriffen und das Vorhaben der Paderbäder GmbH, montags im Maspernbad einen Textilsaunatag zu etablieren, karikiert.

Leser Roland Bauer hat direkt zum Zeichenstift gegriffen und das Vorhaben der Paderbäder GmbH, montags im Maspernbad einen Textilsaunatag zu etablieren, karikiert.

Der Paderborner Jörg Cremer ärgert sich, dass die Saunabesucher nicht gefragt worden seien. »In Deutschland sauniert man normalerweise nackt«, schreibt er dieser Zeitung und fragt: »Geht es hier um Prüderie? Wurde der Sportausschuss der Stadt beteiligt? Wer soll die Zielgruppe dieser Maßnahme sein?« Allgemeine Saunazeiten in einer städtischen Einrichtung würden zu Lasten aller gesundheitsbewussten Saunabesucher reduziert. »Und dies am grünen Tisch und nach Gutsherrenart über die Köpfe der Saunabesucher hinweg«. Die Stammkundschaft werde vergrault.

Paderbäder-Geschäftsführer Wolfgang Walter sieht die Angelegenheit etwas gelassener. »Wir haben in den letzten beiden Jahren Besucherrückgänge in der Sauna. Deshalb ist das für uns ein Versuch, um zu sehen, ob wir so Menschen ansprechen, die bisher nicht die Saunalandschaft nutzen.« Das sei erst einmal abzuwarten. »Wir haben leider nicht viele Möglichkeiten, die Attraktivität zu steigern, da das Gelände begrenzt ist«, sagte Walter gestern.

Kommentare

Zeitungsleser  schrieb: 28.02.2019 04:45
Die Zielgruppe dieser Maßnahme? Das dürfte relativ klar sein. Nämlich all die, die sich aus religiösen und/oder sonstigen Gründen nicht nackt in einer Sauna aufhalten dürfen. Was Schon-länger-hier Lebende davon halten, ist für die Entscheider relativ uninteressant, hauptsache systemgerecht. Man geht halt mit der Zeit in Paderborn, oder? Oder sollte ich schreiben: Man dreht sein Fähnlein in den Wind?
Thomas Noack  schrieb: 27.02.2019 15:31
falscher Schrittt
Besucherrückgänge können verschieden Ursache haben. Eintrittspreise, Konkurrenten, die Saunaanlage, die Ruhesituation, die Bewirtung. Ich wage die Prognose, dass eine solche Maßnahme für noch mehr Rückgang sorgt. Ich gehe mindestens einmal pro Woche, war aber noch nicht in Paderborn. Aber ich kann ja mal hingehen, aber das definitiv nicht an einem Tag mit Textilzwang!
2 Kommentare
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