Mi., 27.02.2019

Beim Chorfestival singen 2780 Kinder und Jugendliche vom 3. bis 7. Juli in Paderborn 94 Chöre lassen die Stadt erklingen

Domkapellmeister Thomas Berning, Domkantorin Gabriele Sichler-Karle (rechts) und Festivalbüroleiterin Annalena Müller verschicken in diesen Tagen die Chorbücher an die 94 Chöre, die Anfang Juli am Chorfestival in Paderborn teilnehmen.

Domkapellmeister Thomas Berning, Domkantorin Gabriele Sichler-Karle (rechts) und Festivalbüroleiterin Annalena Müller verschicken in diesen Tagen die Chorbücher an die 94 Chöre, die Anfang Juli am Chorfestival in Paderborn teilnehmen. Foto: Maike Stahl

Von Maike Stahl

Paderborn (WB). Seitdem das Mottolied steht, kann Domkapellmeister Thomas Berning wieder gut schlafen. »Bis dahin war ich doch ein bisschen nervös«, erzählt er. Schließlich ist das Mottolied ein Herzstück des 8. Deutschen Chorfestivals Pueri Cantores, zu dem vom 3. bis 7. Juli 2780 Kinder und Jugendliche in Paderborn erwartet werden.

Das Festival, das erstmals in Paderborn ausgerichtet wird, steht unter dem Motto »Unsere Quelle bist du«. Dieses Motto, das auch im Refrain des Liedes aufgenommen wird, soll im Abschlussgottesdienst vierstimmig aus 2780 Kehlen im Dom erklingen. »Aber es wird im Rahmen des Festivals immer wieder an verschiedenen Orten zu hören sein«, verspricht Berning, der das Lied selbst zusammen mit seinem Assistenten Markus Gotthardt komponiert hat. Die Textbausteine sind bei einem Treffen der Musikgruppe des Deutschen Chorverbandes Pueri Cantores entstanden.

Der Verband ist zusammen mit dem Metropolitankapitel des Erzbistums Paderborn Veranstalter des Festivals, das zuletzt 2015 in Trier stattgefunden hat. Die 94 Chöre, darunter auch der Paderborner Domchor sowie die Mädchenkantorei, wollen fünf Tage lang Paderborn mit Konzerten und Friedensgebeten in Kirchen, Einrichtungen und auf der offenen Quellbühne zum Klingen und in einigen Fällen auch zum Mitsingen bringen. Grundlage dafür ist das druckfrische Chorbuch, von dem jetzt 3500 Exemplare verschickt werden. »Es enthält eine gute Mischung aus bewährten und neuen Kompositionen, die die Teilnehmer jetzt einstudieren«, berichtet Domkantorin Gabriele Sichler-Karle. Für das Mottolied wird es eine gemeinsame Probe während des Festivals geben, damit es zu einer Hymne des Glaubens werden kann.

Paderborn soll bleibenden guten Eindruck hinterlassen

Eine musikalische Veranstaltung für alle Paderborner ist für Freitagabend, 5. Juli, im dann schon leer geräumten Dom geplant. Entsprechend lautet der Arbeitstitel für dieses besondere Event »Leerer Dom – voller Klang«. Bis zu dieser Veranstaltung dürfte der 5. Juli in Paderborn auch eher ruhig verlaufen, denn an diesem Tag sind die Chöre aus dem ganzen Bundesgebiet auf Tour in die Region.

Am Donnerstag und Samstag besuchen die Sänger verschiedene soziale Einrichtungen vor Ort, um diejenigen mit ihrer Musik zu erfreuen, die nicht in die Stadt kommen können. Zu den Friedensgebeten und Konzerten in den Innenstadtkirchen und auf der Quellbühne sind Besucher nämlich gern gesehen. Nur zum Abschlussgottesdienst am Sonntag 7. Juli, mit Erzbischof Hans-Josef Becker, ist die Kapazitätsgrenze des Doms bereits mit den Teilnehmern erreicht. »Dieser wird aber vom Domradio im Internet übertragen«, verspricht der Domkapellmeister. Für die Teilnehmer wünscht er sich, dass Paderborn bei ihnen einen bleibenden guten Eindruck hinterlässt.

Weitere Informationen und das vorläufige Programm des Chorfestivals gibt es im Internet .

Festival-Splitter

Im Dom wird geräumt : Damit am 7. Juli alle 2780 Teilnehmer am Abschlussgottesdienst teilnehmen können, muss im Dom kräftig umgeräumt werden. »Alle Bänke werden in den Kreuzgang verfrachtet«, berichtet Thomas Berning. »Das wird knapp, müsste aber funktionieren.« Das Dreihasenfenster sollen die jungen Gäste trotzdem besichtigen können. Sitzen werden sie auf dem Boden auf Filzmatten.

Singhaltestellen werden etablie rt: Zu Libori wird in Paderborn eine Kusshaltestelle eingerichtet, während des Chorfestivals soll es Singhaltestellen geben. Diese werden die Chöre auf ihren Wegen durch die Stadt immer wieder ansteuern und dort spontan Lieder zum Besten geben.

Vielfalt in der Unterbrin gung : Die logistische Herausforderung ist immens. »Wir haben alle bezahlbaren Gruppenunterkünfte in 40 Kilometer Umkreis vor zwei Jahren geblockt«, sagt Annalena Müller. So reicht die Unterbringung der Chöre von Jugendherbergen über das ehemalige Internat Ehringerfeld, das allein Betten für 690 Teilnehmer bietet, bis zum Yogahaus Shanti in Bad Meinberg.

Nachhaltigkeit ist Trumpf : Das Festival soll möglicht plastikfrei und nachhaltig sein. Als Rucksäcke gibt es in Deutschland produzierte Baumwollbeutel, es wird Zapfstellen zum Nachfüllen der Wasserflaschen geben und der Regenponcho ist, aus Maisstärke.

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